Vor 100 und vor 50 Jahren

Chronik: Großes Jugendfest, hohes Porto, veraltete Schulbücher

Chronik: Großes Jugendfest, hohes Porto, veraltete Schulbücher

Großes Jugendfest, hohes Porto, veraltete Schulbücher

Jürgen Ostwald
Nordschleswig
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Eines der Wahrzeichen New Yorks, die Brooklyn Bridge, die Manhattan mit Brooklyn verbindet, war vor hundert Jahren ihrerseits schon in die Jahre gekommen und bedurfte einer Generalüberholung, wie am 8. August 1922 zu lesen. Foto: Wikipedia.org

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Was hat im August vor 100 und vor 50 Jahren für Schlagzeilen gesorgt? Jürgen Ostwald hat im Archiv die Zeitungen durchforstet und aufgelistet, was die Menschen 1922 und 1972 bewegt hat.

Foto: DN

Mittwoch, 2. August 1922

Die neuen Glocken in Hadersleben

Die neuen Glocken der St. Marienkirche, die bekanntlich elektrisch betrieben werden sollen, dürften laut „Modersmaalet“ am 29. Oktober (zum Reformationsgottesdienst) in Gebrauch genommen werden. Auch die Orgel soll später elektrisch betrieben werden. Die Installation wird von einer Firma in Odense (!) besorgt, während der Motor von einer Firma in Kopenhagen (!) geliefert wird.

Die heutigen Domglocken stammen von 1920. Über die früheren Glocken des Domes sind wir einigermaßen gut unterrichtet. Das große Inventar des Nationalmuseums in Kopenhagen hilft weiter. Einige Domglocken fielen der sogenannten „Glockenspende“ während des Ersten Weltkrieges zum Opfer. Warum unsere Zeitung 1922 eigens zwei Ausrufezeichen bemühte, ist schwer zu erklären. Wollte man der Empörung Ausdruck geben, dass der elektrische Betrieb von reichsdänischen Firmen eingerichtet wurde und nicht von nordschleswigschen?

Donnerstag, 3. August 1922

Deutsches Jugendfest

Das diesjährige Jugendfest findet am kommenden Sonntag, den 6. August, in „Kathrinenlund“ statt. Es sind Einladungen ergangen an die verschiedenen Jugendbünde und deutschen Jugendvereine Nordschleswigs, wovon auch schon ein guter Teil die Beteiligung zugesagt hat. Unter anderem wird auch das Pfadfinderkorps aus Apenrade mit Musik hier eintreffen, sodass zwei Musikkapellen den Festzug nach „Kathrinenlund“, der um 2 ½ Uhr vom Schlossplatz aus seinen Anfang nehmen wird, einleiten.

Der Vormittag ist nur dem Sport gewidmet. Morgens um 8 Uhr finden Wettrudern statt zwischen den Bootsmannschaften des männlichen und weiblichen Jugendbundes (Start: Seemannsbrücke). Von 10-12 ½ Uhr werden sich auf dem Ringreiterplatz die verschiedenen Mannschaften im Schlagball, Faustball und Tamburin messen. Zur selben Zeit findet ein Dreikampf statt (100-Meter-Lauf, Weitsprung, Schlagballweitwurf).

Wie im Vorjahre so finden auch diesmal auf der Festwiese von „Katharinenlund“ allgemeine Volksbelustigungen wie Volkstanz, Preisschießen, Sack- und Eierlauf, Kringelbeißen usw. statt. Als Abschluss des Festes ist wieder das Abbrennen eines großen Freudenfeuers beschlossen worden, bei dem Herr Pastor Schmidt sprechen wird. Jeder möge dazu beitragen, durch seine Beteiligung oder Anwesenheit sein Interesse bekundend die Freude am Spiel und Sport bei der Jugend lebendig zun erhalten und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter uns Deutschen zu festigen.

Noch war die Jugendarbeit in Nordschleswig nicht zentralisiert. Auch in Tondern, Hadersleben und Apenrade gab es größere Jahres-Veranstaltungen. Der Redner, Johannes Schmidt-Wodder, der sich besonders auf die Jugenarbeit konzentrierte, wird das ändern.

