Grenzpendler

Murphy & Sholar: Gerettet von den eigenen Leuten

Murphy & Sholar: Gerettet von den eigenen Leuten

Murphy & Sholar: Gerettet von den eigenen Leuten

Skrydstrup
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Erstmal erleichtert: Christopher Sholar und Sean Murphy Foto: Ute Levisen

Als Nicht-EU-Bürger in Deutschland leben und in Dänemark arbeiten kann problematisch sein, wie der Fall der beiden Flugzeugspezialisten zeigt, die auf dem Luftwaffenstützpunkt Skrydstrup arbeiten. Nun hat das dänische Verteidigungsministerium eine zeitlich begrenzte Lösung gefunden.

Für die Flugzeugspezialisten Sean Murphy und Christopher Sholar kommt die Rettung keine Sekunde zu früh: Das Verteidigungsministerium hat sich für eine Lösung im Fall der beiden US-Amerikaner eingesetzt, die auf der Fighter Wing Skrydstrup arbeiten und in Deutschland leben. Es übernimmt vorerst die Kosten. Diese Offerte ermöglicht beiden Fachleuten die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene Versicherung bei einer Krankenkasse und eine Absicherung im Falle eines Notfalles.

„Wir sind sehr erleichtert“, sagte Sean Murphy am Mittwoch, „und wir können gar nicht genug betonen, dass wir seitens des Verteidigungsministeriums eine gigantische Hilfe erfahren haben!“ Ein Wermutstropfen – oder auch zwei – bleiben, denn bei der Notlösung handelt es sich um eine zeitlich befristete Sonderregelung, die zunächst für ein Jahr gilt – und dann einer Revision unterzogen wird.

Keine anderen Sozialleistungen

In der Zwischenzeit wenden sich Gesundheitsministerin Ellen Trane Nørby und Beschäftigungsminister Troels Lund Poulsen (beide Venstre) an die EU-Kommission – mit Blick auf eine Interpretation der Gesetzeslage, die aufgrund des dänischen Rechtsvorbehalts äußerst komplex ist. Beide Minister äußern sich zufrieden damit, dass das Verteidigungsministerium eine Lösung gefunden hat, die beide Fachleute und ihre Familien im Krankheitsfall absichert. Allerdings umfasst diese Regelung nur die Krankenversicherung, nicht aber alle anderen Sozialleistungen wie Kinder- und Krankengeld – dies ungeachtet der Tatsache, dass die beiden hoch qualifizierten Flugzeugmechaniker in Dänemark Steuern zahlen – und das nicht zu knapp.

Die US-Amerikaner sind wegen des dänischen Rechtsvorbehalts, Drittstaatler betreffend, in die Bredouille geraten. Ihr letzter Ausweg war, sich an die Presse zu wenden. Auch im Infocenter Grenze habe er bei dessen Leiter Peter Hansen wertvollen Rat mit Blick auf eine Krankenversicherung in Deutschland bekommen, so Murphy: Er sei jetzt bei der Kasse für Selbstständige versichert. Christoper Sholar, dessen Frau schwanger und inzwischen Mitglied der gesetzlichen Kasse ist, hofft, auch in diese aufgenommen zu werden: „Bislang ist der tägliche Weg zur Arbeit quasi auf eigene Gefahr.“
Gleichzeitig läuft Murphys Antrag auf die deutsche Staatsbürgerschaft: Auch dieser Prozess kostet – nicht zuletzt büßt er dadurch ca. 20 Prozent seiner US-Pensionsleistungen ein.

Einbürgerung in Deutschland

„Ich muss in den sauren Apfel beißen“, sagt Murphy. Da er Familienbande in Deutschland hat, dürfte zumindest seine Einbürgerung reibungslos verlaufen: „Ich habe auch schon meine Schulzeugnisse bei den Behörden abgeliefert“, verrät er und fügt augenzwinkernd hinzu: „Well, die Beamtin war nicht gerade sonderlich beeindruckt.“

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