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Sängerin aus der Minderheit beim Lichtfest: „Wegen meiner Stimme gewählt“

Johanna Løhde Nielsen gestaltet das Lichtfest in Hadersleben musikalisch – gemeinsam mit SMUK und dem Mädchenchor der Domgemeinde.

Beim Lichtfest am 4. Mai in Hadersleben steht eine Sängerin aus der deutschen Minderheit im musikalischen Mittelpunkt des Befreiungsfestes. Johanna Løhde Nielsen bringt eigene Musik auf den Kasernenhof und sagt: Entscheidend für ihre Rolle ist ihre Stimme – nicht ihr Hintergrund.

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Zusammenfassung

  • Johanna Løhde Nielsen aus der deutschen Minderheit steht beim Lichtfest in Hadersleben als Solistin im Mittelpunkt.
  • Sie singt Sebastians „Nyt lys i mørket“ und eine neu arrangierte Eigenkomposition.
  • Ihren Auftritt zum Lichtfest als Sängerin sieht sie als Entscheidung für ihre Stimme, nicht für ihren Hintergrund.

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Ein dänisches Befreiungsfest, das das Ende der deutschen Besatzung Dänemarks vor 81Jahren feiert. Und mittendrin Johanna Løhde Nielsen aus Hadersleben (Haderslev). Sie ist in der deutschen Minderheit aufgewachsen und die jüngste Tochter des Hauptvorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen. Sie wird zum Haderslebener Lichtfest als Solistin auf dem Kasernenhof stehen. Das Schleswigsche Musikkorps und der Mädchenchor der Domgemeinde begleiten sie.

Licht im Dunkeln

Am 4. Mai feiert die Domstadtkommune erneut ihr traditionelles Lichtfest auf dem Kasernenhof. Dessen Motto ist: Frieden, Freiheit, Versöhnung.

Eigene Komposition in neuem Gewand

Die Künstlerin wird Sebastians „Nyt lys i mørket“ singen, das von Hoffnung in dunklen Zeiten handelt. „Und ich bringe eine Eigenkomposition mit“, sagt sie. Das Stück sei eigens für das Lichtfest neu arrangiert worden.

Lichtfest Hadersleben

  • Datum: 4. Mai
  • Ort: Kaserne Hadersleben
  • Anlass: Befreiung Dänemarks 1945
  • Programm: Musik, Reden und Gedenken
  • Musik 2026: Johanna Løhde Nielsen als Solistin
  • Mitwirkende: Schleswigsches Musikkorps SMUK, Mädchenchor der Domgemeinde
  • Lichtfestrede: Kenneth Pedersen, Direktor der dänischen Katastrophenschutzbehörde

Stimme statt Herkunft

Løhde selbst macht aus ihrem Auftritt zu dem traditionellen Befreiungsfest kein politisches Signal: „Sie haben mich wegen meiner Stimme gewählt – und kennen meinen Hintergrund womöglich nicht.“

Die Kluft von damals

Die frühere Kluft zwischen Mehr- und Minderheit hat die 1990 geborene Sängerin noch erlebt. In ihrer Kindheit in Tingleff (Tinglev) verliefen die Linien oft entlang von dänischen und deutschen Schulen und Vereinen: „Da wurden Rufe laut, bei denen man merkte: Das kommt nicht von den Kindern.“

Kein Thema mehr

Heute sei alles anders. Ihre eigenen Kinder gehen auf die Deutsche Schule Hadersleben; die Konflikte von einst gehören der Vergangenheit an. „Heutzutage ist das alles kein Thema mehr“, sagt sie. „Wir sollten uns in erster Linie als Menschen begegnen – nicht als deutsche Minderheit oder Dänen.“