Vandalismus

Unbekannte beschmieren SP-Wahlplakate – und scheitern kläglich am Hakenkreuz

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Apenrade/Aabenraa
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Foto: Aha

Mehrere SP-Wahlplakate wurden in Apenrade mit schwarzer Farbe beschmiert. Die unbekannten Täter versuchten sich auf einem Plakat sogar mit einem Hakenkreuz – und sprühten es verkehrt herum.

„Das gibt der Sache eine ganz andere Qualität“, sagt die Sekretärin der Schleswigschen Partei (SP), Ruth Candussi. Mehrere Wahlplakate ihrer Kandidaten wurden auf Hohe Kolstrup mit schwarzer Farbe besprüht. Auf einem Wahlplakat des jungen Kandidaten Simon Skytte Eggert haben sich die Sprayer sogar an einem Hakenkreuz versucht – sind aber kläglich gescheitert: Es ist schlichtweg verkehrt herum.

Candussi hielt die Schmierereien zunächst für einen Dummejungenstreich, bei dem „Langeweile und Böswilligkeit“ zusammengekommen waren und wollte deshalb nicht weiter dagegen vorgehen. Als sie allerdings hörte, dass sich die Täter auch am Sprühen eines Hakenkreuzes versuchten, entschied sie sich doch dafür, Anzeige zu erstatten.

Nur die Sozialdemokraten nicht betroffen

Entdeckt hatte die Schmierereien die Mutter des jungen SP-Kandidaten, Anja Eggert, die täglich nach dem Rechten schaut. „Man muss ja leider mit solchen Schmierereien rechnen. Es sind nicht nur unsere Kandidaten betroffen. Auch die Plakate anderer Parteien sind besprüht”, erzählt sie. Dass allerdings kein einziges Plakat der Sozialdemokraten beschmiert ist, wundert sie – und andererseits auch wieder nicht. Auf vielen Plakaten ist das Konterfei von Erik Uldall Hansen zu sehen. „Der Halleninspektor von Hohe Kolstrup ist hier sehr beliebt”, stellt sie fest.

„Gerade, weil die anderen Plakate nicht mit Hakenkreuzen beschmiert sind, liegt darin irgendwie auch eine politische Botschaft. Deshalb habe ich es auch angezeigt“, meint Ruth Candussi. Es gehe aber auch ganz prinzipiell darum, dass dies ein Angriff auf die demokratischen Spielregeln sei. „Deshalb die Anzeige – ganz einfach für die Polizeistatistik“, so die Parteisekretärin.

Auch die Plakate anderer Parteien sind betroffen – nur nicht von den Sozialdemokraten. Foto: aha

Keinen Teufelskreis heraufbeschwören

Ob die SP die beschmierten Plakate entfernt oder nicht, ist noch nicht ganz entschieden. „Davon abgesehen, dass ich gar keine Wahlplakate mehr von Simon oder Erwin (Andresen; red. Anm.) habe, muss man sich genau überlegen, ob man nicht vielleicht einen Teufelskreis heraufbeschwört, wenn man frische Plakate aufhängt. Das könnte die Sprüher animieren, die Plakate wieder zu besprühen. Ich bin daher im Moment noch zwiegespalten, ob wir die Plakate hängen lassen oder entfernen. „Wir werden das noch intern diskutieren müssen”, sagt Anja Eggert.

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