Radiostation

Pastor und Organist fahren mit Studio über Land

Pastor und Organist fahren mit Studio über Land

Pastor und Organist fahren mit Studio über Land

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Gramm/Woyens
Zuletzt aktualisiert um:
Lasse Meyer Sørensen (l.) und Johannes Engholm Gjesing vor ihrem mobilen Radiostudio Foto: Karin Friedrichsen

Die Kollegen senden wöchentlich eine halbe Stunde aus dem roten VW-Bus. Gute Laune zu verbreiten und interessante Beiträge zu vermitteln sind das Konzept der Moderatoren.

Johannes Engholm Gjesing und Lasse Meyer Sørensen sind unter die Radiomacher gegangen. Die Arbeitskollegen der Kirchengemeinschaft Gramm/Gram, Fohl/Fole und Hoirup/Højrup haben auch in der Freizeit einen gemeinsamen Nenner. Johannes Gjesings roter Volkswagen Kleintransporter verwandelte sich vor einigen Monaten in ein Radiostudio. Die Radiomoderatoren fahren regelmäßig über Land, um Gesprächspartner für ihr Programm bei „Radio Haderslev“, „Humørbussen m. Gjesing og Sørensen“, heranzurufen.

Lasse Meyer Sørensen ist Vollblutmusiker. Inzwischen macht er auch Radioprogramme zusammen mit seinem Kollegen von der Gemeinde in Gramm. Foto: Karin Friedrichsen

Gesendet wird aus dem Kleintransporter

„Der Nordschleswiger“ trifft die beiden Männer in Hadersleben. Der legendäre Bus parkt vor dem Haupteingang des Doms. Pastor Johannes Gjesing kaufte den Kleintransporter vor zwei Jahren. Er nutzte einen dreimonatigen Studienurlaub, um das 43 Jahre alte Vehikel auf Vordermann zu bringen und, wie er damals erzählte, sich in die Bibel zu vertiefen.

„Søren Klinkby fragte mich vor einiger Zeit, ob ich Interesse daran habe, ein Radioprogramm zu machen. Ich holte Lasse mit ins Boot. Wir haben uns dazu verpflichtet, Stoff für ein halbstündiges Programm pro Woche zusammenzustellen“, sagt Gjesing. Søren Klinkby hat die Sendegenehmigung für „Radio Haderslev“, das unter anderem über das Internet unter radiohaderslev.dk abgespielt werden kann.

Johannes Gjesing im Interview mit seiner Pastorenkollegin Pia Haaning Lorenzen Foto: Karin Friedrichsen

Festes Konzept

Hygge und aktive Arbeit sind die Schlüsselwörter. Passend zum Programmtitel „Humørbussen“ sucht sich das Duo seine Gesprächspartner in der Kommune Hadersleben. „Wir sind hauptsächlich in unserer eigenen Kommune unterwegs“, erklärt Johannes Gjesing.

Das Konzept ist festgelegt. Die Radiomacher holen ihre Gesprächspartner quasi von der Straße in den Bus. Es wird über dieses und jenes geredet, und bislang hat das Duo unter anderem mit dem Grammer Bestatter Bent Ravn und der Jungunternehmerin Clara Fog aus Gramm Interviews gemacht.

Premiere feierten die Radiomacher vor dem Grammer Stadtfest „Pins'Mærken“. Das geschichtsträchtige Fest musste aufgrund der Corona-Krise in private Gärten verlegt werden. Johannes Gjesing, der Vorsitzender des Festes ist, ließ seine Kontakte spielen, um die ersten Interviewpartner in den Bus zu locken.

Die Austattung des Busses ist facettenreich zusammengestellt. Foto: Karin Friedrichsen

Vom Bus in die Kirchtürme

Die technische Ausstattung stellt „Radio Haderslev“ zur Verfügung, erklären Lasse Sørensen und Johannes Gjesing. Ihre eigene Spontanität versuchen die Moderaten auf ihre Gesprächspartner zu übertragen und Themen aus neuen Winkeln zu betrachten in dem gemütlichen Ambiente des Busses.

Im Winterhalbjahr, wenn es zu kalt wird im Bus, planen die Radiomacher, alternative Studios aufzubauen. „Wir könnten auf die Türme unserer Kirchen steigen und von dort aus senden“, überlegt Johannes Gjesing.

Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Aarhus-Geschichten“