World Happiness Report

Glück – was bedeutet das eigentlich?

Glück – was bedeutet das eigentlich?

Glück – was bedeutet das eigentlich?

ritzau/gn/dpa
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Zwei Schwestern im Glück – das soziale Umfeld spielt beim Glücklichsein eine große Rolle. Foto: Johner Images / Ritzau Scanpix

Dänemark ist das zweitglücklichste Land der Welt, nachdem Norwegen auf den dritten Platz verdrängt wurde. Nur die Finnen sind glücklicher.

Dänemark hat den Titel als glücklichstes Land der Welt nicht zurückerobern können: Finnland steht weiterhin im World Happiness Report an erster Stelle vor Dänemark, das diesmal Norwegen auf den dritten Platz verdrängt hat.

Nach Finnland, Dänemark und Norwegen folgen auf den nächsten Plätzen Island, die Niederlande, die Schweiz, Schweden, Neuseeland, Kanada und Österreich. Deutschland steht an 17. Stelle.

Der Glücksbericht wird vom Sustainable Development Solutions Network, eine Initiative der Vereinten Nationen von 2012, erarbeitet. Ziel ist es, mit dem Bericht Gleichheit und Vertrauen zu schaffen.

Die Antworten für den diesjährigen Bericht sind zwischen 2016 und 2018 gesammelt worden. Die Befragten konnten ihr Glück auf einer Skala von 0 bis 10 eingeben. Die Finnen haben sich selbst die Note 7,769 und die Dänen 7,6 gegeben. Deutschland 6,985.

Auf den letzten Plätzen stehen der Süd Sudan (2,853), die Zentralafrikanische Republik (3,083) und Afghanistan (3,203).

Vater und Sohn am Strand von Helsingborg Foto: Johner Images / Ritzau Scanpix

Was ist das eigentlich: Glück?

Aus neurobiologischer Sicht fühlen wir uns dann glücklich, wenn eine Art guter Cocktail aus körpereigenen Chemikalien durchs Hirn strömt. Oxytocin zum Beispiel wird bei Umarmungen und beim Orgasmus ausgeschüttet, bei Frauen auch während der Geburt und beim Stillen. Als sogenanntes Bindungshormon macht es uns entspannter, vertrauensseliger und monogamer.

Wir empfinden auch ein Hochgefühl, wenn mehr Dopamin gebildet wird. Der Botenstoff regt im Hirn das „positive Belohnungszentrum“ an, das eigentlich mesolimbisches System heißt. Dort entsteht ein Glücksgefühl. Dopamin spielt auch bei der Produktion von Endorphinen eine Rolle. Das sind gewissermaßen körpereigene Drogen - nur ohne heftige Nebenwirkungen. Endorphine lindern vor allem Schmerzen und stimulieren das Immunsystem. Weil unser Hirn so verschaltet ist, können Umarmungen gegen Traurigkeit helfen und Sex gegen Kopfschmerzen.

Liegt Glück in den Genen?

Zum Teil ja. Der Schlüssel zum Glück lautet SLC6A4. Was aussieht wie ein Passwort, ist in Wahrheit der Fachbegriff für ein Gen. SLC6A4 leitet das Hormon Serotonin in die Zellen weiter, und das lässt uns entspannt sein und gut gelaunt. Forscher gehen, grob gesagt, von zwei Arten dieses Gens aus: einer Langform und einer Kurzform. Wer ein längeres Gen hat, der hat mehr Serotonin in den Zellen - und sieht eher das Positive. Ein kürzeres Gen macht anfälliger für Pessimismus.

Also gute Gene, gute Laune? Wissenschaftler vermuten, dass Gene allgemein für ein Drittel bis die Hälfte unseres Wohlbefindens verantwortlich sind. Das würde erklären, warum manche Menschen von Natur aus glücklicher wirken als andere - bei ansonsten gleichen Umständen. Eineiige Zwillinge haben wiederum ein sehr ähnliches Glücksniveau, auch dann, wenn sie an unterschiedlichen Orten wohnen.

Was macht am glücklichsten?

Ein stabiles soziales Umfeld, Zuneigung und Liebe haben laut Forschern die nachhaltigste Wirkung. Wer sich in seiner Familie und unter Freunden angenommen fühlt, meistert auch schwierigere Lebensphasen leichter. Auch wer sich sozial engagiert, lebt im Schnitt zufriedener. Reichtum macht übrigens ab einer gewissen Grenze kaum noch glücklicher. Es müssen vor allem die Grundbedürfnisse befriedigt werden, im besten Fall mit einem kleinen Polster. Darüber hinaus steigt das Glück nur noch sehr langsam an.

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