Tour de France

Hotel Østersø wird zitronengelb

Hotel Østersø wird zitronengelb

Hotel Østersø wird zitronengelb

Apenrade/Aabenraa
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Dieses leuchtende Gelb ziert demnächst die gesamte Fassade des Hotel Østersø. Foto: Karin Riggelsen

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Die Familie Horup nimmt die Tour de France zum Anlass für ein Fest – gepaart mit einem versteckten Appell an die Kommune.

Dragos Enea hat noch ein paar Stunden – wohl auch einige mehr – vor sich, bevor er das Hotel Østersø, direkt an der Apenrader Förde gelegen, mit dem quietschgelben Anstrich versehen hat, wie es die Besitzerfamilie Horup in Auftrag gab.

Selbstverständlich – ist in diesen Tagen und Wochen festzustellen, wo in der ganzen Kommune die Vorbereitungen auf die Tour de France Fahrt aufnehmen – steht das Projekt in Verbindung mit der Tatsache, dass am 3. Juli die dritte Etappe des wohl wichtigsten Radsportspektakels der Welt auf dem Weg von Vejle nach Sonderburg (Sønderborg) durch Apenrade und direkt am Hotel Østersø vorbeiführt.

Der gebürtige Rumäne Dragos Enea hat noch einige Stunden Arbeit vor sich. Foto: Karin Riggelsen

Anstrich mit Signalwert

„Der gelbe Anstrich ist natürlich ein klares Signal an alle, dass wir am 3. Juli feiern wollen. Das wird ein Fest“, verspricht Nick Horup vom gleichnamigen Familienkonzern. Er ist der Sohn von Apenrades Baumatador Per Horup.

Es liegt auf der Hand, dass das Hotel seine geniale Lage direkt an der Strecke auch kommerziell ausnutzen will. Die notwendigen Genehmigungen sind bereits eingeholt, dass das Hotel in Zusammenarbeit mit dem Restaurant „Under Sejlet“, das auch zur Horup-Gruppe gehört und schräg gegenüber auf der anderen Seite des Flensborgvej liegt, verschiedene Events in unterschiedlichen Preisklassen anbieten kann.

VIP-Event auf der Terrasse

So wird es eine Art VIP-Veranstaltung auf der Terrasse des Hotel Østersø geben – mit ausgesuchten Spezialitäten aus den Regionen, durch die die Tour de France vom 1. bis zum 24. Juli führt. „Es sind 21 Etappen. Wir haben also 21 Spezialitäten und passende Getränke ausgesucht“, erzählt Restaurantchef Günther Jensen. Vom großen Balkon aus werden die Gäste beim kulinarischen Genuss live das Radspektakel verfolgen können.

Während das Gourmetangebot eher etwas für den gehobenen Anspruch und pralleren Geldbeutel ist, so sind die anderen geplanten Projekte auch für den Ottonormalverdiener beziehungsweise für die Ottonormalverdienerin – mit oder ohne Familie – angelegt.

Mit der auffälligen Farbe ist auch eine weitere Botschaft verbunden. Foto: Karin Riggelsen

Hoffen auf Sommer und Sonne

„Wir hoffen natürlich auf schönstes Sommer-Sonnen-Wetter für diesen Tag und werden zusätzliche Tische und Bänke aufstellen. Unsere Restaurantküche wird eigens einen Tour-de-France-Teller zusammenstellen. Darüber hinaus dürfen wir im Restaurant die gesamte Etappe auf einer Großleinwand übertragen. Die entsprechende Genehmigung vom Fernsehsender ,TV2’ haben wir eingeholt“, erzählt Günther Jensen.

Auf der Grünfläche zwischen Straße und Strand wird zudem ein großes Festzelt aufgebaut, in dem auch die Etappe bei Grillwurst und Bier auf einem Großbildschirm verfolgt werden kann. – An jede Geldbeutelgröße ist also gedacht.

Die versteckte Botschaft

Mit dem gelben Anstrich ist allerdings auch eine andere – versteckte – Botschaft verbunden, gibt Nick Horup offen zu. „Wir wollen nicht zuletzt auf uns aufmerksam machen. Und hier besonders die Politiker und verantwortlichen Mitarbeiter im Apenrader Rathaus. Wenn es nämlich nach uns gegangen wäre, dann hätte hier schon ein neues Hotel stehen können. Wir haben schon vor zwei Jahren unsere Neubaupläne eingereicht. Seitdem warten wir allerdings auf eine Entscheidung und vor allem darauf, dass der Bebauungsplan entsprechend geändert wird. Noch hat sich diesbezüglich herzlich wenig getan. Wir haben den Traum vom Hotel aber noch nicht aufgegeben“, unterstreicht der Horup-Sohn.

Er kann sich auch einen weiteren Seitenhieb an die Apenrader Kommunalpolitikerinnen und -politiker nicht verkneifen. „In Hadersleben und Sonderburg wird massiv investiert. Da passiert mächtig etwas. – Wir würden gern etwas machen, aber man lässt uns nicht. Wir glauben an den Standort Apenrade!“, sagt Nick Horup.

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