Montag, 7. August 1922

Der Verein deutscher Nordschleswiger in Flensburg hat einen Mitgliedsstand von 588 erreicht. Der allgemeinen Geldentwertung entsprechend wird der Beitrag vom Oktober ab aufs Doppelte erhöht und das Eintrittsgeld auf 100 Mark festgesetzt. Lebenslängliche Mitgliedschaft kann man jetzt für 1.000 Mark erwerben. Der Verein soll nach der Septemberversammlung eingetragen werden. Die Sterbebeihilfe wird von 500 auf 1.000 Mark erhöht.

Dienstag, 8. August 1922

Die große Brooklyner Brücke gefährdet

Die große Hängebrücke über den Eastriver, die bekanntlich seit vierzig Jahren als ein Wunder der Technik betrachtet wird, ist gefährdet. Ingenieure der Stadt Newyork haben festgestellt, dass eines der vier Kabel, an denen die Brücke hängt, sich bis zur äußerst zulässigen Grenze gedehnt habe. Jeder Automobilverkehr über die Brücke ist infolgedessen verboten. Die Ingenieure erklären, dass die Brücke zwar imstande sei, weit größere Belastung auszuhalten, als die, für die sie gebaut war, aber dass man niemals an solche gedacht habe, wie sie die schweren Lastautos von acht bis zehn Tonnen darstellen. Die Brücke ist bereits an verschiedenen Stellen verstärkt worden, aber es besteht kein Mittel, die vier großen Kabel zu verstärken, auf denen die Hauptlast ruht.

Die Brooklyn Bridge, eine der ältesten und damals größten Hängebrücken, wurde von dem aus Thüringen stammenden USA-Einwanderer Johann August Roebling seit 1865 geplant und gebaut. Die Fertigstellung erlebte der 1869 verstorbene geniale Brückenbauer nicht mehr. Die Brücke ist immer noch in Gebrauch, hat aber eine eigene Renovierungs-Abteilung, die stets tätig ist.

Donnerstag, 10. August 1922

Die letzten Schleswig-Holsteiner von 1848

Sehr klein ist die Schar unserer 48er geworden. Wie lange noch und wir tragen den letzten jener Tapferen zu Grabe, die in eine so weit entschwundene und doch dank der Tagespresse frisch im Gedächtnis gebliebene große Zeit Schleswig-Holsteins hineinragen. Wir schätzen die Zahl der Lebenden auf reichlich 50, vor 70 Jahren waren es über 42.000. Die letzten verteilen sich auf etwa 25 Ortschaften. Kiel hat mit sechs die Höchstzahl, die meisten Städte und eine Reihe Dörfer haben doch noch einen oder zwei in ihrer Mitte, und auch in unserem Nordschleswig leben noch einzelne Kämpfer der ehemaligen schleswig-holsteinischen Armee. Tondern trug kürzlich seinen letzten 48er zur Ruhe. Hadersleben hat noch einen, der älteste ist hier der fast 93jährige Rentner Pet. Aug. Lange in Apenrade. Ein einziger ist unseres Wissens noch nicht 90jährig, alle übrigen sind über dieses hohe Alter hinaus, einige haben sogar das 100. Lebensjahr überschritten. Im zweiten Vierteljahr 1922 sind vier 48er gestorben, in den letzten Jahren gingen sonst alle Vierteljahr durchweg zehn bis zwölf zur großen Armee ab.

Zu den großen Veranstaltungen zum 50-jährigen Düppel-Jubiläum 1914 traf sich auch die damals schon immer kleiner werdende Schar ehemaliger 48er. Die Ausstellung zum Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, die im Sonderburger Schloss stattfand, wurde kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges eröffnet und wurde daher nicht in der gewünschten Weise wahrgenommen. Es entstand aber das Gemälde „Die letzten 48er“ von dem aus Bad Segeberg stammenden, an der Kunstakademie in Königsberg tätigen und damals durchaus bekannten Maler Karl Storch. Es wurde als Druck vervielfältigt und hing in zahlreichen Haushalten. Das Gemälde wurde später der Idstedt-Halle (in der Nähe Schleswigs), die sich der Schleswig-Holsteinischen Erhebung von 1848/51 widmet, übereignet.

