Umwelt und Natur

Der Margrethenkoog wird vernässt

Der Margrethenkoog wird vernässt

Der Margrethenkoog wird vernässt

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Hoyer/Højer
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Vor einigen Wochen sind neue, leistungsstärkere Pumpen in den Schöpfwerken an der Wiedau montiert worden, die seit 1982 zunächst allein der Entwässerung des Margrethenkoogs dienten, künftig aber vor allem Wasser zur Vernässung der Marsch leiten. Foto: V. Heesch

Die Schöpfwerke an der Wiedau haben stärkere Pumpen erhalten. Bei Hochwasser soll nun Wasser in den Koog strömen.

Im Oktober berichtete die staatliche Naturschutzbehörde Naturstyrelsen über ein gemeinsames Projekt mit der Kommune Tondern zur Förderung der Vogelwelt im südlichen Margrethenkoog, kombiniert mit besserem Schutz der Tonderner Marsch vor Überschwemmungen.

„Bisher unterstand ein Großteil der Flächen im südlichen Teil des Margrethenkooges der staatlichen Landwirtschaftsbehörde. Nach der Übergabe an die Naturschutzbehörde wird das Gebiet nach neuen Zielsetzungen verwaltet“, so der zuständige Leiter der Abteilung Wattenmeer der staatlichen Behörde Naturstyrelsen, Bent Rasmussen, gegenüber dem Nordschleswiger.

Er berichtet, dass die Baumaßnahmen für das kombinierte Naturschutz-Hochwasserprojekt als Teil der Initiative Tonderner Marsch in diesem Jahr anlaufen. „Es sind schon zwei neue Pumpen in den beiden Schöpfwerken des Südteils des Margrethenkoogs eingebaut worden“, berichtet Rasmussen. „Die Pumpen, die seit der Eindeichung des Koogs im Einsatz waren, funktionierten nicht mehr. Jetzt sind stärkere eingebaut worden“, fügt er hinzu. Die Pumpen sollen Wasser aus der Wiedau vor allem auch in den südöstlichen Bereich des Koogs pumpen, der bisher noch relativ trocken ist. Parallel werden neue Stemmwerke errichtet, die dafür sorgen, dass die Koogswiesen ganzjährig feucht bleiben.

Kommt Rotschenkeln, Kiebitzen, Säbelschnäblern und Uferschnepfen zugute

„Das kommt Rotschenkeln, Kiebitzen, Säbelschnäblern und Uferschnepfen zugute“, berichtet Rasmussen. Diese haben gute Brutbestände im südlichen Margrethenkoog entwickelt, seitdem dort die Entwässerung teilweise gestoppt wurde. „Wir hoffen auch, dass seltene Arten wie die Kampfläufer wiederkommen“, berichtet er. Derzeit sind sie nur als Durchzügler im Margrethenkoog. „Wir wollen bei der Förderung der Wiesen- und Watvögel mit unseren schleswig-holsteinischen Kollegen zusammenarbeiten“, so Rasmussen – und verweist auf erfolgreiche Projekte im Rickelsbüller Koog, der an den Margrethenkoog angrenzt.

Dort brüten die Kampfläufer und auch einzelne Alpenstrandläufer. Besonders wichtig ist dabei, die Brutplätze der Vögel vor Raubsäugern wie dem Fuchs zu sichern, der im Bereich der Tonderner Marsch großen Anteil an der Dezimierung auch seltener Wiesenvögel oder der Seeschwalben hat.

Zum Hochwasserschutzkonzept berichtet Rasmussen, dass an der Abgrenzung vom Süßwasserreservoir an der Wiedauschleuse zum Salzwasserbiotop technische Änderungen vorgenommen werden, sodass künftig bei extremem Hochwasser im Bereich der Wiedau große Mengen Wasser in den Margrethenkoog umgeleitet werden können, um damit Überflutungen entlang der Wiedau flussaufwärts bis nach Tondern verhindern zu können.

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