Deutsche Schule Rapstedt

Trauriges Ende „der schönsten 17 Jahre meines beruflichen Lebens“

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Andrea Grünberg-Richter auf dem Schulhof in Rapstedt. Dass die Schule und der angrenzende Kindergarten nicht mehr vom Deutschen Schul- und Sprachverein unterstützt werden und beide Einrichtungen voraussichtlich schließen müssen, macht die erfahrene Lehrkraft traurig. 17 Jahre lang war sie in Rapstedt tätig.

Die Deutsche Schule Rapstedt bezeichnet Lehrerin Andrea Grünberg-Richter als ihr zweites Zuhause und als Herzensangelegenheit. Die Schule habe etwas Besonderes zu bieten. Umso schmerzlicher sei es, dass der Schulträger die Schließung empfiehlt. Einblicke in die Gefühlswelt der Pädagogin.

Sie könne es noch gar nicht fassen, dass die Schule nach 75-jähriger Existenz dem Aus entgegensteuert. Es mache sie traurig und erfülle sie mit großer Wehmut, sagt Andrea Grünberg-Richter, Lehrerin an der Deutschen Schule Rapstedt.

„Es schmerzt. Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf meine 17 Jahre an der Schule zurück. Es waren die schönsten Jahre meines beruflichen Lebens“, so die 66-Jährige betrübt.

Ein anderes Ende gewünscht

Sie hätte gern noch ein paar Jahre an der Schule rangehängt und ihre Laufbahn am liebsten an ihrer geliebten Schule beendet. Nun kommt es anders. „Für den Ruhestand bin ich noch nicht bereit. Ich möchte weiterarbeiten und werde mich nach etwas umsehen“, sagt die Pädagogin.

Die Schule habe ein besonderes Flair. Lehrkräfte und Elternvertreterinnen und -vertreter haben über die Jahre viel Herzblut in die Schule gesteckt. Es herrscht ein besonderes Miteinander, so Grünberg-Richter. Umso bedauerlicher sei die Entscheidung des Deutschen Schul- und Sprachvereins und des BDN (Bund Deutscher Nordschleswiger), die Schule und den Kindergarten nicht mehr zu unterstützen und die Schließung zu empfehlen.

„Die Gemeinschaft, das Beste aus zwei Kulturen und ein besonderer Unterrichtsalltag. Ich finde es schade, dass das wegfallen soll. Rapstedt ist eine tolle Schule und ein wichtiger Teil meines Lebens“, so Grünberg-Richter spürbar ergriffen.

Andrea Grünberg-Richter hat die Kinder und die gesamte Schule in Rapstedt in ihr Herz geschlossen.

Sie hätte sich mehr Rückendeckung und Solidarität gewünscht, sagt die Pädagogin. „Das habe ich anders erlebt. Ob beim Lockout (2013, red. Anm.) damals noch in der Zeit von Schulrat Claus Diedrichsen und auch danach, als Anke Tästensen Schulrätin war: Wir haben in schwierigen Phasen stets Zuspruch und Rückendeckung vom DSSV erfahren. Schade, dass es jetzt anders ist.“

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