Umwelt & Natur

Dänemark ist Europas naturärmstes Land

Dänemark ist Europas naturärmstes Land

Dänemark ist Europas naturärmstes Land

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Kopenhagen/Apenrade
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Dänemark ist nicht besonders dicht besiedelt. Doch landwirtschaftlich genutzte Flächen gelten nicht als Natur. Foto: Cornelius von Tiedemann

Drei Viertel aller Naturflächen Dänemarks gehören Privatpersonen. Besonders in dünn besiedelten Gebieten ist die Natur Privatbesitz, zeigt eine neue Studie. Und sie zeigt auch: Dänemark ist das Land in der EU mit dem mit Abstand kleinsten Anteil an Naturfläche.

In Dänemarks Kommunen gibt es große Unterschiede, wieviel Natur den Bürgern zur Verfügung steht – und welche Art von Natur. In einer neuen Analyse mit dem Titel „Størstedelen af de danske natur arealer er ejet af private“ hat die Statistikbehörde Danmarks Statistik diese Aspekte untersucht. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Naturgebiete machen rund ein Viertel Dänemarks aus, das entspricht 1.840 Quadratmetern Natur pro Einwohner.
  • Die Hälfte dieser Naturflächen sind Wald. Wiesen, Heiden, Moore und andere offene Flächen machen 36 Prozent der Naturfläche aus, Wasserläufe und Seen neun Prozent, Parks und andere Grünanlagen vier Prozent.
  • 20 Prozent der dänischen Naturflächen gehören dem Staat, sechs Prozent den Kommunen. Privatpersonen, Vereine, Unternehmen und andere private Akteure besitzen 74 Prozent der dänischen Naturflächen.
  • Landesweit gibt es 950 Quadratmeter Wald pro Kopf. Die Unterschiede sind jedoch groß. Im dicht besiedelten Frederiksberg sind es nur 0,1 Quadratmeter – auf Læsø 14.400 Quadratmeter.

Dänemark Europas naturärmstes Land

Die dänische Statistikbehörde zählt Grünanlagen wie Parks, Golf- oder Campingplätze zu den Naturgebieten – private Gärten aber nicht – und kommt so auf 25 Prozent Naturfläche in Dänemark. Dennoch ist Dänemark das europäische Land mit dem mit Abstand wenigsten Anteil an Naturflächen. Nur die karge Mittelmeerinsel Malta befindet sich noch in der statistischen Nähe. In Dänemark ist zum Beispiel nur rund ein Achtel der Landesfläche bewaldet – in Deutschland ist es fast ein Drittel.

Das liegt, zeigt die Statistik, nicht an Siedlungs- oder Verkehrsflächen, sondern in Dänemark vor allem an der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung des Landes. 50 Prozent der Landesfläche sind laut EU-Statistik „Lucas“ in Dänemark landwirtschaftlich kultiviert, die dänische Statistikbehörde selbst, die anders rechnet, gibt sogar 61 Prozent der Fäche als landwirtschaftlich genutzt an. Der Schnitt in Europa liegt bei unter 25 Prozent.

Allerdings: Naturschöne Gebiete wie Buchten und Fjorde werden in der Statistik nicht berücksichtigt, da sie in den Erhebungen über Grundbesitz nicht aufgeführt werden.

Mit mehr als 274 Quadratkilometern Naturfläche gehört Tondern zu den grünsten Kommunen Dänemarks. Die Top-10 liegen übrigens alle in Jütland. Dafür sind vor allen in und um Kopenhagen besonders viele Naturflächen in öffentlichem, kommunalen Besitz.

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