Kunst

Das Pferd ist für Andreas Welin eine große Herausforderung

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Andreas Welin bei der Arbeit auf dem Kran

Bald können alle neben der alten Brücke auf Alsen an einer großen Wand eine Ringreiterin auf ihrem Pferd sehen.

Für einen Künstler, der mehr als 400 Wände in vielen Ländern verziert hat, gehört es zu den alltäglichen Sachen, sich auf einem mit Plastik eingehüllten Korb zwischen einer Flut von Graffiti-Spraydosen, Lappen und großen Pinseln stehend, mithilfe eines Krans diverse Meter hochhieven zu lassen.

Viele der Passanten der Christian X-Brücke werden sich bestimmt wundern, wie in einer solch schwindelnden Höhe kreativ gearbeitet werden kann.

Einweihung am 11. Juli

Blick von der Christian X. Brücke

Aber das kann er – der 28-jährige Andreas Welin, der stundenlang sprayt und malt, um bis zum 11. Juli fertig zu sein. Dann soll die stolze Ringreiterin auf dem schönen braunen Pferd offiziell von der Stiftung „Uwe Wolff Fond", dem Sonderburger Ringreiterverein und der Kommune eingeweiht werden.

Andreas Welin kommt aus Sonderburg, wohnt nun aber mit seiner Freundin in Belgien. Für das Ringreiterprojekt ist er mehrere Wochen am Alsensund (Alssund)

„Das ist doch toll mit einem Ringreiter-Bild gerade hier an dieser Wand“, stellt er zufrieden fest.

Auf der entgegengesetzten Seite des Gebäudes Richtung früheres Hafenbüro zieht sein Pfadfinderlagermotiv von 2017 viele Blicke auf sich.

Andreas Welin

Er hat mit Absicht eine Reiterin und keinen Reiter gewählt. Früher wurden immer Skulpturen mit großen Königen auf einem Pferd angefertigt. Es war ein Statussymbol. Die Personen waren im Verhältnis zum Pferd eigentlich zu groß. „Deshalb wünschte ich mir eine Frau in der natürlichen Größe“, so Andreas Welin.

Übung macht den Meister

Geht alles glatt, wird sein neues großes Kunstwerk in einer Woche fertig sein. Bei Regen kann nicht gemalt werden, dann bleibt der Korb des hohen Krans unten. An einigen Tagen läuft es sogar bei einem so gewieften Künstler wie ihm nicht optimal. „Dann muss man am nächsten Tag halt wieder alles korrigieren“, so der 28-Jährige.

Er hat schon viel gemalt: „Aber das Pferd ist wirklich kein leichtes Motiv. Diese enorme Anatomie und die Positur. Ich habe in den vergangenen Monaten wohl Hunderte von Pferden gemalt“, stellt er fest. Von der Brücke wird sein Werk oft kommentiert. „Aber sie sind alle begeistert. Immer nur ,thumbs up’“, meint er.

Unten hat Andreas Welin noch die Farben für das Werk ausprobiert.

Welin hat sich weiterentwickelt

Dass er auch die andere Seite desselben Gebäudes vor vier Jahren im Zuge des großen Pfadfinderlagers auf Alsen bemalt hat, auch darüber freut sich der junge Künstler.

„Ich kann sehen, dass mein Ausdruck damals ganz anders war. Ich bin weitergekommen. Heute habe ich einen erwachseneren Stil“, erklärt der Künstler, der wieder in den Korb krabbelt und sich hochhieven lässt. Schluss mit der Pause – er muss weitermalen.

Andreas Welin hoch oben beim Kopf des Pferdes