Neue Infektionskrankheit

Coronavirus: Gesundheitsbehörde schätzt Todesfälle

Coronavirus: Gesundheitsbehörde schätzt Todesfälle

Coronavirus: Gesundheitsbehörde schätzt Todesfälle

Ritzau/hm
Kopenhagen/Berlin
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Die Metro in Kopenhagen macht darauf aufmerksam, dass man sie nicht benutzen sollte, zumindest nicht in Stoßzeiten. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Die Zahlen variieren, doch ist ihnen gemeinsam: Sie sind ernüchternd. Bundeskanzlerin Angela Merkel geht davon aus, dass zwei Drittel der Bundesbürger sich mit dem Coronavirus infizieren; die dänische Gesundheitsbehörde denkt, dass es 10 Prozent werden und rechnet die möglichen Todesfälle aus.

Die Gesundheitsbehörde hat zum ersten Mal im Rahmen einer Risikoabschätzung Zahlen von Todesfällen bekannt gegeben, sollte sich in Dänemark eine Coronavirus-Epidemie entwickeln. Die Behörde geht davon aus, dass zwischen 1.680 und 5.600 Menschen in Dänemark sterben könnten.

Dänische Gesundheitsbehörde: Infektionsrate 10 Prozent

Die Behörde hofft durch effektive Maßnahmen, die Zahl der Todesfälle am unteren Ende der Schätzung zu halten und nimmt an, dass sich 10 Prozent der Menschen im Land infizieren. Dies entspricht 580.000 Menschen. 11.200 werden stationär aufgenommen werden müssen. 2.800 werden intensiv behandelt werden müssen – bei 431 intensivmedizinischen Plätzen im Land, wobei auch Patienten mit anderen Krankheiten Bedarf an Intensivmedizin haben. Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Sozialdemokraten) will, dass pensionierte Ärzte und Medizinstudenten helfen.

Bundeskanzlerin: Zwei Drittel werden sich anstecken

Wie die Zeitung „Bild“ und andere Medien berichten, geht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) davon aus, dass sich etwa zwei Drittel der Deutschen mit dem Coronavirus infizieren. Dies soll sie bei einem Treffen von Regierungspolitikern der CDU gesagt haben. Laut der Deutschen Presse Agentur (dpa) gehen Experten von einer ähnlichen Zahl aus. Dem Virologen Christian Drosten zufolge ist die Dauer der Epidemie unklar, es könnten zwei oder mehr Jahre werden, so Drosten. Es sei wichtig, so Drosten, dass die Behörden alles unternehmen, den Ausbruch der Infektion zu verlangsamen. Am Mittwochvormittag rief die Bundeskanzlerin die Deutschen zu Solidarität und Vernunft auf. Es gehe um das Gewinnen von Zeit. „Es ist eben nicht egal, was wir tun, es ist nicht vergeblich, nicht umsonst, " so Merkel laut dpa.

Langsame Infektionswelle schützt Gesundheitssystem

Der Aufforderung der Staatsministerin Mette Frederiksen (Sozialdemokraten), Veranstaltungen über 1.000 Personen abzusagen, kam in Dänemark dem Wissenschaftsmagazin Videnskab.dk zufolge das Messezentrum in Herning nicht nach und versammelte 50.000 Menschen zu einer Messe rund ums Pferd. Man solle die Empfehlungen der Regierung nicht infrage stellen, sie seien vernünftig, so Christian Wejse, Arzt am Universitätskrankenhaus in Aarhus. Um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, sei es wichtig, die Zahl der Ansteckungen über einen längeren Zeitraum zu strecken, dies bestätigten auch epidemiologische Forschungen, so Wejse.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Grüne Zukunft“