Infrastruktur

100 Millionen Euro für neue Bahnhöfe und Gleise in Flensburg

100 Millionen Euro sollen in Weiche und Flensburg investiert werden.

Das Land Schleswig-Holstein will offenbar erhebliche Summen für eine neue Bahn-Infrastruktur in Flensburg bereitstellen.

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Zusammenfassung

  • Schleswig-Holstein stellt 100 Millionen Euro aus Bundesmitteln für neue Bahn-Infrastruktur in Flensburg bereit.
  • Geplant sind ein Regionalbahnhof am ZOB, ein Fernbahnhof in Weiche und neue Verbindungskurven im Bereich des Knotens Flensburg.
  • Noch offen sind Gesamtkosten, ein möglicher Halt von Fernzügen sowie Konflikte mit dem Naturschutz im Scherrebektal.

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Ein neuer Regional-Bahnhof am ZOB und ein Fernbahnhof in Weiche: Die Pläne für dieses Mega-Projekt werden offenbar immer realistischer. Am Montag hat die Landesregierung bekanntgegeben, dass sie für dieses Vorhaben 100 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes bereitstellen will. Bislang hatte das Land für diese Vorhaben lediglich 20 Millionen Euro angekündigt.

Dabei geht es um den Innenstadt-Bahnhof, Verbindungskurven, die zum ZOB führen und um den „Knoten Flensburg“. Wie Wirtschaftsministeriums-Sprecher Harald Haase auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt, ist mit „Knoten“ der geplante Fernbahn-Halt in Weiche und seine Anbindung an die Regionalbahn gemeint.

Die Flensburger Kommunalpolitik setzt sich bereits seit Jahren für einen neuen Bahnsteig in Weiche ein. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass die Intercity-Züge von und nach Dänemark dort halten werden. Derzeit fahren die Fernzüge zwischen Hamburg und Kopenhagen ohne Stopp an Flensburg vorbei. Die Bahn begründet das mit dem Zeitverlust, den ein Abstecher zum Bahnhof bedeuten würde.

Halten wieder mehr Fernzüge in Flensburg?

Auch wenn jetzt die Finanzierung deutlich realistischer geworden ist, bleiben noch zahlreiche Fragen offen. Es gibt noch keine verlässlichen Angaben zu den Gesamtkosten. 

Zudem ist noch völlig unklar, ob überhaupt Fernzüge am neuen Fernbahnhof halten würden. Die Bahn AG plant, ihre Intercitys über Lübeck und Fehmarn fahren zu lassen, sobald der neue Belt-Tunnel in Betrieb geht.

Für die Reaktivierung der seit vielen Jahren ungenutzten Schienen zum ZOB gibt es bislang allenfalls Vorüberlegungen. Vor einem Jahr hatte das Land Geld für Voruntersuchungen freigegeben. Offen ist auch, was aus dem existierenden Flensburger Bahnhof wird, wenn die beiden neuen Bahnhöfe in Betrieb gehen.

Verbindungskurve quer durchs Biotop Scherrebektal?

So, wie Gleise derzeit verlaufen, könnten zwar Züge aus Hamburg und Schleswig direkt zum neuen Regionalbahn-Halt am ZOB fahren, nicht aber Züge aus Kiel und Süderbrarup. Sie müssten vom bestehenden Flensburger Bahnhof aus erst bis kurz vor Weiche weiterfahren und dann zurückstoppen zur Abzweigung im Wilhelminental. 

Um dieses Problem zu lösen, gibt es Überlegungen für eine neue Verbindungskurve westlich der B200. Dagegen haben allerdings Naturschützer bereits Protest angekündigt, weil die neuen Gleise mitten durch das Biotop Scherrebektal verlaufen könnten.

Einen Zeitplan für den Bau der neuen Bahn-Infrastruktur für Flensburg gibt es noch nicht. Die Kieler Verkehrs-Staatssekretärin Susanne Henckel und die Bahn-Bevollmächtigte für Schleswig-Holstein, Ute Plambeck, sprachen am Montag jedoch davon, dass die jetzt vorgestellten Ausbau-Projekte in den nächsten zwei Jahren angeschoben werden sollen. 

Landesweit geht es um 900 Millionen Euro für Investitionen in die Bahn-Infrastruktur. Die Flensburger Bahnhöfe sind dabei der drittgrößte Posten nach dem Ausbau der Elektrifizierung zwischen Neumünster und Bad Oldesloe (400 Millionen) und der Reaktivierung der Strecke Geesthacht-Bergedorf (180 Millionen).