Montag, 14. August 1922

Porto aus Deutschland

Auf Wunsch bringen wir für die Deutschlandreisenden die beiden Hauptportosätze. Es kostet ein Auslandsbrief aus Deutschland 6 Mark, eine Postkarte 3,50 Mark. Es ist in letzter Zeit häufig vorgekommen, dass Bekannte und Verwandte, die mit einem Zeichen des Gedenkens bedacht wurden, Strafporto zahlen mussten.

An dergleichen Postgebühren hat man sich hierorts heutzutage gewöhnt. Doch war das Porto in Deutschland damals, anders als heute in Dänemark, der Inflation geschuldet. Wir werden in den kommenden Monaten immer mal wieder die Portoerhöhungen, die bis zur Milliarden-Grenze gingen, während sie in Dänemark (damals) stabil blieben, mitverfolgen.

Mittwoch, 16. August 1922

Das Programm des Faszismus

In Form einer Unterredung mit Mussolini veröffentlicht der „Mattino“ in Neapel das Programm des Faszismus. Der Führer der „Schwarzhemden“, dessen Politik der Tat durch den jüngsten faszistischen Sieg über den Landesstreik einen neuen Auftrieb erhalten hat, erklärt, dass Ende Oktober der Generalstab der Faszisten zur entscheidenden Sitzung in Neapel zusammentreten werde. Der Marsch nach Rom sei aber schon heute durchaus strategisch möglich, da die adriatische und tyrrhenische Küste und der Tiber-Lauf vollständig in den Händen der Faszisten seien, noch werde der Vormarsch des großen Heeres von 300.000 Schwarzhemden nicht nötig sein, da inzwischen die politische Grundlage Italiens eine Änderung erfahren werde. Der Faszismus wolle auf jeden Falle eine Macht im Staate werden. Ob dazu ein Staatsstreich nötig sei, sei ungewiss, aber möglich. De Factas Kabinett sei ein Ministerium, aber keine Regierung. Die Neuwahlen ständen vor der Tür.

Wenige Wochen nach dem Besuch des italienischen Königspaares und seiner großen Entourage in Kopenhagen verschärfte sich die innenpolitische Situation in Italien. „Il Mattino“ war damals die führende Tageszeitung im Süden Italiens, und ihre Gründerin, die Schriftstellerin Matilde Serao, war in den Jahren nach der Jahrhundertwende mit ihren Romanen auch in Deutschland und Dänemark bekannt und veröffentlichte diese und ihre Essays usw. als Erstes in ihrer Zeitung. Matilde Serao wird – zwei Jahre vor ihrem Tod – 1925 zu den Mitunterzeichnern des „Manifests der antifaschistischen Intellektuellen“ Italiens von Benedetto Croce zählen.

Montag, 28. August 1922

Eine neue Nordmarkvereinigung, die sich Nordmarkvereinigung Langenberg nennt, hat sich gebildet. Am Provinzialforst Langenberg sollen große Spiel- und Sportplätze angelegt werden, auf denen deutsche Jugend von beiden Seiten der Grenze sich zusammenfinden kann. Man will auch bemüht sein, das Bismarck-Denkmal, das früher auf dem Knivsberg stand, auf die Rantzauhöhe am Forst Langenberg, den höchsten Punkt an der schleswigschen Westküste, zu bekommen.

Der Langenberger Forst ist heute als größtes Waldgebiet im waldarmen Kreis Nordfriesland südlich der Grenze ein naturgeschütztes Naherholungsgebiet

Vor hundert Jahren sollte die gerade auf dem Aschberg in den Hüttener Bergen aufgestellte Bismarck-Statue, die zuvor den Bimarck-Turm auf dem Knivsberg geschmückt hatte, bei Leck eine neue Bleibe finden. Das ließ sich nicht durchsetzen. Heutzutage findet der Wanderer ebendort auf dem Rantzauberg immerhin eine Bank zum Ausruhen. Foto: Wikipedia.de
 
Foto: DN

Donnerstag, 3. August 1972

Prozess gegen Best vorläufig ausgesetzt

Der ehemalige deutsche Reichsbevollmächtigte in Dänemark, Dr. Werner Best, wird vorläufig nicht – wenn überhaupt jemals – vor ein Gericht gestellt werden, selbst wenn ihm die Anklagebehörde die Ermordung von etwa 9.000 meist jüdischen Polen vorwirft.

