Neue Hochspannungstrasse

Minister mit klarem Strom-Signal

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Ripen/Ribe
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Unter den Bürgern in Ripen, die aus mehreren Kommunen kamen, herrschte eine rege Fragelust. Foto: Monika Thomsen

Rund 75 Kilometer misst die geplante Stromtrasse von Endrup bei Esbjerg bis zur Grenze. Die Bevölkerung wünscht sich ein Erdkabel. Minister Lilleholt bezog in Ripen dazu Position.

Ein klares Signal verschickte Energieminister Lars Chr. Lilleholt (V) auf dem Bürgertreffen in Ripen bezüglich der angepeilten 75 Kilometer langen neuen Stromtrasse auf der Strecke von Endrup bei Esbjerg bis zur Grenze. „Ich will alles tun was ich kann, damit so viel Kabel wie möglich in der Erde eingegraben werden, wenn es technisch möglich ist“, so Lilleholt im nicht voll besetzten Freizeitcenter in Ripen vor etwa 500 Bürgern. „Die Kabel sollen für so wenig Bürger wie möglich so geringe Unannehmlichkeiten wie möglich mit sich führen.“ Sollte es nicht möglich sein, die 400 KV-Kabel einzubuddeln, setze er sich dafür ein, dass einige der bestehenden 150 KV Freileitungen eingegraben werden.

Er berichtete, dass er den staatlichen Netzbetreiber Energinet damit beauftragt hat, technisch zu untersuchen, wie viel der 400-KV-Kabel auf der Gesamtstrecke von Idomlund bei Holstebro bis zur Grenze als Erdkabel möglich ist. Das Ergebnis wird für Ende September erwartet.

Gutachter aus dem Ausland

„Danach werde ich ausländische unparteiische Experten bitten, das Material zu prüfen, um alle Möglichkeiten abzudecken und alle Zweifel auszumerzen, was technisch möglich ist und was nicht“, kündigte der Minister an. Er habe Vertrauen zu Energinet, zugleich habe er aber auch den Bedarf, die Meinung einer anderen Instanz zu hören. Der Ausbau und die Verstärkung des Stromnetzes mit einer Wechselstrom-Trasse seien notwendig, da dies ein wichtiger Bestandteil der dänischen Energieversorgung sei.

Henrik Riis, Stromtransmissions-Direktor von Energinet bedauerte die etwas schief gelaufene Kommunikation seitens Energinet, auf den vier Bürgertreffen, darunter in Bredebro. „Viele von euch sind mit dem Gefühl nach Hause gegangen, dass die Erdkabel nur eine Frage des Preises seien. Dem ist nicht so. Es geht um die technische Herausforderung, die langen Leitungen mit Hochspannungen in die Erde zu legen. Auf kurzen Strecken können wir es handhaben, und das ist nicht, weil wir irgendwie einen Schreck vor Kabeln haben. Auf europäischer Ebene sind wir, was Kabel anbelangt, führend. Die Länge der Kabel birgt aber beim Betrieb ein Problem und ein Risiko“, erwähnte Riis am Beispiel einer acht Kilometer langen Hochspannungs-Stromtrasse im Autal von Vejle.

„Keine Vorliebe für Freileitungen"

„In dieser Liga haben wir weltweit auf einer entsprechend langen Strecke keine Erdleitung gesehen“, so der Direktor, der anführte, dass Energinet keine Vorliebe für Freileitungen habe. Auf 15 Prozent der Gesamtstrecke von 170 Kilometern könne Energinet ohne große Risiko-Analysen eine Verkabelung wagen.

Der frühere Venstre-Folketingspolitiker Jens Kirk aus Ringkøbing zeigte sich der angestrebten Freileitung wegen irritiert, da 2008 im Folketing beschlossen worden sei, dass alle Leitungen künftig in den Erdboden sollten. „Wenn der gesamte Bereich hier wie Nordseeland Nationalpark gewesen sei, wäre dann alles verkabelt worden?“, fragte Kirk und erntete Applaus. Er schlug vor, ein bis zwei Jahre zu warten, damit die erforderliche Technologie für eine Lösung im Erdboden entwickelt sei. Lilleholt antwortete, man habe vor zehn Jahren erwartet, dass die technologische Entwicklung gegenwärtig so weit gediehen sein würde, dass eine Lösung in der Erde möglich sei. Auf der von Fragelust geprägten Veranstaltung wurde auch angeregt, die 500 Strommasten entlang der Autobahn zu platzieren.

Ein entsprechendes Treffen findet am 27. August für den Bereich von Endrup bis Idomlund in Varde statt.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Chance für DR“