Bildungswesen

Neue dänische Privatschule in Pattburg geplant – gemischte Gefühle bei der deutschen

Veröffentlicht Geändert
In diesen Trakten am Frøslevvej soll eine „Friskole" den Betrieb aufnehmen.

Eine Initiatorengruppe möchte eine Privatschule gründen und setzt auf einen etwas anderen Unterrichtsalltag. In der Deutschen Schule Pattburg lässt das Unterfangen aufhorchen. Die Vorsitzende sieht einen gewissen Konkurrenzdruck, macht sich letztlich aber keine großen Sorgen.

In den Trakten am Frøslevvej 79 in Pattburg/Frøslee (Frøslev), wo sich eine Schulfreizeitordnung (SFO) befand, ist eine neue Privatschule geplant. Dort soll „Padborg FRIskole“ bald den Betrieb aufnehmen. Eine Initiatorengruppe hat daran gearbeitet, die Voraussetzungen zur Gründung einer Privatschule (Friskole) zu schaffen und die staatlichen Kriterien zu erfüllen.

In Kürze findet ein Tag der offenen Tür statt, bei dem sich Interessierte und allen voran Eltern potenzieller Schülerinnen und Schüler über die Einrichtung und deren Konzept informieren können.

Ziel ist es laut den Initiatoren, schon im August dieses Jahres den Betrieb aufzunehmen. Anträge bei den zuständigen Stellen, darunter Kommune und Ministerium, sind gestellt.

Konkurrenz in der Schullandschaft

Die Pläne für eine Privatschule sind auch den Verantwortlichen der Deutschen Schule Pattburg nicht entgangen. Die neue Schule, die mit anderer und individuellerer Förderung der künftigen Schülerinnen und Schüler sowie großer Mitbestimmung der Elternschaft wirbt, ist eine weitere Konkurrentin in der Schullandschaft.

„Wir beobachten natürlich, was sich da tut und werden ein Auge auf die Schule halten“, so die Reaktion von Beatrice Schneider, Vorsitzende der Deutschen Schule Pattburg.

Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass eine neue Privatschule eine Konkurrenz darstelle. Darüber müsse man sich im Klaren sein.

Schulvereinsvorsitzende Beatrice Schneider ist zuversichtlich, dass die geplante neue Privatschule in Pattburg der deutschen nicht das Wasser abgräbt (Archivfoto).

Angst und bange sei ihr aber nicht, betont Beatrice Schneider. „Ich finde, wir haben eine gut funktionierende Schule, die viel zu bieten hat und in der gute Arbeit geleistet wird. Verstecken müssen wir uns nicht, und ich glaube auch nicht, dass wir uns große Sorgen machen müssen“, so Schneider.

Alleinstellungsmerkmal bleibt

Wie die deutsche Schule wird die neue Privatschule mit einer überschaubaren Größe punkten können. Als Schule der deutschen Minderheit habe man allerdings ein Alleinstellungsmerkmal. Für Beatrice Schneider ist das der entscheidende Faktor dafür, dass eine angemessene Zahl an Eltern auch weiterhin die Minderheitenschule für ihr Kind wählen werden.

An der geplanten neuen Einrichtung müssen die Eltern ein monatliches Schulgeld zahlen, das aktuell auf 900 Kronen (Klassen 0 bis 3) bzw. 1.200 Kronen (Klassen 4 bis 9) festgelegt ist. Das geht aus der Homepage hervor.

Privatschulen erhalten 76 Prozent des staatlichen Pro-kopf-Zuschusses und müssen eigene Mittel stellen. Diese Einstufung gab es lange Zeit auch bei den deutschen Schulen in Nordschleswig, ehe sie mit kommunalen Einrichtungen gleichgestellt wurden.

Jeder hat das Recht, eine private (freie) Schule in Dänemark zu gründen. Voraussetzung ist die Gründung eines Trägervereins. Um Zuschüsse vom Staat zu erhalten, müssen die Vorgaben des Privatschulgesetzes (friskolelov) eingehalten werden. Die Lehrkräfte sind nach geltenden Tarifabkommen zu besolden. Das pädagogische Denken der einzelnen Schulen und Ansichten darüber, wie Kinder lernen, können je nach Wertegrundlage der Schulen unterschiedlich sein. Das Ministerium führt die allgemeine Aufsicht. In Dänemark gibt es 544 Freischulen (Stand August 2024). Im Schuljahr 2022/2023 betrug die Gesamtzahl der Freischulkinder 122.206. Das entspricht 18 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Dänemark.

Quellen: Børne- og Undervisningsministerium, Friskolerne, Friskolelov