Ringreiterabschluss in Sonderburg

Herrenfrokost: Ein volles Zelt und Sprüche unter der Gürtellinie

Herrenfrokost: Ein volles Zelt und Sprüche unter der Gürtellinie

Herrenfrokost: Ein volles Zelt und Sprüche unter der Gürtellinie

Julius Born
Sonderburg/Sønderborg
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Volles Haus (Zelt) beim diesjährigen Herrenfrokost in Sonderburg. Foto: Karin Riggelsen

Zum 130. Herrenfrokost in Sonderburg kamen in diesem Jahr 1.952 Männer und zwei Gastredner: Søren Pape Poulsen und Hans Georg „Gorm“ Møller nahmen kein Blatt vor den Mund und wussten zu begeistern.

Das Herrenfrokost zum Sonderburger Ringreiten wächst von Jahr zu Jahr. Dieses Jahr kamen 1.952 Herren zusammen, die mit ihrer guten Stimmung das Zelt zum Beben brachten.

Darunter Überraschungsgast und Redner Søren Pape Poulsen, Vorsitzender der Konservativen und Justizminister, der unter tosendem Beifall der anwesenden Männer erzählte: „Es macht mich froh und stolz heute hier zu sein. Wir müssen weiter an unserer Gemeinschaft und ihren Traditionen festhalten. Hier und in ganz Nordschleswig – das macht uns zu denen, die wir sind.“

Redner statt Reiter

Wie es die Tradition will, wurde nach den einleitenden Worten des Vorsitzenden des Ringreiterkomitees, Jes Andersen, das Pult an Toastmaster Leif Maibom übergeben. Der ist zwar nicht mehr Kopf der Sonderburger Revue, lässt sich aber die Dirigentschaft über das Herrenfrokost nicht nehmen und bekam dieses Jahr sogar eine Medaille für seine 10 Jahre am Rednerpult. „Man muss hier noch nicht mal reiten können, um eine Medaille zu bekommen – es scheint zu reichen, einfach 10 Jahre lang blöde Witze zu erzählen“, frotzelt der Entertainer.

Pape, Jes Andersen und Erik Lauritzen beim musikalischen Finale. Foto: K. Riggelsen

Bürgermeister Erik Lauritzen (Sozialdemokraten) freute sich in seiner Rede über die ungebrochene Leidenschaft für das Ringreiten und reagierte sogleich auf die Worte von Leif Maibom, der ihm vorwarf den Ringreiterplatz mit Parkplatz und Sporthalle zu „verschandeln“: „Ich hab es eingesehen, der Ringreiterplatz ist das Heiligtum Sonderburgs. Ich habe mir also eine Karte ausgedruckt, die ab sofort im Rathaus hängen wird.“ Auf der Karte ist eine Luftaufnahme des Ringreiterplatzes zu sehen, auf der mit großen, roten Lettern steht: „Denkmalgeschützt“.

„Geil und durstig“

Neben Søren Pape Poulsen, der offen Scherze über sich und seine sexuelle Orientierung machte und die Gemeinschaft unter den Ringreitern lobte, gab auch der zweite Gastredner Hans Georg „Gorm“ Møller, der aus Tandslet stammt, einige Scherze und Geschichten auf Sønderjysk zum Besten. Seinen Beitrag beendete er mit einem waschechten Trinkspruch, der vom Publikum dankend angenommen wurde. Wie Leif Maibom dann treffend konterte: „Wir Männer kennen nur zwei Gefühle - geil oder durstig.“

Manche Witze waren absolute Volltreffer. Foto: Karin Riggelsen

Ein lustiger Tag mit einer gehörigen Schippe Selbstironie, Frotzeleien in Richtung des Apenrader Ringreiterfestes und jeder Menge Witzen über- und unter der Gürtellinie, machten auch dieses Herrenfrokost zum Highlight des Ringreiterfestes. Den krönenden Abschluss machten die 193 Mitglieder der Musikgruppen: The massed Bands of Honourable Artillery, Tveit Union Musikkorps, Aarhus Brass Band, Sønderborg Pipes and Drums und die Sonderburger Garde.

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