Energieversorgung

Gasrohre für Biogasanlage kommen in die Erde

Gasrohre für Biogasanlage kommen in die Erde

Gasrohre für Biogasanlage kommen in die Erde

Sollwig/Solvig
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Die Gasrohre werden zurzeit verlegt. Foto: Erik Petersen

Mehr als holperig ist die Startphase der großen Biogasanlage in Sollwig gewesen. Nach neuestem Stand soll die Gasproduktion jetzt Anfang 2022 beginnen.

Wenn alles nach Plan verläuft, dann wird die im Bau befindliche Biogasanlage Envo Biogas Tønder bei Sollwig/Solvig Anfang 2022 produziertes Gas ins Netz in Tondern einspeisen können. Das erklärt der Direktor, Bo Asmussen, am Dienstag auf Anfrage. Für 550 Millionen Kronen soll hier ein Riesenwerk entstehen. Investor ist der schwerreiche Argentinier José Cartellone.

Doch das Millionenprojekt hat seit dem ersten Spatenstich im Jahr 2014 unter einem schlechten Stern gestanden. Die Bauarbeiten ruhen schon seit Jahren. Zunächst trennte man sich im Vorfeld vom ersten Bauunternehmen. Die Firma Per Aarsleff A/S übernahm, hinterließ aber erhebliche Mängel in den unterirdischen Konstruktionen. Von dieser Firma trennte man sich dann im November 2015. Envo zerrte Aarsleff vor Gericht. Das Schiedsverfahren dauerte drei Jahre. Das Urteil fiel im Juni 2019 zugunsten von Envo aus. Die Firma bekam eine Entschädigung in Höhe von 88 Millionen Kronen zuerkannt.

Hier war die Welt noch in Ordnung: Der erste Spatenstich vor sechs Jahren. Foto: Archiv: Elise Rahbek

Drittes Bauunternehmen

„Wir konnten in dieser langen Wartezeit keine Verträge mit Handwerkern abschließen. Jetzt haben wir ein weltweit agierendes Bauunternehmen an der Hand. Den Namen kann ich nicht nennen, da die Firma an der Börse notiert ist. Es könnte die Aktienkurse beeinflussen. Die letzten Verträge mit diesem Unternehmen sind noch nicht unterschrieben“, erläutert Asmussen.

Zurzeit sind Zeichen für einen Weiterbau des Biogaswerks ersichtlich. Von Sollwig bis nach Tondern wird gegraben und Gasrohre werden verlegt. Dies erledigt die Gasfirma Evida, die eine Tochtergesellschaft des Netzbetreibers Energinet ist. Sie hat die Flächen aufgekauft, auf denen Gasleitungen verlaufen. Asmussen schätzt, dass Rohre von einer Gesamtlänge von 10 bis 12 Kilometer unter die Erde gebracht werden.

Von Sollwig bis nach Tondern werden die Rohre verlegt. Foto: Erik Petersen

Das Verlegen der Gasrohre wird jetzt um acht bis zehn Wochen verzögert, da beim Graben vorgeschichtliche Schätze in Groß Emmerschede/Store Emmerske zum Vorschein gekommen sind, schreibt Jydske Vestkysten. Das Museum in Hadersleben/Haderslev wird dort jetzt eine Ausgrabung vornehmen. „Das ist ganz in Ordnung so“, erklärt Asmussen, „dann graben wir an anderer Stelle weiter.“

Warten auf den Staat

Erst am 16. Juni traf die Bestätigung ein, dass es beim staatlichen Zuschuss für erneuerbare Energie bleibt. Es musste vorher abgewartet werden, ob der dänische Staat an seiner Zuschusszusage für grüne Energie festhalten würde. Dann wurden die Regeln im vergangenen Jahr geändert. „Wegen der Corona-Krise soll das ganze bis Mitte Juni verzögert worden sein. Nun gilt, dass der Staatszuschuss entfällt, wenn das Werk bis Ende 2022 nicht läuft. Doch wenn sich der Staat wegen der Pandemie mehr Zeit gegeben hat, dann werden wir dies auch für uns in Anspruch nehmen und ebenfalls eine Verlängerung beantragen“, meint Asmussen.

Stillstand seit Jahren: Viele haben den Glauben ans Projekt verloren. Doch nun sollen die Bauarbeiten im kommenden Monat beginnen. Foto: DN-Archivfoto

Beim Bauen zeigt sich auch die Versicherungsanfrage als Problem. Denn wer übernimmt die Verantwortung für die schon gebauten, aber mit Mängeln behafteten Teile des Werkes, wenn auf diesen weitergebaut wird. „Aber man reißt nicht so eben mal 40 Millionen Kronen ab. Nun wird daran gearbeitet, das im Bau befindliche Werk zu versichern. Auch auf diesem Gebiet ist eine Lösung in Sicht", erläutert der Envo-Chef.

Ob und wann in Sollwig weitergebaut wird, könne er nicht sagen. „Aber es wird weitergebaut. Wir kämpfen dafür, dieses Werk zum Laufen zu bekommen“.

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