Das West-Berliner Gericht, das gegen Best verhandelt, verkündete gestern einen Freilassungsbeschluss mit der Begründung, dass Best aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sei, einen Prozess von mindestens einem halben Jahr Dauer durchzustehen. In einem ärztlichen Gutachten wird dem 64jährigen Werner Best die Erkrankung an Altersleiden bescheinigt. Das Gutachten wird von vier früheren ärztlichen Gutachten gestützt.

Werner Best war bekanntlich Reichsbevollmächtigter in den letzten Jahren der deutschen Besetzung Dänemarks. In den vergangenen Jahren sind von dänischer und deutscher Seite zahlreiche Veröffentlichungen zum Akteur und zu seinen Taten erschienen. Wir nennen nur die Biografie des dänischen Historikers Niels-Birger Danielsen: Werner Best. Tysk rigsfuldmægtiget i Danmark 1942-1945. Kopenhagen 2013, sowie die Arbeit des ehemaligen Geschichts-Professors an der Freiburger Universität Ulrich Herbert: Best. Biographische Studien über Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft. 1903-1989. München 2016. Wer die 597 bzw. 704 Seiten umfassenden Werke nicht durchackern will, sei auf die sehr gute Biografie der Wikipedia verwiesen, die ausführlich und substantiell ist.

Mittwoch, 9. August 1972

Pariser Pantheon wegen Einsturzgefahr geschlossen

Das 80 Meter hohe Pantheon in Paris, Grabmal für bedeutende Franzosen, ist vom Zerfall bedroht. Das Haupt- und Querschiff des im neugriechischen Stil gebauten Tempels ist seit einigen Tagen für das Publikum geschlossen, nachdem in den Gewölben Risse aufgetreten und bis zu zehn Kilo schwere Steine herabgefallen waren. Mit modernsten technischen Mitteln werden gegenwärtig die Ursachen und das Ausmaß der Schäden geprüft.

Das Pariser Pantheon, die Begräbnis- und Gedächtnisstätte bedeutender Franzosen, war als Ruine für jeden Franzosen unvorstellbar. Kaum war die Notiz der Gefährdung in der Presse, griff sogar der damalige Staatspräsident, Georges Pompidou, ein.

Im Pariser Pantheon stürzten 1972 kiloschwere Brocken aus der ruinösen Kuppel. Foto: Wikimedia.org

Donnerstag, 10. August 1972

Diebstahl im Edvard-Munch-Museum

Aus dem Edvard-Munch-Museum in Oslo verschwand gestern die Original-Druckplatte in Kupfer für die Lithographie „Puberteten 1902“. Das Kunstwerk hatte einen Wert von 50.000 Kronen. Das Bild verschwand während der Öffnungszeiten. Sofort als der Diebstahl entdeckt wurde, wurden die Türen geschlossen und die Besucher gebeten, sich durchsuchen zu lassen.

Heute ist ein solcher Diebstahl in dem vor wenigen Wochen neu eröffneten riesenhaften Munch-Museum nicht mehr möglich. Das damalige Haus war klein und unübersichtlich. Übrigens war das gestohlene Kunstwerk kein Lithografie-Stein, sondern eine Platte für eine Aquatinta-Radierung.

Freitag, 11. August 1972

Dänische Schul-Geschichtsbücher sind revisionsbedürftig

Die dänischen Geschichtsbücher sind hinsichtlich der Entwicklung in Nord- und Südschleswig nicht mit der Zeit gefolgt, meint der dänische Grenzverein. Er hat 17 Geschichtsbücher durchgesehen, nach denen in den siebenten Klassen und in den Realklassen unterrichtet wird und dabei herausgefunden, dass weitaus die meisten Bücher nur bis 1933 reichen, mehrere von ihnen sogar nur bis 1920.

Freitag, 11. August 1972

„Deutsche Exil-Literatur 1933 bis 1945“ zeigt die Deutsche Bücherei Leipzig Ende August in Kopenhagen. Auf der ersten Ausstellung der Leipziger Bibliothek in Dänemark sollen nach Angaben der DDR-Nachrichtenagentur ADN etwa 350 Bücher und Zeitschriften sowie 91 Bilder, Autographe und andere Dokumente deutschsprachiger Exil-Literatur vorgestellt werden.

