Nordborg Resort

Direkt am Meer: Hier entsteht der Center Park Süddänemark

Direkt am Meer: Hier entsteht der Center Park Süddänemark

Direkt am Meer: Hier entsteht der Center Park Süddänemark

Sonderburg/Sønderborg
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Niels Feerup ist Direktor der Ferienanlage und begleitet den Prozess seit 2017. Foto: Karin Riggelsen

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Auf 190 Hektar entsteht auf der Insel Alsen das Nordborg Resort. „Der Nordschleswiger“ hat den Bauplatz besucht und den Direktor des Ferienparks gefragt: Wie baut man einen gigantischen Ferienpark, der auf ländliche Idylle setzt?

Die Aussicht auf das schiefergraue Meer im Kleinen Belt ist trotz Nieselregens phänomenal. Wiesen und Wäldchen liegen entlang der Felder hinab zum Strand. Ab Ende 2024 können Urlauber im Nordborg Resort diese Sicht genießen. Betreiber des Resorts wird Center Parcs Europe.

Seit dem Spatenstich im Sommer 2022 ist bereits viel passiert. Wege und Straßen für die Baufahrzeuge sind entstanden, erste Ferienhäuser gebaut und das Lager- und Verwaltungsgebäude ist teilweise errichtet.

Während gelbe Bagger Wege aufgraben, Schotterwege aufschütten und schaumige braune Schlammpfützen hinterlassen, beginnt für Niels Feerup ein weiterer Arbeitstag.

Auf der Großbaustelle hat sich das Unternehmen Hoffmann als Bauherr eine mobile Zentrale eingerichtet. Hier laufen alle Stränge zusammen. Foto: Karin Riggelsen
 

Mehr zum Thema: Mehrere Feuerwehreinheiten mussten am Sonnabendabend auf dem Gelände des neuen Ferienparks auf Alsen Feuer löschen. Am Tag danach steht fest, was die Flammen angerichtet haben.

 
Auf der Baustelle des Nordborg Resorts. Hier werden 190 Hektar neu erschlossen. Foto: Karin Riggelsen

Wie baut man eine Ferienanlage inklusive Wasserpark mitten auf dem Land, wo bislang lediglich Wiesen, Äcker und ein Kiesstrand liegen?

Als Direktor des Nordborg Resorts ist Feerup seit 2017 für dieses Projekt zuständig. Seit dem Spatenstich sorgt er mit seinem Team zunächst einmal dafür, dass eine ordentliche Infrastruktur entsteht: Straßen anlegen, Stromversorgung sichern, Abwasseranlagen verlegen und die Fernwärmerohre vergraben. Neben der strukturellen Infrastruktur werden die ersten von 440 Ferienhäusern gebaut.

Die ersten Ferienhäuser sind gebaut. Im Laufe von 2023 werden sie an das Fernwärmenetz auf Nordalsen angeschlossen. Foto: Karin Riggelsen
Beim Spatenstich im Sommer 2022. Seitdem wird zwischen Strand und dem Danfoss-Universe-Gelände gebaut. Foto: Sara Eskildsen

„In der kommenden Woche beginnen wir damit, dort neben dem Verwaltungsgebäude ein riesiges Loch auszuheben. Dort entsteht der Wasserpark“, erläutert Feerup.

Mit Wasserparks kennt er sich aus. Als Lalandia 2008 in Billund eröffnete, war Feerup als Teil der Geschäftsführung von Dänemarks größtem Wasserland dabei.

Mit 7.200 Quadratmetern wird das Erlebnisschwimmbad im Nordborg Resort zwar nicht so groß wie Lalandia. Dafür soll unter anderem in Zusammenarbeit mit dem französischen Architekten Phillip Pascal und Zeni Arkitekter eine komfortable und stilvolle Wasser-Wohlfühloase unter dem transparenten Folien-Dach entstehen.

160.000 Gäste pro Jahr werden erwartet

Rund 160.000 Gäste erwartet das Nordborg Resort jährlich. Auf 34.000 Quadratmetern entstehen in der ersten Bauphase 440 Ferienwohneinheiten. 90 Häuser in Alleinlage und 350 Reihenhäuser aus Naturholz, Panoramafenster inklusive.

Eine Aufgabe von Niels Feerup ist es, Pächter und Catering-Partner für alle Cafés, Restaurants oder Kioske zu finden.

