Deutsche Minderheit

Fünf nordschleswigsche Abgeordnete im Kontaktausschuss

Fünf nordschleswigsche Abgeordnete im Kontaktausschuss

Fünf nordschleswigsche Abgeordnete im Kontaktausschuss

Kopenhagen/Nordschleswig
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Der Kontaktausschuss soll zukünftig direkt beim Folketing angesiedelt werden. Derzeit ist er dem Kulturministerium unterstellt (Archivfoto). Foto: Nils Baum

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Der direkte Draht der Minderheit zum Folketing, der Kontaktausschuss, ist mit viel Wissen über die Region besetzt worden. Eine der wichtigen Aufgaben wird die Neugestaltung des Ausschusses.

Was ist der Kontaktausschuss?

Der Kontaktausschuss für die deutsche Minderheit in Nordschleswig ist ein beratender Ausschuss des Kultusministeriums, der den Kontakt zwischen der deutschen Minderheit in Nordschleswig, der Regierung und dem Parlament sicherstellt.

Der Kontaktausschuss, der mindestens einmal im Jahr zusammentrifft, hat die Aufgabe, politische und kulturelle Angelegenheiten zu verhandeln, die für die Minderheit von Interesse sind.

Der „Kontaktausschuss für die Deutsche Minderheit“ ist der heiße Draht zwischen dem Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) und dem Folketing. Hier sitzen Abgeordnete sämtlicher Parteien, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Minderheit. Der Draht war in den vergangenen Jahren zeitweise jedoch weniger heiß, weshalb der BDN eine Änderung der Struktur des Ausschusses vorgeschlagen hat.

Wie aus der Homepage des Folketings hervorgeht, hat das Parlament nach der Wahl jetzt den Ausschuss neu besetzt, und es ist viel Nordschleswig-Wissen vertreten. Fünf der Mitglieder stammen aus dem Landesteil und weitere vier haben eine mehr oder weniger enge Zugehörigkeit zur Region.

Jesper Petersen mit dem BDN-Vorsitzenden Hinrich Jürgensen (Archivfoto) Foto: Elise Rahbek

Bereits vor Weihnachten konnte „Der Nordschleswiger“ vermelden, dass Jesper Petersen (Soz.) aus Woyens (Vojens) in den Kontaktausschuss zurückkehrt. Als Bildungsminister musste er ihn in der vergangenen Legislaturperiode verlassen. Der Leiter des Sekretariats der Minderheit in Kopenhagen, Harro Hallmann, bezeichnete seine Rückkehr als „eine gute Nachricht“.

Hans Christian Schmidt vertritt seit 1994 Nordschleswig im Folketing (Archivfoto). Foto: Karin Riggelsen

Venstre entsendet den Veteranen Hans Christian Schmidt, ebenfalls aus Woyens (Vojens) in den Kontaktausschuss. In ihm bekommt der Ausschuss ein weiteres Mitglied, das die Wurzeln tief in nordschleswigschem Boden verankert hat. Er ersetzt Ellen Trane Nørby, die sich wiederholt für die Belange der Minderheit eingesetzt hat.

Henrik Frandsen ist für die Moderaten neu ins Folketing eingezogen. Foto: Walter Turnowsky

Ebenfalls ein intimes Wissen über die Herausforderungen und Potenziale des Grenzlandes besitzt der Vertreter der Moderaten. Als ehemaliger Tondern-Bürgermeister kennt Henrik Frandsen die Situation vor Ort sehr genau.

Peter Kofod ist vom Europaparlament ins Folketing zurückgekehrt. Foto: Ute Levisen

Peter Kofod vertritt die Dänische Volkspartei im Ausschuss. Wie der Nachname andeutet, ist er nicht in Nordschleswig, sondern auf Bornholm geboren, doch empfindet er nach eigener Aussage Hadersleben (Haderslev) als sein Zuhause. Der BDN wird ihn nicht davon überzeugen können, sich für die Abschaffung der Grenzkontrollen einzusetzen. In anderen Fragen darf die Minderheit jedoch auf seine Unterstützung hoffen.

Lotte Rod (rechts) hat im Wahlkampf zu einem Frühstück gegen die Grenzkontrollen eingeladen. Foto: Karin Riggelsen

Radikale Venstre wird erneut durch Lotte Rod im Ausschuss vertreten. Sie kandierte zwar in Vejle und Kolding, ist jedoch in Apenrade (Aabenraa) aufgewachsen, wo sie auch die Deutsche Privatschule besucht hat.

Die Sozialistische Volkspartei entsendet erneut Karina Lorentzen Dehnhardt aus Kolding, die sich stark für Südjütland und Nordschleswig einsetzt. Die Konservativen setzen mit Niels Flemming Hansen aus Kolding ebenfalls auf Kontinuität und einen überzeugten Befürworter der Stärkung der Deutschkenntnisse. Die Liberale Allianz hat erneut Henrik Dahl aus Ripen (Ribe) in den Ausschuss geschickt. Søren Espersen von den Dänemarkdemokraten kennt ebenfalls die Arbeit im Kontaktausschuss, da er zuvor die Dänische Volkspartei dort vertreten hat.

Jette Gottlieb von der Einheitsliste, Peter Seier Christensen von den Neuen Bürgerlichen und Christina Olumeko von den Alternativen werden sich noch in die Materie einarbeiten müssen.

 

 

 

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