Deutsche Minderheit

„Die Solidarität war greifbar“: Volles Haus beim Lottospielen in Rapstedt

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Die Tischreihen beim Lottospiel der Deutschen Schule Rapstedt waren allesamt belegt.

Dass eine Schließung von Kindergarten und Schule in Rapstedt ins Spiel gebracht wurde, ruft offensichtlich viele Unterstützende auf den Plan. Beim Lottospielabend der Schule war die Turnhalle rappelvoll. Auch Lehrkräfte und Vertreterinnen und Vertreter anderer Schulen nahmen teil.

„Mehr gingen nicht hinein, und die Spendenbereitschaft war enorm.“ Jan Röhrig, Leiter der Deutschen Schule Rapstedt, blickt erfreut und dankbar auf die Resonanz beim traditionellen Lottospielabend zurück, dessen Erlös in erster Linie den Kindern zugutekommt. 

Die Schulturnhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Rund 130 Lottospielende jeden Alters kamen. Es sei eine große Solidarität zu spüren gewesen angesichts des drohenden Schließens der Schule und des Kindergartens, so Röhrig. 

Die Schließung hatte der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) aus wirtschaftlichen Gründen und mangels Perspektiven für die Einrichtungen in Rapstedt und auch in Lunden empfohlen. Die Einrichtungen wollen dem gegensteuern und hoffen, mit einem Konzept weiterhin auf die Unterstützung des DSSV bauen zu können. 

Wohltuende Rückendeckung

Bei dieser Mission war die Rückendeckung, wie sie beim Lottospielabend zum Ausdruck kam, wohltuend, so der Schulleiter. Lehrkräfte und Vertreterinnen und Vertreter anderer Schulen, ehemalige Schülerinnen und Schüler, Eltern und auch Sympathisanten außerhalb des Rapstedter Schulumfelds nahmen teil. 

Große Resonanz hatte kürzlich auch das Laternelaufen, bei dem man im Vorfeld die dänische Schule zum Laternebasteln eingeladen hatte. Beim Umzug durch den Ort waren auch Fackeltragende des örtlichen Pfadfindervereins dabei, berichtet Röhrig.

Unterstützung gab es nun auch beim Lottospielabend. „Die Solidarität mit der Schule war greifbar“, sagt auch Tingleffs Büchereileiterin Mareike Poté. Sie nahm ebenfalls am Lottospielabend teil. 

Auch beim Laternelaufen gab es großen Zuspruch.
Dem Laternelaufen ging wieder ein gemeinsames Laternebasteln mit Kindern der dänischen Schule voraus.

Als Büchereileiterin hat sie Klassen und Kindergartenkinder aus Rapstedt des Öfteren zu Gast oder besucht sie vor Ort, um sie mit in die Welt der Bücher zu nehmen. Eine Schließung würde sie bedauern, so Poté.

Ob beim Kartenverkauf oder bei Sonderaktionen im Laufe des Lottospielabends: „Aufs Geld wurde kaum geachtet. Die Leute waren sehr großzügig und setzten ein klares Zeichen für die Einrichtungen in Rapstedt“, so die Beobachtung der Büchereileiterin.

Große und kleine Gesten

Ihre Sympathie für die Einrichtungen konnten die Gäste auch mittels einer Fotobox zum Ausdruck bringen. „Die Box stellte uns Stephan Gottschalk kostenlos zur Verfügung. Die Gäste konnten damit Unterstützerfotos machen“, berichtet der Schulleiter.

Nicht nur Jan Röhrig blickt der Entscheidung im DSSV zur Zukunft der Rapstedter Einrichtungen mit einer gehörigen Portion Anspannung entgegen. 

Die Vorstandsmitglieder freuten sich über die Beteiligung am Lottoabend und sind gewillt, sich mit vereinten Kräften für den Erhalt der Rapstedter Schule einzusetzen.

Am 17. November ist Einsendeschluss für das Konzept von Schule und Kindergarten, mit dem eine Schließung im optimalen Fall abgewendet werden kann. Für denselben Abend ist in Rapstedt wie auch in Lunden ein Rundgang und ein Austausch mit den Verantwortlichen des DSSV und des übergeordneten BDN (Bund Deutscher Nordschleswiger) geplant. 

Am 24. November folgt noch eine Präsentationsrunde für die jeweiligen Konzepte. Erst danach wird entschieden, ob an der Empfehlung einer Schließung festgehalten wird. 

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