Umwelt & Natur

Dänemark hat ein Gülleproblem

Dänemark hat ein Gülleproblem

Dänemark hat ein Gülleproblem

Kopenhagen
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Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Mit Einführung des Landwirtschaftspakets der Regierung können Landwirte in Dänemark seit 2015 mehr Gülle ausbringen. Die zu erwartende höhere Belastung der Luft mit Ammoniak, einer Stickstoffverbindung, sollte nach dem Willen der Regierung aber aufgefangen werden. Laut der Zeitung „Berlingske“ ist dies aber nicht geschehen.

Wie die Zeitung berichtet, werde Dänemark das Ziel einer EU-Initiative zur Begrenzung der Ammoniak-Freisetzung im Jahr 2020 nicht erreichen. Unter der Regierung Thorning hatte sich das Königreich der EU-Initiative angeschlossen. Die entsprechende EU-Direktive sieht vor, dass die Freisetzung von Ammoniak im Jahr 2020 um 24 Prozent geringer ist als im Jahr 2005. Dänemark setzte 2017 gut 72.000 Tonnen Ammoniak frei – eine Reduktion von nur 13 Prozent seit 2005. Mette Hjorth Mikkelsen, Beraterin am Institut für Umweltwissenschaften an der Universität Aarhus, hat in den vergangenen Jahren die Berichte über die Ammoniakbelastung in Dänemark verfasst. Zur Zeitung „Berlingske“ sagte sie, politisch sei in den vergangenen Jahren nichts geschehen, was zu einer deutlichen Reduktion führe.

Durch natürliche chemische Reaktionen gelangt das Gas Ammoniak in den Boden oder ins Wasser und wirkt dort als Stickstofflieferant; genau diese Düngung stellt für Heideflächen, Fjorde, Moore, Bäche und Auen ein Problem dar. Vor allem die Landwirtschaft setzt Ammoniak frei, sie ist für 97 Prozent des Ausstoßes verantwortlich.

Sozialdemokraten: Kontrolle verloren

Thor Gunnar Kofoed von der Branchenorganisation Landbrug & Fødevarer teilte der Nachrichtenagentur Ritzau mit, dass das Freisetzen von Ammoniak begrenzt werden müsse und tritt zusammen mit dem Naturschutzverein dafür ein, dass bestehende Regelungen geändert werden. Die bisherigen strengen Regeln hindern seiner Ansicht nach Landwirte daran, neue, umweltfreundliche Ställe zu bauen.

Umweltminister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre) weist darauf hin, dass die Regierung 160 Millionen Kronen in die Ammoniakreduktion investiere, um das Ziel zu erreichen.

Der umweltpolitische Sprecher der Sozialdemokraten ist der Auffassung, dass die Regierung mit dem Landwirtschaftspaket die Kontrolle über die Ammoniakemission verloren habe. Damit sei die Umweltpolitik der Regierung gescheitert, so Christian Rabjerg Madsen.

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