Natur und Umwelt

Nachwuchs im Storchennest von Schmedagger

Nachwuchs im Storchennest von Schmedagger

Nachwuchs im Storchennest von Schmedagger

Schmedagger/Smedager
Zuletzt aktualisiert um:
Die Störche Bonnie und Clyde können sich über Nachwuchs freuen. Foto: Webcam TV Syd/storkene.dk

Trotz chaotischen Wechsels und ein Nest mit fremden und eigenen Eiern: In Schmedagger ist ein Küken geschlüpft. Folgen weitere Jungen?

Wegen der ganzen unerwarteten Begleitumstände hätte der Storchverein „storkene.dk“ nicht damit gerechnet, dass es in diesem Jahr mit Storchennachwuchs im Nest von Schmedagger klappen würde.

Nun ist dort am späten Montagabend überraschend aber ein Junges geschlüpft. Eltern sind die Störche Bonnie und Clyde, die das angestammte Weibchen Annika nach dem Verschwinden ihres Gatten Tommy verdrängt hatten. Storchenexperten gehen davon aus, dass Tommy nicht mehr lebt.

Fremde und eigene Eier

Nachdem das neue Storchenpaar ins Nest gezogen war, übernahm es auch gleich einige Eier von Annika, obwohl darin wegen zwangsläufiger Unterbrechung des alleinigen Brütens kein Leben mehr sein dürfte. Das Nachfolgerweibchen legte aber eigene Eier dazu, und aus dem einen ist nun ein Junges geschlüpft.

„Nach dem Tod von Tommy schien es wahrscheinlich, dass das Storchennest von Schmedagger 2020 ohne Junge bleiben sollte. Das Storchenpaar Bonnie und Clyde wollte es aber anders und übernahm mit wenigen Schwertschlägen das Storchnest, paarte sich und legte drei Eier. Und das alles zeitgleich damit, dass sie sich gegen Angriffe des Storchenweibchens Annika verteidigte. Die ganz Geschichte ist in Wirklichkeit ein kleines Wunder“, so Experte Mogens Lange vom Storchenverein auf dessen Homepage.

Ob noch mehr Küken folgen, müsse sich nun zeigen, so Lange. Sollten ein oder mehr Junge flügge werden, dann werden Bonnie und Clyde mit Sicherheit im nächsten Jahr wiederkommen und ihren Erfolg wiederholen, ergänzt der Experte.

Das Treiben im Nest von Schmedagger kann mittels Webcam mitverfolgt werden, die der Regionalsender TV Syd in Zusammenarbeit mit dem Storchenverein angebracht hat.

Annika ist immer noch da

Annika ist immer noch im Umkreis und hat Rapstedt/Ravsted als neue Wahlheimat. Das Nest in Schmedagger scheint sie erst einmal abgehakt zu haben.

„Im Frühjahr wird sie von Afrika aber schnell zurück nach Schmedagger eilen und ganz sicher versuchen, den Wohnsitz Bonnie und Clyde wieder wegzunehmen. Sollte sie einen Gatten finden, ehe die neuen Bewohner eintreffen, ist das gar nicht unwahrscheinlich“, so Lange auf der Homepage.

Brauderup wohl ohne Nachwuchs

Mit Nachwuchs beim Storchenpaar von Brauderup/Broderup bei Tingleff/Tinglev rechnet der Verein nach wie vor nicht. Das dortige junge Pärchen macht einen unstabilen Eindruck und kümmert sich nur unregelmäßig um das eine Ei, das ins Nest gelegt wurde.

Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Grüne Zukunft“