Die Ausstellung aus der DDR war der Beginn der Auseinandersetzung mit der deutschen Emigration in Dänemark. Sie wird in Rückblicken oft vergessen. Die Ausstellung war auch für den damaligen Professor für deutsche Literatur an der Kopenhagener Universität, Steffen Steffensen, gewissermaßen der Startschuss für eine intensivere Erforschung. Steffensen, Jahrgang 1908, stammte übrigens aus Hadersleben und befasste sich bereits länger mit Exil-Fragen. Er wird in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bemerkenswerte Tagungen und Kongresse zum deutschen Exil in Skandinavien vorbereiten und durchführen.

Dienstag, 15. August 1972

Haderslebener Garde kehrt mit zwei ersten Preisen zurück

Mit einem stolzen Resultat kehrte die Haderslebener Mädchengarde am Sonntagabend von der Internationalen Musik-Konkurrenz in Rastede zurück. Im Wettbewerb mit mehr als 50 Kapellen, Spielmanns- und Fanfarenzügen gewannen die Haderslebener Mädchen den Preis als besten Fanfarenzug. Außerdem wurde die Haderslebener Tambourmajorin, Thora Kyling, Sieger in der Konkurrenz der Tambourmajore.

Donnerstag, 17. August 1972

Zusammenarbeit zwischen „Dannevirke“ und „Vestkysten“

Eine mögliche Zusammenarbeit „auf bescheidener Ebene“ (so der Apenrader Rechtsanwalt Lor. Tofft) haben gestern Verhandlungsdelegationen von „Dannevirke“ und „Vestkysten“ im Schlosskrug von Gramm zweieinhalb Stunden erörtert. Dabei sei es nach Angaben des Aufsichtsratsvorsitzenden von „Dannevirke“ nicht um eine Fusion der beiden Venstre-Blätter gegangen. Tofft: „Das kann ich dementieren – jedenfalls zum gegenwärtigen Zeitpunkt.“

Der „gegenwärtige Zeitpunkt“ hielt nicht lange an. Einige Jahre später wird es nur noch „JydskeVestkysten“ geben.

Freitag, 25. August 1922

Leibliche und geistige Nahrung

Die Lehrervereinigung von Burg bei Magdeburg macht bekannt, dass sie angesichts der Geldentwertung die Entschädigungssätze für Privatstunden nach dem Brotpreis berechnen. Der Mindestpreis für eine Privatstunde soll den Wert von drei Broten gleichen. Man will damit der Entwertung der geistigen Arbeit vorbeugen.

Donnerstag, 31. August 1922

Gemälde von van Dyck und Rubens aus Feuer gerettet: Kathedrale von Mechelen brannte

Nur mit knapper Not konnten in der Nacht zum Mittwoch bei einem Großfeuer in der Kathedrale von St. Rombouts in der Stadt Mechelen, rund 30 km südlich von Antwerpen, zahlreiche wertvolle Gemälde der flämischen Meister Rubens und van Dyck konnten gerettet werden, die im Innenraum der Kathedrale lagerten. Rund 200 Feuerwehrleute sowie zahlreiche Soldaten der belgischen Armee und Hunderte von Freiwilligen kämpften über vier Stunden mit den Flammen.

Die Kathedrale von Mecheln, wie die Stadt Mechelen seit alters auf Deutsch heißt, verlor 1972 wichtige Kunstwerke, viele andere aber konnten gerettet werden. Dass diese in der Kathedrale „lagerten“, kann eigentlich nicht gesagt werden: Anton van Dycks Gemälde zum Beispiel ist schließlich die berühmte 3,85 Meter hohe Altartafel einer Seitenkapelle der Bischofskirche. Von den Folgen des Brands ist heute nichts mehr erkennbar.

Das Langhaus der Kathedrale von Mecheln. Dem Brand von 1922 war ein ungleich größerer zu Beginn des 17. Jahrhunderts vorausgegangen. Daraus erklärt sich die ausnahmslos barocke Ausstattung. Foto: Wikipedia.org
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