Verkehr

Fahrradverband fürchtet Schnellräder auf Radwegen

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Kopenhagen
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Foto: dpa (Symbolfoto)

Ab Sonntag dürfen sogenannte Speedpedelecs mit bis zu 45 km/h auf Radwegen unterwegs sein – und die Branchenvereinigung der dänischen Radfahrer warnt vor Unfällen auf vielbefahrenen Strecken.

Ab kommenden Sonntag dürfen sogenannte Speedpedelecs, also besonders schnell fahrende E-Fahrräder, auf den Radwegen im Land unterwegs sein. Das gilt für Wege zwischen Warnitz und Baurup ebenso wie inmitten des Kopenhagener Stadtverkehrs.

Mit maximal 45 Kilometer in der Stunde sind die Speed-Räder sehr viel schneller unterwegs als normale Räder oder E-Fahrzeuge. Der Verbund der dänischen Radfahrer, Cyklistforbundet, Klaus Bondam, hält die Erlaubnis, die im Rahmen einer Probephase ausgesprochen wurde, für „vollständig undurchdacht“ und warnt vor gefährlichen Situationen. „Speedpedelecs dürfen mit 45 km/h genauso schnell fahren wie ein Mofa. Die Erlaubnis, dass man sich mit so einem Fahrzeug in den Stadtverkehr mischen darf, wo die Radwege oft sehr hoch frequentiert sind, ist gedankenlos, unverantwortlich und schafft extrem gefährliche Situationen“, so die düstere Prognose des Direktors.

Weder Führerschein noch Kennzeichen sind erforderlich

Bislang werden die Schnellräder wie Mofas kategorisiert. Die neuen Regeln sehen vor, dass weder Führerschein noch Kennzeichen erforderlich sind. Die Altersgrenze wird zudem von 18 auf 15 runtergesetzt. „Es ergibt doch keinen Sinn, dass man als Mofafahrer auf der Straße fahren, einen Helm tragen und 18 Jahre sein muss, während 15-Jährige ebenso schnell auf dem Radweg fahren dürfen, nur mit einem Fahrradhelm“, gibt Bondam zu bedenken. Zudem seien die Radwege nicht auf diese Geschwindigkeit ausgelegt, beispielsweise was Kurven oder Wegesbreite betrifft. Man sei keineswegs gegen die schnellen E-Räder, unterstreicht Bondam. „Die Speedpedelecs eröffnen neue Möglichkeiten, um den Transport auf dem Land und zwischen den Städten zu stärken. Es ist enorm bereichernd für die Gesundheit im ganzen Land, wenn mehr Menschen radfahren. Das ändert aber nichts daran, dass wir die Speedpedelecs nicht inmitten des Radwegeverkehrs sehen wollen.“

Sein Verband fordert den zuständigen Minister sowie die Sprecher für Transportangelegenheiten auf, die Zulassung zu differenzieren. „So können wir die Möglichkeiten ausnutzen und die Mobilität stärken und auf der anderen Seite gefährliche Situationen vermeiden“, so Klaus Bondam. Der transportpolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Rasmus Prehn, will Transportminister Ole Birk Olesen (LA) schnellstmöglich in einer Anhörung sehen. Prehn twitterte am Mittwoch, dass von 45 km/h nie die Rede gewesen sei, als die Sozialdemokraten der Änderung im Verkehrsgesetz zugestimmt hatten. Wie lange der Versuch laufen soll, ist nicht bekannt.

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