Coronavirus

Königin Margrethe: „Wir müssen alle etwas dagegen tun“

Königin Margrethe: „Wir müssen alle etwas dagegen tun“

Königin Margrethe: „Wir müssen alle etwas dagegen tun“

Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Königin Margrethe hat am Dienstagabend eine historische Fernsehansprache an die Bürger Dänemarks gehalten. Foto: Thomas Sjørup/Ritzau Scanpix

Die dänische Königin hat erstmals eine außerplanmäßige Ansprache an die Bürger Dänemarks gehalten: „Haltet die Maßnahmen der Behörden ein."

Königin Margrethe hat am Dienstagabend in einer historischen Fernsehansprache die Bevölkerung Dänemarks dazu aufgefordert, sich als Bürger – jeder einzelne und gemeinsam – gegen die Verbreitung des Coronavirus zu stellen.

„Ich kann verstehen, dass viele sich Sorgen machen, denn unsere Wirklichkeit steht Kopf. Das fordert uns alle”, sagte die Königin. „Es fühlt sich furchtbar und unwirklich an, aber es ist unsere neue Wirklichkeit, und wir müssen einsehen und lernen, dass wir alle etwas dagegen tun müssen."

„Die Behörden haben Maßnahmen getroffen, die unseren Alltag beeinflussen. Was wir in diesen Tagen tun und wie wir handeln, kann für die zukünftige Entwicklung entscheidend sein", so die Königin.

Ein gefährlicher Gast

Der Coronavirus sei ein gefährlicher Gast. „Er breitet sich wie Ringe im Wasser aus, und zwar schnell. Eine Person kann viele andere Menschen infizieren – ohne dass man sich krank fühlt. Diese Kette kann lang werden, und daher müssen wir sie unterbrechen. Denn Menschen in dieser Kette werden sterben”, so die Königin weiter.

„Ein Kind kann seine Großmutter verlieren, eine Tochter ihren Vater, eine Frau ihren Mann. Freunde werden plötzlich nicht mehr da sein."

Sie forderte die Bevölkerung dazu auf, die Maßnahmen der Behörden zu befolgen und richtete einen Appell an die jungen Leute, sich vom Feiern abzuhalten. Sie würden sich in diesen digitalen Zeiten auch anders treffen können. „Bleibt zu Hause."

Rücksichtsloses Handeln

Die Königin sprach aber auch andere an: „Einige feiern, etwa ihren runden Geburtstag. Das ist nicht fair – es ist rücksichtslos", merkte sie kritisch an.

Selbstverständlich würden sich Leute Sorgen machen, „aber lasst uns zusammenstehen und neue Hoffnung in einer schwierigen Zeit schaffen", sagte Königin Margrethe, die sich bei den Behörden bedankte und den Einsatz der Fachkräfte im Gesundheitswesen, bei der Polizei und bei der Bereitschaft lobte.

Außerdem sprach sie ihr Mitgefühl denjenigen aus, die krank sind oder die bereits Angehörige verloren haben.

Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Das Gute und das Böse“