Umwelt und Natur

Nur wenige in Dänemark haben Angst vor Wölfen

Nur wenige in Dänemark haben Angst vor Wölfen

Nur wenige in Dänemark haben Angst vor Wölfen

cvt/Ritzau
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Wolf
Foto: Ross Sokolovski/Unsplash

Einige Politiker haben sich auf die neu eingewanderten Wölfe im Lande geradezu eingeschossen. Doch für die große Mehrheit der Menschen in Dänemark sind die Tiere keine Bedrohung – im Gegenteil. Und nicht nur in den Städten mögen sie die Wölfe – auch die Landbevölkerung fühlt sich sicher.

Der Großteil der Dänen fühlt sich sicher und hält es für akzeptabel, dass wieder wilde Wölfe im Lande leben. Gegner und Befürworter der Tiere hatten sich in den vergangenen Monaten heftige Debatten geliefert, besonders in den sozialen Medien. Eine Umfrage des Instituts Kantar Gallup für den Naturschutzbund Danmarks Naturfredningsforening (DN) zeigt nun, dass sich 68 Prozent der Bevölkerung sich sicher oder sehr sicher fühlen, was die Rückkehr der Wölfe angeht – und nur 19 Prozent fühlen sich unsicher oder (sieben Prozent) sehr unsicher.

„Ab und an wird der Ton zwischen den Flügeln der Wolfshasser und -liebhaber sehr schrill. Doch zum Glück nimmt die breite Bevölkerung das eher gelassen“, sagt der Biologe Bo Håkansson, der für DN arbeitet und Mitglied der sogenannten Wolfsgruppe des Wildverwaltungsrates ist. „Hoffentlich führt das zu einer Debatte, die ein wenig mehr auf Fakten beruht als das, was man manchmal so hört“, sagt er.

In allen Lagern große Zustimmung für die Wölfe

Besonders ältere Menschen und Anhänger von Parteien rechts der politischen Mitte sind besorgt, zeigt die Umfrage unter 1.732 repräsentativ ausgewählten Bürgern. Besonders in den Regionen, wo Wölfe bereits aufgetaucht sind oder auftauchen könnten ist die Besorgnis größer. Doch auch in diesen Gruppen haben deutlich mehr Menschen Zutrauen als Angst.

„Es ist völlig nachvollziehbar, dass, wenn der Wolf 200 Jahre lang weg war, er in seiner Nachbarschaft für Unruhe sorgt. Deshalb muss auch schnell Schafzüchtern dabei geholfen werden, effektiv Angriffen auf Haustiere vorzubeugen. Zugleich muss ein konstanter enger Dialog mit den Bürgern sichergestellt sein, die in den Gegenden leben“, sagt Håkansson.

Minister: Wir haben die richtigen Werkzeuge

Umwelt- und Nahrungsmittelminister Esben Lunde Larsen (Venstre) hat just den Wildverwaltungsrat darum gebeten, die Regulierung der Wölfe zu besprechen und zu untersuchen, ob die Entdeckung neuer Wolfsjunge Anlass zu neuen Maßnahmen gibt. Diese müssten allerdings von der EU genehmigt werden, da der Wolf geschützt ist und Dänemark eine entsprechende Vereinbarung ratifiziert hat.

„Im Augenblick können wir nicht viel tun. Doch wenn der Wolfsbestand in Dänemark wächst, haben wir die richtigen Werkzeuge“, sagt der Minister. Derzeit ist es lediglich gestattet „Problemwölfe“ zu schießen, die wiederholt zu nah an Menschen und Haustiere herankommen.

Die Ergebnisse im Einzelnen

13,1 Prozent der Anhänger des roten Blocks fühlen sich durch die Rückkehr der Wölfe unsicher. Beim blauen Block sind es 24,5 Prozent. Am meisten Angst haben die Wähler der Neuen Bürgerlichen: 41,5 Prozent gaben an, sich unsicher oder sehr unsicher zu fühlen.

14,3 Prozent der Männer fühlen sich unsicher oder sehr unsicher, 22,5 Prozent der Frauen. Mit 12,2 Prozent ist die Unsicherheit in der Hauptstadtregion am niedrigsten, ansonsten ist sie relativ gleichmäßig über das Land verteilt. Mit 59,2 Prozent fühlen sich allerdings in Nordjütland deutlich die wenigsten Bürger sicher oder sehr sicher (Hauptstadt: 74,5 Prozent).

Die Umfrage: Gallup for DN om ulvene

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