Tunnel

Planfeststellungsbeschluss zur Fehmarnbeltquerung nun auch formell erlassen

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Kiel/Kopenhagen
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Das Planfeststellungsverfahren für den Fehmarnbelttunnel ist nun auch formell unter Dach und Fach. Bevor gebaut wird, wird der Plan ausgelegt. Das Verkehrsministerium in Schleswig-Holstein erwartet Klagen, ist aber frohen Mutes.

Der zum Jahreswechsel vorgelegte Planfeststellungsbeschluss für den Fehmarnbelttunnel zwischen Puttgarden und Rødby ist nun auch formell erlassen. Dies teilte am Donnerstag das schleswig-holsteinische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus mit. In einem Planfeststellungsverfahren wird geprüft, ob der Staat eine Baugenehmigung bei größeren Vorhaben erteilt oder diese verwehrt.

Laut Ministerium ist der Beschluss für den deutschen Abschnitt des knapp 18 Kilometer langen Tunnelbauwerks über 1.300 Seiten stark. Ab Mitte März soll dieser dann zuzüglich je 51 Aktenordnern Planunterlagen an zwölf Stellen auf Fehmarn und im Raum Ostholstein sowie im Infrastrukturministerium von Mecklenburg-Vorpommern öffentlich ausgelegt werden.

Gegen das Tunnelprojekt mit einem Investitionsvolumen von über 7 Milliarden Euro waren nach Angaben des Ministeriums im Planfeststellungsverfahren auf deutscher Seite insgesamt 12.600 Einwendungen erhoben worden, auf dänischer Seite 42. Nach der zweiwöchigen Auslegung aller Unterlagen im März – die auch im Internet einsehbar sein werden – haben potenzielle Kläger einen Monat Zeit, ihre Klagen beim Bundesverwaltungsgericht einzureichen.

"Da bereits Klagen angekündigt sind, können wir uns natürlich noch nicht einfach zurücklehnen. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass unsere Planfeststellungsbehörde einen gerichtsfesten Beschluss vorgelegt hat, der auch die nächste Hürde vor dem Bundesverwaltungsgericht nehmen wird", sagte Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs.

Reiner Perau, geschäftsführender Direktor der Deutsch-Dänischen Handelskammer, begrüßt die Entscheidung; man habe jahrelang auf sie gewartet, so Perau. Viele Dänen seien mit der Länge des Verfahrens nicht einverstanden gewesen, erinnert Perau. Seiner Ansicht nach ist das Wichtigste zu wissen, dass die Verbindung kommt, nicht wann sie kommt.

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