Sankelmark 2023

Thore aus der Minderheit arbeitet mit seinem Hund beim Zoll

Thore aus der Minderheit arbeitet mit seinem Hund beim Zoll

Thore aus der Minderheit arbeitet mit seinem Hund beim Zoll

Sankelmark
Zuletzt aktualisiert um:
Ausnahmsweise nicht an der Grenze, sondern auf der Bühne im Einsatz: Zollbeamter Thore Gröndahl und sein Spürhund Buster. Foto: Karin Riggelsen

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Wie schnappen der Zollbeamte und sein vierbeiniger Partner an der deutsch-dänischen Grenze Schmugglerinnen und Schmuggler? Diese Frage hat Thore Gröndahl bei der Neujahrstagung des Bundes Deutscher Nordschleswiger beantwortet. Bei seinem Vortrag ging es auch darum, warum es ihm bei seiner Arbeit hilft, Teil der deutschen Minderheit zu sein.

„Drogen, Waffen, irgendwas Unerlaubtes dabei?“ – Mit diesen Worten kontrolliert der Zollbeamte Thore Gröndahl an der deutsch-dänischen Grenze Autofahrerinnen und Autofahrer. „Natürlich antwortet darauf niemand mit Ja, aber an der Körpersprache und an den Blicken kann ich erkennen, wenn jemand lügt“, berichtet der Nordschleswiger auf der Neujahrstagung der deutschen Minderheit.

Er steht nicht allein auf der Bühne der Akademie Sankelmark, bei ihm ist auch sein Labrador Buster. Seit 2016 arbeiten die beiden zusammen beim dänischen Zoll in Pattburg bei der Einheit „Politi Told Gruppen“, die gegen die illegale Einfuhr von Rauschgift, Waffen, Doping und Tabak sowie bei Geldwäsche im Einsatz ist. Thore Gröndahl hat seinen vierbeinigen Partner als Welpen selbst trainiert und ausgebildet.

Für Buster kann Thore Gröndahl auch eine Leiter sein. Foto: Karin Riggelsen

Buster war ein halbes Jahr alt, da hat er zum ersten Mal Drogen aufgespürt. „Die Nase eines Hundes ist 2,3 Millionen Mal besser als die von Menschen“, berichtet der Nordschleswiger, der auf die Deutsche Schule Buhrkall (Burkal), die Deutsche Schule Tingleff (Tinglev) und das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig in Apenrade (Aabenraa) gegangen ist.

Hund als Hilfe und Werkzeug

Buster ist ein Waffen- und Drogenspürhund. „Wenn er das Geschirr anhat, weiß er, dass er arbeiten muss“, erklärt der Zollbeamte. Mit einem Ball oder Leckerlis wird der Labrador für seine Arbeit belohnt. So hat das Team gemeinsam viele 100 Kilogramm Drogen gefunden. „Buster ist mein Werkzeug“, sagt der Hundeführer.
 

Warum Thore Gröndahl seinen Hund als Werkzeug bezeichnet, erklärt er im Video:

Der Zollbeamte ist nicht nur in Nordschleswig im Dienst, sondern zum Beispiel auch am Flughafen in Kopenhagen. Dort war er einmal mit seinem Labrador an der Gepäckannahme im Einsatz, als der Hund ihn in die entgegengesetzte Richtung gezogen habe. „Da muss ich Buster dann einfach vertrauen, er weiß dann etwas, was ich noch nicht weiß“, so Thore Gröndahl. Der Hund hat bei einem Mann angeschlagen, der zwei Kilogramm Kokain im Koffer hatte.

Nicht verantwortlich für Grenzkontrollen

„Wir suchen nach der Nadel im Heuhaufen“, sagt der Hundeführer. Nach seinen Angaben gibt es 10.000 Straftaten im Jahr, die der Zoll an der deutsch-dänischen Grenze aufdeckt. „Wir haben aber nichts mit der Grenzkontrolle zu tun, das macht die Polizei“, betont der Nordschleswiger.

Wir haben aber nichts mit der Grenzkontrolle zu tun, das macht die Polizei.

Thore Gröndahl, dänischer Zollbeamter

Auf eine Frage aus dem Publikum, ob die Kontrollen einen Vorteil für den Zoll bieten, antwortet er: „Durch die Kontrollen ist der Verkehr an der Autobahn verlangsamt, das erleichtert uns die Arbeit.“ Aber der Beamte hebt noch einen weiteren Punkt hervor. „Dass es nur drei feste Kontrollen gibt, führt dazu, dass wir bei den anderen Übergängen besonders aufmerksam sind. Denn jeder weiß, welche Übergänge permanent bemannt sind und welche nicht.“

Deutsche Sprachkenntnisse von Vorteil

Bei seiner Arbeit im „Hinterland“ sind seine Ortskenntnisse sehr nützlich: „Ich weiß, wo welche Straße hinführt, und ich kenne hier jeden kleinen Feldweg.“ Dass Thore Gröndahl Teil der deutschen Minderheit ist, hilft ihm auch beim Zoll: „Die deutsche und dänische Sprache zu sprechen und mit dem Verständnis für zwei Kulturen aufgewachsen zu sein, ist ein großer Vorteil für mich.“ Und so kann er nicht nur auf Dänisch und Englisch Schmugglerinnen und Schmuggler aufspüren, sondern auch auf Deutsch und Sønderjysk – und natürlich gemeinsam mit Buster.

 

 

Mehr lesen

Kulturkommentar

Uffe Iwersen
Uffe Iwersen
„Vom Klo auf die Leinwand“