Deutsche Minderheit

Der DKA-Vorstand stimmt der Schließung des Rapstedter Kindergartens zu

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Archichfoto von der Verabschiedung der großen Kinder des Rapstedter Kindergartens 2022. Solche Bilder wird es voraussichtlich bald nicht mehr geben.

Spätestens im Sommer wird Schluss sein: Der Vorstand der Deutschen Kindergärten Apenrade hat beschlossen, der Empfehlung des Deutschen Schul- und Sprachvereins nachzukommen, den Rapstedter Kindergarten zu schließen. Die Schule steht ebenfalls vor dem Aus, der Vorstand wirft das Handtuch allerdings noch nicht in den Ring.

„Es war für alle emotional und keine leichte Entscheidung. Der Vorstand hat aber beschlossen, der Empfehlung des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig (DSSV) zu entsprechen und den Kindergarten zu schließen. Es wird allerdings nicht hier und jetzt passieren. Der Betrieb soll bis zum 30. Juni kommenden Jahres weiterlaufen“, so die Rückmeldung von Kira Hansen Heesch aus Tingleff (Tinglev), Vorsitzende der Deutschen Kindergärten Apenrade (DKA), zu denen der Rapstedter Standort gehört.

Man habe sich auf der Vorstandssitzung bewusst dazu entschieden, die Schließung nicht vor dem Sommer zu vollziehen, wenn dann voraussichtlich auch die Schule die Schlüssel umdreht. Sollte es zu frühzeitigen Abmeldungen kommen, werde der Vorstand sich allerdings erneut treffen, um nötige Schritte einzuleiten.

Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig und der Hauptvorstand des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) hatten aus finanziellen Gründen und wegen fallender Kinderzahl beschlossen, die beiden Minderheiteneinrichtungen ab dem neuen Schuljahr nicht mehr zu fördern und haben deren Schließung empfohlen. Zur Zeit (Stand 5. Dezember) sind sieben Kinder in der Institution angemeldet. Eine gleichlautende Empfehlung für die Einrichtungen in Lunden wurde zurückgenommen.

Vorzeitige Schließung nicht zumutbar

Das Aus des Rapstedter Kindergartens soll nun zumindest bis Ende Juni hinausgezögert werden. „Eine vorzeitige Schließung wollten wir den Kindern, den Eltern und den Mitarbeitenden nicht zumuten. Vor allem für die Kinder wäre es eine Belastung, wenn sie so abrupt aus ihrem gewohnten Umfeld herausgenommen werden. Wir haben eine Fürsorgepflicht und haben daher entschieden, den Betrieb bis zum Stichtag 30. Juni aufrechtzuerhalten, auch damit die Eltern sich in Ruhe um eine Alternative kümmern können“, so Kira Hansen Heesch im Namen des DKA-Vorstandes.

Ähnlich formuliert es Judith Ziehmann, Elternvertreterin des Rapstedter Kindergartens und DKA-Vorstandsmitglied. Auch sie spricht von einem „emotionalen, aber auch konstruktiven Meeting“, bei dem kein anderer Ausweg gesehen wurde, als für die Schließung zu stimmen. Sie hoffe, dass die verbliebenen Kinder bis zum Juni in der Rapstedter Einrichtung bleiben, denn sonst drohe schon früher das Ende.

Eine andere Entscheidung für den seit 60 Jahren existierenden Kindergarten hatte sich Christina Buchmeier gewünscht, Vorsitzende der benachbarten deutschen Schule, die ebenfalls vor dem Aus steht. 

Noch kein Schlussstrich für die Schule

Mit dem Wegfall des Kindergartens bricht eine wichtige Grundlage weg. Einen Schlussstrich mit Auflösung des Schulvereins möchte man aber noch nicht ziehen, betont Buchmeier.

Auf einer Elternversammlung sei kürzlich nichts dergleichen beschlossen worden. „Wir haben über die Situation gesprochen, uns gegenseitig getröstet und auch Mut zugesprochen. Wir wollen uns mit Entscheidungen Zeit lassen und uns jetzt erst einmal in Ruhe auf unsere Weihnachtsfeier konzentrieren“, so die Vorsitzende. Trotz der schwierigen und belastenden Ausgangslage habe man das Fortbestehen der Schule noch nicht abgehakt.

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