Handball

Deutschland mit furiosem Start in die Mission Heim-WM

Knorr und Co. besiegten Ägypten in einem torreichen Spiel.

Beim ersten Auftritt seit dem EM-Silber wecken die deutschen Handballer Vorfreude auf die Weltmeisterschaft im eigenen Land. Der Bundestrainer sammelt weitere Argumente für einen neuen Vertrag.

Veröffentlicht

Zusammenfassung

  • Deutschland startet mit einem 41:38-Offensivfeuerwerk gegen Afrikameister Ägypten in die Mission Heim-WM.
  • Bundestrainer Alfred Gislason sammelt mit der starken Angriffsleistung Argumente für eine Vertragsverlängerung, bemängelt aber die Abwehr.
  • Juri Knorr überzeugt mit neun Toren, während sich die Entscheidung über Gislasons Zukunft noch vor der WM klären soll.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Mit glänzenden Augen ließen sich Deutschlands Handballer von den begeisterten Fans für ihre furiose Offensiv-Gala beim Start in die Mission Heim-WM feiern. Beim 41:38 (21:18) gegen Afrikameister Ägypten knüpfte die DHB-Auswahl vor allem im Angriff über weite Phasen an die starken Vorstellungen bei der Europameisterschaft an und lieferte weitere Argumente für eine Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Alfred Gislason. 

«Das war ein ganz schönes Torfestival», stellte der starke Torhüter David Späth fest. Der Bundestrainer sah es etwas differenzierter: «Es war kein schlechtes Spiel von uns, aber es gibt vieles, was wir besser machen können. Unser Angriff war sehr gut, doch wir haben zu viele Tore kassiert. In der Abwehr gab es zu viele Abstimmungsfehler», sagte Gislason. 

Gislason-Zukunft entscheidet sich vor der WM

Die Entscheidung über die Zukunft des 66-Jährigen, dessen Kontrakt nach der WM ausläuft, wird definitiv vor dem Turnier fallen. 

«Der Prozess wird jetzt in Gang gesetzt. Wir lassen uns Zeit und uns nicht unter Druck setzen. Aber es wäre schlimm, wenn wir einen Monat vor der WM keine Klarheit hätten. Das wäre zu spät», verkündete DHB-Sportvorstand Ingo Meckes.

Der Bundestrainer hatte erst vor wenigen Tagen erneut seine Bereitschaft zu einer Vertragsverlängerung bekräftigt. 

«Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich erst einmal nicht aufhören möchte mit Handball nach der Weltmeisterschaft und gerne mit dieser Mannschaft weiterarbeiten würde», sagte Gislason. 

DHB-Team überzeugt auch ohne fünf EM-Fahrer 

Der Isländer ist seit Anfang Februar 2020 im Amt und führte die DHB-Auswahl bei den Olympischen Spielen 2024 und der Europameisterschaft 2026 jeweils zu Silber. Und auch im ersten Spiel seit dem Medaillen-Coup bei der EM begeisterte das DHB-Team die 10.732 Zuschauer in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle mit teils hochklassigem Tempo-Handball. 

Rückraum-Ass Juri Knorr war mit neun Toren bester Werfer für den Gastgeber. «Da war auch etwas Wurfglück dabei», räumte der Spielmacher nach dem Abpfiff schmunzelnd ein. 

Dennoch: Das Fehlen eines Silber-Quintetts vom Turnier in Dänemark machte sich kaum bemerkbar. Torwart-Titan Andreas Wolff und Rechtsaußen Lukas Zerbe hatten eine Verschnaufpause, Routinier Rune Dahmke keine Einladung erhalten. Zudem mussten der verletzte Nils Lichtlein und der erkrankte Marko Grgic passen.

Ägypten mit viel Gegenwehr

Von Beginn an lieferten sich beide Teams einen Schlagabtausch mit zunächst ständig wechselnder Führung. «Ägypten ist ein absoluter Topgegner, der bei jeder WM zu den Geheimfavoriten gehört», hatte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes nicht umsonst kurz vor Anpfiff gewarnt. 

Nach einer knappen Viertelstunde hatte sich die deutsche Mannschaft beim 10:7 trotzdem erstmals ein Drei-Tore-Polster erarbeitet. Das lag vor allem an Torhüter David Späth. Der 23-Jährige demonstrierte einmal mehr seine Klasse und gab seinen Vorderleuten mit etlichen Glanzparaden die nötige Sicherheit. 

Starke zweite Halbzeit bringt Entscheidung

Der Afrikameister ließ sich bis zur Pause aber nicht weiter abschütteln. Insbesondere aus dem Rückraum entwickelten die Ägypter viel Gefahr. Nach dem Wechsel drehte Deutschland dann mächtig auf und setzte sich beim 31:25 (43.) erstmals auf sechs Tore ab.

Für Späth war nach elf abgewehrten Würfen daraufhin vorzeitig Schluss. Für ihn kam der Berliner Lasse Ludwig und führte sich bei seinem Länderspieldebüt gleich mit einer tollen Parade gut ein. Am Ende durfte das DHB-Team einen ungefährdeten Sieg bejubeln - auch wenn Ägypten noch einmal etwas herankam.