Natur und Umwelt

Bewegung in der Storchenszene

Bewegung in der Storchenszene

Bewegung in der Storchenszene

Schmedagger/Smedager
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Im Storchennest von Schmedagger herrscht seit Ostern wieder Zweisamkeit. Foto: storkene.dk/TV Syd

Wer kommt, wer bleibt, wer verdrängt wen? Im Storchennest von Schmedagger hat das Männchen Clyde Gesellschaft bekommen. Viel los war auch im und am neuen Nest der Familie Jepsen in Uk.

„Erst hielt sich ein Storch hier auf, dann waren es drei und zwischenzeitig sogar fünf“, berichtet Jep Jepsen aus Uk.

Der Landwirt ließ in Absprache mit dem Storchenverein „storkene.dk“ ein Nest bei sich auf dem Hof im Uge Vesterballe errichten, und sein Anwesen war über das Osterwochenende ein viel frequentiertes Storchengebiet.

Ein Storchenpaar harrte zunächst aus und machte Anstalten, sich niederzulassen.

Ein Hin und Her

Dieses Paar wurde auch beim Paarungsakt im Nest von Schmedagger gesehen, wo sich der angestammte Storch Clyde aus dem Vorjahr schon seit Anfang März aufhält.

Das Uker Paar hatte für sein Schäferstündchen ausgenutzt, dass Clyde gerade nicht da war, berichtet der Storchenverein.

Das Paar kehrte am Ostersonnabend dann erst einmal nach Uk zurück, und die Familie Jepsen konnte sich Hoffnung machen, dass die Adebars dort die Brutsaison verbringen.

Ursula und Jep Jepsen haben am Storchennest auf ihrem Anwesen in Uk allerhand beobachten können. Foto: kjt (Archiv)

Es kam aber ganz anders. Mit der Treue nahm es die Storchendame des fremden Paares offensichtlich nicht so genau.

Das Weibchen bändelte mit Clyde in Schmedagger an und ist bei ihm eingezogen.

Clyde hatte das Nest in den Tagen davor noch erfolgreich gegen Kontrahenten verteidigt.

Nebenbuhler verschwunden

Das verschmähte Männchen hat sich offenbar mit der Trennung abgefunden und sich aus dem Staub gemacht.

„Bei uns in Uk ist der Storch seit Sonntag nicht mehr gewesen und wird wohl auch nicht wiederkommen“, glaubt Jep Jepsen.

Er ist im engen Kontakt mit dem Storchenverein und erstattet Bericht, wenn sich Störche bei ihm blicken lassen.

Jep Jepsen Foto: kjt

Am vergangenen Wochenende gab es diesbezüglich jede Menge zu erzählen.

Es war mehr los, als der Familie Jepsen letztendlich lieb war. Am 31. März war es laut Jep Jepsen mit der Anwesenheit von Störchen losgegangen.

„Es kamen die vergangenen Tage Schaulustige ganz von Seeland, um sich die Störche anzuschauen und Fotos zu machen. Einige begaben sich einfach auf unser Privatgelände, und wir mussten dann höflich bitten, das Grundstück zu verlassen“, ärgert sich der Landwirt etwas über das teilweise freche Verhalten von Storchenfans.

Er habe nichts dagegen, wenn sich Leute Störche in Uk anschauen wollen. Sie sollten es allerdings fernab des Privatgeländes tun, so Jepsen.

Er drückt die Daumen, dass nun andere Störche das Nest auf seinem Anwesen für sich entdecken werden.

Deutsche Zuzügler

Bewegung gibt es genug. Zunehmend mehr Störche aus Deutschland begeben sich weiter gen Norden.

Auch das Weibchen, das sich bei Clyde in Schmedagger aufhält, hat deutsche Wurzeln.

Laut Storchenverein handelt es sich um eine drei Jahre alte Storchendame, die von einem Nest im Niedersächsischen Bevern stammt. Das geht aus den Angaben der Ringkennung hervor.

Beim neuen Storchenpaar von Schmedagger soll es sich um Clyde aus dem Vorjahr und ein Storchenweibchen aus Niedersachsen handeln. Foto: storkene.dk/TV Syd

Aber was ist mit Bonnie, mit der Clyde im vergangenen Jahr eine Familie gründete?

Wird es eine komplizierte Dreiecksgeschichte, wenn sie auf einmal auch in Schmedagger auftauchen und ihren angestammten Platz einfordern sollte?

Und dann ist da auch noch „Ureinwohnerin“ Annika, die viele Jahre mit ihrem Gatten Tommy Junge in Schmedagger großzog.

Sie wurde im vergangenen Jahr von Bonnie und Clyde verdrängt, nachdem Tommy verschollen war.

Spannung scheint garantiert

Annika wird vermutlich auch in das Gebiet in und um Schmedagger zurückkehren. Es bleibt spannend, welche Szenarien sich ergeben.

Der Storchenverein nimmt es gelassen, denn die Hauptsache für ihn und für Storchenfreunde im Land ist, dass überhaupt Störche kommen und der Bestand weiter zunimmt.

„Wenn Annika und Bonnie zurückkommen, werden sie gezwungen sein, sich mit einem neuen Partner auf andere Nester zu begeben. Genau so erweitert sich der Bestand, und deshalb erleben wir eine Zunahme an Störchen in Dänemark“, so Vorstandsmitglied und Experte Mogens Lange auf der Vereinshomepage zum Lauf der Natur bei den Störchen.

Sollten Annika oder Bonnie sich für das Nest in Uk entscheiden, wäre es den Jepsens nur recht unter der Voraussetzung, dass Schaulustige die Privatsphäre achten.

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