„Am liebsten fänden wir für das Restaurant an der Strandpromenade ein Ehepaar, das aus der Gegend kommt. Pächter, die ihre lokalen Gäste mit dem Namen begrüßen und bei denen sich die Gäste wie zu Hause fühlen, wenn sie bei uns Urlaub machen.“

Insgesamt werden in der ersten Bauphase 440 nachhaltige Ferienhäuser gebaut. Das Kiefernholz ist natürlich mit Harz imprägniert, und in den Außenbereichen der Anlage soll das Gras naturbelassen wachsen. Foto: Karin Riggelsen

Generell soll die Ferienanlage so ursprünglich wie möglich sein. Naturbelassen, idyllisch und dabei nachhaltig und komfortabel. Die Holzverkleidung der Ferienhäuser ist beispielsweise aus „gebackenem“ Kiefernholz, das sich bei hohen Temperaturen mit dem eigenen Harz selbst imprägniert.

Hecken, Wäldchen und Knicks auf dem Gelände bleiben weitestgehend erhalten. Die Rasenflächen vor den Häusern werden sich selbst überlassen. „Hier wird kein Rasen gemäht, hinter der Terrasse beginnt die Natur“, sagt Niels Feerup mit Blick aus einem der Premium-Ferienhäuser, wo es Raum für sechs Personen gibt. Zwei Duschbäder und eine Badewanne inklusive. Auf einigen Wiesen der Anlage werden Tiere weiden, es entstehen neue Wäldchen. „Insgesamt werden wir fast 100.000 neue Pflanzen setzen“, sagt Niels Feerup.

Hier entsteht das Verwaltungs- und Lagergebäude des Parks. Foto: Karin Riggelsen

1,5 Milliarden Kronen sind für den Bau der Anlage veranschlagt. „Auch unser Projekt war wie alle anderen von den steigenden Kosten betroffen. Aber wir erleben, dass die Kosten für Holz schon wieder fallen. Keiner weiß, wie es weitergeht, aber wir hoffen auf ein Ende der steigenden Kosten. Generell ist das alles nur möglich, weil wir die Eigentümer haben, die wir haben“, sagt der Direktor.

Besitzer und Geldgeber des Nordborg Resorts sind das Unternehmen Linak und die Danfoss-Stiftung. Die Eigentümer sehen das Resort als Investition in die Insel Alsen (Als). Beide Unternehmen möchten mit der Ferienanlage den Tourismus ankurbeln, aber auch die lokale Wirtschaft.

„Uns war es unter anderem wichtig, dass Bauherr Hoffmann in größtmöglichem Umfang auf lokale Handwerker und Bauarbeiter setzt“, erläutert der Direktor.

An dieser Stelle ist ein kleiner See entstanden. Überall auf dem Gelände soll die Natur im Mittelpunkt stehen. Foto: Karin Riggelsen

Die Ferienanlage ist nach Fertigstellung auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Wer auf den elf Kilometer langen Spazierpfaden joggen oder spazieren gehen möchte, ist willkommen. Auch die neue Strandpromenade, wo Badestege, Restaurant und Café entstehen, ist für alle offen.

Die Eröffnung ist für November 2024 veranschlagt. Bis dahin hat Niels Feerup noch viel zu tun. Zulieferer und Betriebsmodelle finden, rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anstellen und Hunderte von Häusern einrichten. Lichtkonzepte auswählen, Inneneinrichtung beschließen und durchführen und das Zusammenspiel von Dutzenden Unternehmen und Subunternehmen managen.

Niels Feerup in einem der Ferienhäuser. Mit Panoramafenstern und zum Teil mit Badewanne laden die Holzhäuser ab November 2024 zum Erholen ein. Foto: Karin Riggelsen

Statt einen Freizeitpark auf Vietnam zu konzipieren – Feerups Aufgabe, bevor er nach Nordalsen kam – erschafft der Direktor nun eine Ferienanlage direkt am Meer. Mittlerweile lebt er in Sonderburg (Sønderborg). Für die Aufgabe habe er sich schnell begeistern können, verrät er. „Es ist ein Resort, das in Einklang mit der Natur ist. Ein fantastisches Projekt, das nachhaltigen und zugleich komfortablen Urlaub neu denkt.“

Bis Ende 2024 haben er und die Angestellten des Resorts die Aussicht auf das Meer im Kleinen Belt noch ganz für sich. Dann eröffnet im Norden der Insel Alsen ein Ferienresort, das selbst bei Regen schöne Aussichten zu bieten hat. Und wer will, kann dann auch im Nieselregen baden gehen – im Wasserland und mit Blick auf die eiskalte Ostsee.

In der Kommandozentrale: Ein Mitarbeiter des Bauherren Hoffmann arbeitet am Computer an der Dachkonstruktion des Centers. Foto: Karin Riggelsen
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