Grenzkontrollen

Stau: SP und SSW schreiben erneut Brief

Stau: SP und SSW schreiben erneut Brief

Stau: SP und SSW schreiben erneut Brief

Apenrade/Aabenraa
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Die beiden MInderheitenparteien setzen sich für zügigere Kontrollen an den Grenzübergängen ein, damit keine Staus entstehen. Foto: CDU Flensburg

Die Minderheitenparteien fordern mehr Ressourcen an den Grenzübergängen, damit der Verkehr sich nicht staut. Und ein Ende der Kontrollen hält die Sekretärin der SP aufgrund der Corona-Situation für eher unwahrscheinlich.

Erneut fordern die beiden Minderheitenparteien – der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) und die Schleswigsche Partei (SP) – die dänische Regierung auf, „Maßnahmen zu ergreifen, um die vielen Staus an der Grenze zu beenden“, wie es in einem gemeinsamen Brief der Parteivorsitzenden Flemming Meyer (SSW) und Carsten Leth Schmidt (SP) an den dänischen Justizminister Nick Hækkerup (Soz.) heißt.

In dem Brief schreiben die Verfasser, „dass die Situation an der deutsch-dänischen Grenze wegen der Grenzkontrollen nicht mehr hinnehmbar ist für die vielen Pendler und Bewohner des Grenzlandes.“ SSW und SP verweisen auf Rückmeldungen von Berufspendlern, die „verzweifelt sind, weil sie nicht rechtzeitig zur Arbeit kommen können.“

SP: Wartezeit unvorhersehbar

Nach Beobachtungen des „Nordschleswigers“ ist die Staubildung vor allem am Autobahn-Grenzübergang Ellund/Frøslev in jüngster Vergangenheit offenbar rückläufig, was sich in Verbindung mit den ablaufenden Ferien bringen lässt. Ruth Candussi, Sekretärin der Schleswigschen Partei, sagt dazu, es sei vor allem die Unvorhersehbarkeit, die sowohl Grenzpendlern als auch Grenzlandbewohnern das Reisen und das Leben schwer mache. „Man kann auch Glück haben und es gibt nur wenig Wartezeit, aber das ist nicht kalkulierbar.“ Im näheren Umfeld und aus Erzählungen weiß sie, dass Grenzlandbewohner es sich nun zweimal überlegen, ob sie den Grenzübertritt versuchen, allemal von Deutschland nach Dänemark, aber auch andersherum – dann, wenn man am selben Tag wieder zurückreisen möchte.

„Schaden bereits entstanden"

Ruth Candussi ist überzeugt: „Wenn sich die Bewohner des Grenzlandes alles immer zweimal überlegen müssen, ob sie Freunde oder Verwandte jenseits der Grenze besuchen sollen, dann leidet der Zusammenhalt im Grenzland darunter, das in den vergangenen Jahren zusammengewachsen ist.“ Und dies ist für Ruth Candussi kein Blick in die Zukunft. Sie sagt: „Der Schaden ist bereits entstanden.“ In ihrem Brief fordern die beiden Vorsitzenden nochmals, dass die dänische Regierung jetzt handelt und mehr Ressourcen zur Verfügung stellt, damit mehr Spuren oder mehr Grenzübergänge geöffnet werden.

Auch schlagen SP und SSW vor, zu untersuchen, ob einige Grenzübergänge nur für die Bewohner in der Region und für Berufspendler geöffnet werden können, damit diese schneller über die Grenze kommen können.
Die jetzige Handhabung der Grenzkontrolle schade der Mobilität der gesamten Region und die Integrität des deutsch-dänischen Grenzlandes, unterstreichen Meyer und Leth Schmidt noch einmal abschließend.

Candussi: längere Grenzkontrollen wahrscheinlich

Medienberichten zufolge werden sich Politiker in Christiansborg am 12. August zusammensetzen, um über Phase 4 der Wiederöffnung Dänemarks zu beraten. Als das Phasenmodelll im Frühjahr veröffentlicht wurde, ging man in Phase 4 noch optimistisch von der Öffnung des Nachtlebens aus und peilte auch das Zulassen größerer Veranstaltungen an.

Ruth Candussi, Parteisekretärin der SP sieht mit Blick auf die wieder verschlechterte Corona-Situation den Weg zurück in die Normalität als eher unwahrscheinlich an. Deshalb werden sich die Grenzkontrollen ihrer Meinung nach leider noch über einen längeren Zeitraum hinziehen. Es sei deshalb von größter Wichtigkeit, diese Kontrollen besser zu organisieren, damit Kontrollen schneller abgewickelt werden und der Verkehr besser fließt. Die jetzige Situation sei nicht hinnehmbar.

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