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„Ruhe bitte – Film ab im Freibad!“

„Ruhe bitte – Film ab im Freibad!“

„Ruhe bitte – Film ab im Freibad!“

Bülderup/Bylderup
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Filmdreh im Bülderuper Freibad Foto: Karin Riggelsen

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Das Freibad in Bülderup ist eine Woche lang Kulisse für einen Kurzfilm. Mittendrin Thea Paulsen. Sie stammt aus Bülderup und hat sich als Mitproduzentin für das Drehen in ihrem Heimatort starkgemacht. Vor die Kamera kommen auch Ortsansässige.

Ein Hauch von Hollywood ist in diesen Tagen im Bülderuper Freibad zu erleben.

Eine Filmcrew aus Aarhus wird bis Sonnabend die Krimikomödie „Nordens Miami“ in den Kasten bringen.

Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist ein Eiswagen am Wasser. Das Bülderuper Freibad ist dafür eine gute Location, dachte sich Thea Paulsen.

Sie stammt aus Bülderup und gehört zu der Hauptinitiatorinnen und -initiatoren des Filmprojekts. Die 23-Jährige studiert Film in Aarhus und hat sich mit Kommilitoninnen und Kommilitonen zusammengetan.

Filmemacherin Thea Paulsen im Freibad ihres Heimatortes Foto: Karin Riggelsen

Dass alles nun in Bülderup stattfindet, ist Thea Paulsen zu verdanken.

„Wir sind eine Initiatorengruppe von sechs Leuten, die von Freundinnen und Freunden unterstützt werden“, erzählt die 23-Jährige bei einer Drehpause im Bülderuper Freibad.

Aus freien Stücken

Das Projekt sei kein Teil des Studiums, sondern ist aus reinem Interesse und Freude am Filmemachen in die Wege geleitet worden.

„Wir wollten einfach mal ganz frei, ohne Vorgaben und nach eigenen Vorstellungen, einen Kurzfilm drehen“, so Thea Paulsen.

Sie ist im dritten Semester ihres Masterstudiums, hat die Filmerei aber schon länger für sich entdeckt.

„Es begann in der Volksschule, als ich für eine Projektaufgabe einen Film erstellte und zusammenschnitt. Bei der Projektaufgabe im darauffolgenden Jahr wurde es erneut ein Film. Es hat mich fasziniert und wurde meine große Leidenschaft“, so die Lokalmatadorin.

Um am Filmset möglichst schnell und effektiv zu sein, ist ein Wal­kie-Tal­kie für Planerin Thea Paulsen ein ganz wichtiges Gerät. Foto: Karin Riggelsen

Noch vor dem Studienbeginn hat sie mit dem Erstellen von Filmen gearbeitet. Mit Beginn des Studiums wurde sie von einer Produktionsfirma angeheuert und verfügt bereits über einige Erfahrung als Filmproduzentin.

Die Erfahrung lässt sie in enger Kooperation mit ihren Crewkolleginnen- und -kollegen nun bei der Produktion des Kurzfilmes einfließen.

Große Unterstützung aus dem Ort

Eine Woche lang steht den Kurzfilmern das Bülderuper Freibad zur Verfügung.

„Die Unterstützung hier vor Ort ist phänomenal. Der Bürgerverein hat für uns ganz viel die Werbetrommel gerührt“, freut sich Thea Paulsen über das Zutun ihrer „Landsleute“ aus Nordschleswig.

„Es ist ja eine Low-Budget-Produktion, weshalb wir über jede Unterstützung dankbar sind“, sagt die Producerin.

Das professionelle Equipment ist gemietet worden. „Wir haben da unter anderem gute Verbindungen zu Aarhus Filmby (Film- und Medieninstitution, red. Anm.)“, erwähnt Thea Paulsen.

Dreh- und Angelpunkt des Kurzfilms ist ein Eiswagen. Foto: Karin Riggelsen

Die Gerätschaften sind nicht zu knapp. Es wirkt alles sehr professionell und ausgeklügelt. Man wolle halt keine halben Sachen machen und nichts dem Zufall überlassen, so die Planerin.

Akribische Arbeit

Große Spiegel für den Lichteinfall, Mikrofone an langen Stangen über den Köpfen der Akteure, Kamera mit Kamerastuhl und die obligatorische Klappe für das Ansagen und Anzeigen der Filmszenen: In Bülderup kommt man sich ein wenig vor wie in einem großen Filmstudio.

Das legendäre „Ruhe bitte - Film ab" des Regisseurs ist ebenfalls zu hören.

Auch bei der Kulisse haben sich die jungen Filmemacher viel Mühe gegeben, damit alles stimmig ist.

„Die Handlung spielt ja in den 80er Jahren. Da gilt es, auf vieles zu achten. Das Freibad und die Sporthallentrakte passen da zeitlich gut rein“, erwähnt die 23-Jährige, als sich die gesamte Crew gerade in der Sporthallencafeteria zum gemeinsamen Mittagessen einfindet.

Badegäste aus den 80er Jahren Foto: Karin Riggelsen

Etwas mehr als 20 Personen gehören dem Filmteam an. Eine geeignete und bezahlbare Unterkunft hat Thea Paulsen dank ihrer Ortskenntnisse ausfindig machen können.

Wohnen im Pfadfinderlager

„Wir sind im Pfadfinderlager in Rapstedt untergebracht.“

Zur Crew mit Schauspielerinnen und Schauspielern, Nebendarstellerinnen und Nebendarstellern, Technikern, Regisseur, Autor und Produktionsleiterinnen und -leitern gesellen sich im Laufe der Woche Statisten aus dem Ort dazu.

„Es sind unter anderem Kinder dabei. Einige bekommen eine besondere Aufgabe und müssen beispielsweise durchs Bild schlendern“, erzählt Thea Paulsen.

Mittagspause für die Filmcrew in der Cafeteria des angrenzenden Sportcenters Foto: Karin Riggelsen

Für die Kurzauftritte müssen die Laiendarsteller entsprechend eingewiesen werden, um ein möglichst realistisches und natürliches Bild abzugeben.

Es gibt so manche Verhaltensregeln, und es gibt ein absolutes No-Go, das auf der ganzen Welt gilt: Als Statist bloß nicht in die Kamera gucken!

Lange Nachbereitung

Der Film wird 20 Minuten lang, verrät Thea Paulsen. Als Dank für die Unterstützung beim Drehen „wird er auf jeden Fall den Ortsansässigen hier gezeigt“.

Darüber hinaus wird die Krimikomödie an verschiedene Kurzfilmfestivals geschickt, „mit der Hoffnung, dass er dort gezeigt wird“, sagt die Produzentin aus Bülderup.

Sollte gar eine Prämierung herausspringen, dann wäre das natürlich das i-Tüpfelchen.

„Das ist ja der Traum jeden Filmemachers“, so Thea Paulsen.

Vielleicht kann das Ambiente des Bülderuper Freibades ja zu einer erfolgreichen Bewertung beitragen!

Mit der Premiere wird es allerdings noch etwas dauern. Auch wenn der Dreh nur eine Woche in Anspruch nahm, der Film wird erst in rund einem halben Jahr fertig sein.

„Es folgen jetzt die Nachbereitung und das Schneiden. Das dauert seine Zeit“, so Thea Paulsen.

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