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Störche: GPS-Projekt trägt Früchte

Störche: GPS-Projekt trägt Früchte

Störche: GPS-Projekt trägt Früchte

dodo
Nordschleswig
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Das Storchennest in Brauderup bei Tingleff Foto: Karin Tygsen (Archivfoto)

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Die GPS-Sender, die vergangenen Sommer an vier Jungstörche angebracht wurden, zeigen nun, welche Routen die Tiere genommen haben, um in ihr Winterquartier zu kommen. Drei von ihnen stammen aus Nordschleswig.

Der Winter rückt immer näher. Für die Störche in Dänemark heißt das, sich auf den Weg in wärmere Gefilde zu machen. Vier Jungstörche aus Dänemark sind im Zuge eines Forschungsprojektes vergangenen Sommer mit GPS-Sendern ausgestattet worden und bringen nun erkenntnisreiche Ergebnisse.

So entpuppte sich Störchin Michaela als schneller und geschickter Zugvogel. In nur drei Wochen hat sie es von Gundsølille bei Roskilde bis nach Luxor in Ägypten geschafft. Das Besondere daran: Im Gegensatz zu den meisten Störchen, die lieber über Land ziehen und lange Strecken über das offene Meer meiden, hat sie genau das Gegenteil gemacht.

Die Karte zeigt Michaelas Route durch den Nahen Osten. Foto: storkene.dk

„Als Michaela die Türkei erreichte, erwarteten wir, dass sie den Bosporus bei Istanbul in Richtung des asiatischen Teils der Türkei überquert. Der Bosporus ist sehr schmal und leicht zu überqueren. Doch Michaela nahm eine Abkürzung direkt über das Marmarameer und sparte so viele Flugstunden“, so Mogens Lange Petersen von Storkene.dk in einer Pressemitteilung.

Dies ist jedoch eine Abkürzung, die laut Experte für Störche alles andere als ungefährlich ist. Zum Glück hat Michaela die Reise geschafft und ist sehr schnell durch die Türkei, Syrien, Israel und Jordanien gekommen und ist jetzt in Afrika. Am Montag war sie im Niltal nördlich von Luxor in Ägypten.

Die anderen drei Jungstörche mit GPS-Sendern stammen aus zwei Nestern in Nordschleswig. Zwei von ihnen, Simba und Findus, kamen im Storchennest in Brauderup (Broderup) bei Tingleff (Tinglev) zur Welt. Sie befinden sich nun in Spanien, das aller Wahrscheinlichkeit nach das Endziel ihrer Reise sein wird. Die Iberische Halbinsel hat sich laut Storkene.dk zuletzt zu einem Hotspot für überwinternde westeuropäische Störche entwickelt.

Die Karte zeigt die Flugrouten für Christian, Findus und Simba. Foto: storkene.dk

Der letzte Jungstorch mit GPS heißt Christian und stammt aus dem Storchennest in Renz (Rens). Seine Eltern sind das Storchenpaar Annika (die früher in Smedagger (Schmedager) bei Tingleff ansässig war) und Alfred, der von einer Storchenfarm im schwedischen Schonen stammt. Christian war am Montag in der Türkei unweit von Istanbul und wird vermutlich Michaela über den Nahen Osten bis nach Afrika folgen.

„Ägypten ist jedoch wahrscheinlich nicht das ultimative Ziel für ihre lange Reise und wenn wir Glück haben, können wir sie bis nach Südafrika verfolgen“, so Mogens Lange Petersen.

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