Online-Shopping

Achtung Abzocke

Malick Volkmann
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa/Jens Büttner

Gefälschte Online-Shops sind eine Gefahr – auch in Dänemark. Wir zeigen die besten Wege, sich vor Betrügern zu schützen – und was hilft, wenn es vermeintlich schon zu spät ist.

Christian Corduan wollte nur eine Kaffeemaschine im Internet bestellen. Statt der Kaffeemaschine steht er nun mit einem Minus von 650 Euro im Portmonnaie da. Es ist ein neuer Fall von Internet-Betrug durch gefälschte Online-Shops.

Obwohl der vermeintlich seriöse Internet-Handel eine ordentliche Aufmachung hatte, handelt es sich um eine Betrugsmasche. Das berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Der Kunde überweist Geld auf ein von den Kriminellen im Namen unbeteiligter Dritter neu eröffnetes Konto. Die ahnungslosen Beteiligten wissen gar nichts von der Eröffnung. Bevor sie es dann mitbekommen, haben die Drahtzieher das Geld schon wieder abgebucht und es sich in ihre eigene Tasche gesteckt.

Auf Rechtschreibung und Grammatik achten

Ulla Malling, Projektchefin für digitalen Selbstschutz beim Dänischen Verbraucherrat, weiß, worauf zu achten ist, um nicht in die Betrugs-Falle zu tappen. „Zuerst sollte der Kunde auf den Auftritt der Seite achten. Gibt es Rechtschreibfehler? Wie steht es um die Grammatik? Wenn das nicht ordentlich gemacht ist, kann es ein klares Anzeichen für Betrug sein“, sagt Malling. Oft übersetzten dann Softwares die Inhalte des Shops aus anderen Sprachen, wobei die Grammatik und die Rechtschreibung auf der Strecke bleiben.

Preise beachten

Ein ähnliches Anzeichen ist die Preisbildung: „Wenn es unrunde, komische Summen sind, dann ist es oft so, dass der Preis aus einer anderen Sprache mit einer anderen Währung übersetzt wurde. Wenn die Preise also komisch sind und es dann noch Fehler in der Rechtschreibung und Grammatik gibt, sollte man dort nicht einkaufen“, erklärt Malling.

Auch ein anderer Indikator hat mit den Preisen zu tun. Wenn diese überdurchschnittlich niedrig sind, sei Vorsicht geboten: „Wenn die Preise so niedrig sind, dass es eigentlich zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es leider oft nicht wahr“, so die Expertin.

Kunden sollten die Preise in Online-Shops genau unter die Lupe nehmen. Foto: dpa/Jens Büttner

Impressum vorhanden?

Wenn die erwähnten Punkte ordentlich erscheinen sollten, dann gibt es noch andere Aspekte, auf die man schauen kann, um einem möglichen Betrug vorzubeugen: „In Dänemark herrscht Impressumspflicht. Das bedeutet, dass in jedem Online-Shop eine Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse und, ganz wichtig, eine korrekte postalische Anschrift vorhanden sein müssen“, berichtet Malling.

Außerdem gebe die oft vorhandene Rubrik „Über uns“ Aufschluss über den Betreiber der Seite. Je umfassender und detaillierter die „Über uns“-Seite gestaltet ist, desto mehr könne man damit rechnen, dass es sich um einen seriösen Shop handele.

Ähnliche Sicherheitsvorkehrungen können Verbraucher bei dubiosen E-Mails treffen, die einem den Lottogewinn versprechen oder eine Rechnung von etwas unterjubeln wollen, das man niemals gekauft hat. „Wenn man den Absender nicht zu einem seriösen Unternehmen zurückverfolgen kann, dann sollte man skeptisch werden“, so Malling.

Am besten lösche man solche Mails und noch ein anderer Tipp kann Verbraucher vor möglichen Viren oder Fake-Angeboten schützen: „Klicke niemals auf Links, die in solchen E-Mails stehen. Dann kommt man erst gar nicht auf möglicherweise gefährliche Internetseiten“, so Malling.

Zertifikat verspricht Schutz

Außerdem gibt es ein Zertifikat, das zeigt, ob ein Online-Shop auf Seriosität geprüft wurde. Das sogenannte e-mæket versichert dem Verbraucher, dass der betroffene Online-Shop vernünftig handelt. Als anderer Indikator gilt die CVR-Nummer. Das ist eine individuelle und einmalige Nummer, die jedem Online-Handel zugeordnet ist. Die CVR-Nummer wird auch Unternehmensidentifikationsnummer genannt. Sie ist quasi die CPR-Nummer für Konzerne.

Im Betrugsfall: Bank kontaktieren

Aber was macht man, wenn es für all diese Maßnahmen zu spät ist? Was unternehmen Opfer von Betrugsmaschen, die Geld überwiesen haben, aber nicht die bestellte Ware erhalten? Auch hier weiß Ulla Malling Rat: „Sobald ich bemerke, dass etwas mit dem Handel nicht in Ordnung ist, kann ich meine Bank kontaktieren, die dann weitere Maßnahmen einleitet“, so die Expertin. Ganz wichtig sei es, dass die Bank sofort benachrichtigt wird und nicht erst einige Zeit später.

Keine Angst vor Mahnungen

Laut des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland müssen Betrugs-Opfer auch vor Inkassoschreiben und Mahnungen keine Angst haben, wenn sie sich innerhalb einer bestimmten Frist an die Bank wenden. „Wenn kein kostenpflichtiger Vertrag geschlossen wurde, kann bei Kreditkartenzahlung ein ‚Chargeback‘ durchgeführt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das bedeutet, dass der Käufer das Geld problemlos zurückbekommt.

Opfer können Mahnungen im Betrugsfall unberücksichtigt lassen. Foto: dpa/Jens Büttner

Polizei bietet Online-Plattform an

Außerdem können Leidtragende solcher Betrugsfälle die Polizei alarmieren. Dafür hat die dänische Polizei ein Online-Portal, auf dem derartige Verbrechen angezeigt werden können. Doch auch hier gilt: „Je schneller man handelt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es eine erfolgreiche Meldung gibt“, erklärt Malling.

Mehr lesen