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Wachsender Antisemitismus verunsichert die dänische Gesellschaft

Wachsender Antisemitismus verunsichert die dänische Gesellschaft

Wachsender Antisemitismus verunsichert dänische Gesellschaft

Dänemark
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Foto: Ida Marie Odgaard/Ritzau Scanpix

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Die Anzahl der antisemitischen Handlungen ist seit dem Angriff der Hamas am 7. Oktober markant gestiegen. Das kann bei Jüdinnen und Juden zu einem unsicheren Gefühl und Einschüchterung führen, zeigt die Forschung. Auch die Gesamtgesellschaft spürt die Folgen.

Seit dem überraschenden Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober ist die Welt von gegensätzlichen Haltungen geprägt. An den Jüdinnen und Juden in Dänemark geht das nicht unbemerkt vorbei. Sie haben bereits „einen sehr starken Anstieg an antisemitischen Handlungen“ bemerken können, berichtet Henri Goldstein, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, gegenüber „Berlingske“.

Auch wenn die genaue Zahl der Handlungen unbekannt ist, habe die betroffene Glaubensgemeinschaft seit Beginn des Konflikts mehr Berichte erhalten als im gesamten Vorjahr, schreibt „Berlingske“ weiter.

Kein neues Phänomen

Diese Entwicklung sorgt auch beim Institut für Menschenrechte für Sorge. „Das ist leider ein bekanntes Problem, das immer wieder auftaucht, wenn der Konflikt zwischen Israel und Palästina aufflammt“, sagt Analysechef Rasmus Brygger gegenüber Ritzau.

Ph.d.-Studentin (Doktorandin) Anne-Mai Flyvholm von der Universität Kopenhagen forscht zu indirekten und kollektiven Effekten von Hassverbrechen an religiösen Minderheiten in Dänemark. Sie weiß, dass sich antisemitische Äußerungen bei Opfern unterschiedlich auswirken können.

Verschieden Vermeidungsstrategien

Es könnten Unsicherheit, Angst und Verletzlichkeit sowie Wut und Einschüchterung entstehen. Manche veränderten ihr Aussehen, um nicht offensichtlich als ein Teil einer Minderheit erkannt zu werden, andere seien besonders wachsam und würden die Orte meiden, an denen sie sich besonders ausgesetzt fühlen, erklärt Flyvholm in einer schriftlichen Antwort.

Ihre Forschung würde aber auch zeigen, dass dieser Hass auch gesamtgesellschaftliche Auswirkungen hat, das Vertrauen an die Mitmenschen würde beeinträchtigt.

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