Stromversorgung

Fackelzug gegen Masten im Alleingang

Fackelzug gegen Masten im Alleingang

Fackelzug gegen Masten im Alleingang

Tondern/Tønder
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Anette Abildgaard Larsen und ihre Partei planen im Alleingang den Fackelumzug. Foto: Konservative

Als Oberhaupt der Kommune Tondern wundert sich Bürgermeister Henrik Frandsen über den Alleingang der Konservativen, einen Fackelumzug im Protest gegen die geplanten Strommasten durchzuführen. Dennoch lobt er die lokale Initiative. Man liege schließlich in der Kritik auf Wellenlänge.

Der gesamte Stadtrat in Tondern übt Kritik an den Plänen, dass in der Kommune nur fünf Kilometer Erdkabel im Zuge der neuen Westküsten-Stromtrasse verlegt werden sollen. Übrig bleiben oberirdische Leitungen auf 100 Strommasten. Im „Alleingang“ hat Stadtratsmitglied Anette Abildgaard Larsen (Kons.) die Initiative für die Durchführung des Fackelumzugs ergriffen, ohne die anderen im Stadtrat vertretenen Parteien zu informieren oder dazu aufzufordern, mitzumachen.

Unterstützung von zwei politischen Kollegen

„Aber ich habe zum Beispiel meine beiden Stadtratskollegen Claus Hansen (Liberale Allianz, Anm. d. Red.) und Jens Møller (fraktionslos, Anm. d. Red.) als Koordinatoren in Lügumkloster gewinnen können“, berichtet die Politikerin. Sie wolle auch in den fünf anderen Westküstenkommunen, die von der Stromautobahn betroffen sind, fragen, ob sie sich der Idee anschließen wollen. Dass sie Erdkabel auf der gesamten Länge der Stromtrasse von 170 km fordert, sei vielleicht ein bisschen zu viel des Guten, aber das schade nicht, meint Abildgaard Larsen.

Nicht die ganze Wahrheit

Sie glaubt, dass die Öffentlichkeit nicht die ganze Wahrheit über dieses Projekt zu wissen bekommen hat. „Wenn sogenannte Fachleute behaupten, dass eine Lösung mit mehr Erdkabeln technisch nicht möglich ist, frage ich mich, warum das in Deutschland machbar ist. Dort arbeitet man an einer Strecke von 580 Kilometer für die Stromtrasse Süd-Ost-Link ausschließlich mit Erdkabeln. Netzbetreiber ist wie bei der Fortsetzung der Westküsten-Stromtrasse auf deutscher Seite die niederländische Firma TenneT“, erklärt die Lokalpolitikerin.

Leserbriefe zu schreiben bringt gar nichts.

Anette Abildgaard Larsen

„Natürlich ist eine unterirdische Verkabelung teurer, würde aber jährlich nur etwa 50 Kronen je Haushalt in ganz Dänemark kosten. Unsere Kommune hat überhaupt keine Vorteile von der Stromleitung, da der transportiere Strom ausschließlich Exportzwecken dient. Leserbriefe zu schreiben bringt überhaupt nichts. Da verspreche ich mir mehr von einem Fackelumzug, und ich hoffe, dass wir von den anderen Parteien und von vielen Bürgern unterstützt werden. Unsere Sponsoren haben uns den Kauf von 700 Fackeln ermöglicht. Der Marsch in den fünf Städten wird nicht länger als etwa 2,5 Kilometer sein.“

Geheimniskrämerei

Bürgermeister Henrik Frandsen wurde am Donnerstag von der Nachricht überrascht und wunderte sich über die Geheimniskrämerei. „Gleichzeitig möchte ich aber die lokale Initiative loben. Es besteht ja kein Zweifel, was ich von den Plänen von Energinet halte“, unterstrich das Stadtoberhaupt, das bei der Veröffentlichung der Pläne sofort neue forderte. „Wir wollen so wenig oberirdische Leitungen wie möglich in der Kommune Tondern haben, am liebsten gar keine“, unterstreicht er.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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