Gebäudepflege

Kostspielige Pläne für Haderslebener Wahrzeichen

Kostspielige Pläne für Haderslebener Wahrzeichen

Kostspielige Pläne für Haderslebener Wahrzeichen

Hadersleben/Haderslev
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Die Aussicht über Hadersleben lockt viele Touristen auf die oberste Plattform des roten Wasserturms im Stadtpark Kløften. Foto: Annika Zepke

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Er thront auf 42 Metern Höhe über der Stadt: der rote Wasserturm. Doch im Innern des Turmes sieht es nicht gut aus: Schimmel bedeckt an die Badezimmerwand, es zieht, und der Beton muss auch ausgebessert werden. Die körperschaftseigene Einrichtung „Det røde vandtårn“ möchte den Turm deshalb sanieren. Doch das ist teurer als gedacht.

Wer an das Wahrzeichen der Stadt Hadersleben denkt, hat vermutlich den imposanten Dom vor Augen. Dabei gibt es eine Sehenswürdigkeit, die das altehrwürdige Kirchengebäude im wahrsten Sinne des Wortes klein aussehen lässt: der rote Wasserturm.

Während der 34 Meter hohe Turm von außen erst 2018 für mehr als 3 Millionen Kronen generalüberholt wurde, steht es um das Innere des Bauwerks schlecht, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der körperschaftseigenen Einrichtung „Det røde vandtårn“, Holger Eskildsen.

Der rote Wasserturm ist nicht nur Wahrzeichen der Stadt Hadersleben, sondern auch das Symbol des Kløften Festivals, das seit 40 Jahren am Fuß des Turmes stattfindet. Foto: Karin Riggelsen

Sanierung teurer als der Bau des Turmes

Doch die Kosten für eine Sanierung sind hoch – mit mehr als 4,78 Millionen Kronen zu hoch für die Trägerorganisation. „Das ist ein Vielfaches von dem, was einst der Bau des Turmes gekostet hat“, sagt Eskildsen. 1923 wurden die Baukosten mit etwa 170.000 Kronen veranschlagt.

Die Mitglieder der körperschaftseigenen Einrichtung sind daher aktuell auf Sponsorensuche. „Anderthalb bis zwei Jahre haben wir uns gegeben, um das Geld zusammenzubekommen“, sagt Holger Eskildsen und erklärt sogleich, warum die Zeit so knapp bemessen ist. „Zum 100. Geburtstag des Turmes im Januar 2025 möchten wir die Sanierungsarbeiten gerne abgeschlossen haben.“

Am roten Wasserturm nagt der Zahn der Zeit. An vielen Stellen muss ausgebessert werden, wie der stellvertretende Vorsitzende der körperschaftseigenen Einrichtung „Det røde vandtårn“, Holger Eskildsen, hier demonstriert. Foto: Annika Zepke

Viel Arbeit

Vor allem die Küche und das Bad im Erdgeschoss des roten Backsteinturms, der einst gebaut wurde, um die neu erschlossenen Wohngebiete am Aastrupvej und am Christiansfeldvej mit Wasser zu versorgen, müssen erneuert werden. „Im Bad bildet sich Schimmel an den Wänden“, berichtet Eskildsen. Schuld daran sei neben den mangelnden Heizungsmöglichkeiten im Turm vor allem der Wasserrohrbruch vor zwei Jahren, bei dem etwa 100 Kubikmeter Wasser das Gebäude durchfluteten.

Darüber hinaus muss auch der Beton an einigen Stellen ausgebessert werden. „Und eine neue Wärmepumpe zur Regulierung des Innenklimas brauchen wir auch“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende.

Im Inneren des Turmes empfängt eine Kunstinstallation mit Schmetterlingen die Gäste. Auch in Zukunft soll im roten Wasserturm Platz für Kunst und Kultur sein, meint Holger Eskildsen. Foto: Annika Zepke

Damit der Turm, der seit 1991 außer Betrieb ist, weiterhin als Versammlungsort genutzt werden kann, sollen zudem die ersten drei Etagen mit einer Glaswand isoliert werden. „Wir halten in den ersten beiden Stockwerken Vereinssitzungen ab. Aber es zieht ganz schön durch“, so Eskildsen.

Visionen

In Zukunft sollen auch zwei Dauerausstellungen Einzug in das geschichtsträchtige Bauwerk des dänischen Architekten Peder Gram halten. „In der obersten Etage sollen die Plakate des Kløften Festivals gezeigt werden“, sagt Holger Eskildsen. Im zweiten Stock werden Besucherinnen und Besucher sich über die Geschichte des Wasserturms informieren können, während die erste Etage Sonderausstellungen und Vereinsaktivitäten vorbehalten sei.

Sollten sie das Geld nicht rechtzeitig zusammenbekommen, werden sie die Innenrenovierung etappenweise vornehmen müssen, meint Eskildsen. „Aber das ist etwas ungünstig. Bautechnisch ergibt es nur Sinn, wenn wir mit der obersten Etage anfangen. Dabei ist die Sanierung im Erdgeschoss am dringlichsten.“

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