Jubiläum

Junge Menschen lieben die Gemeinschaft von Sankt Petri

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Die Konfirmandinnen und Konfirmanden vor der Petri-Kirche gemeinsam mit Hauptpastorin Rajah Scheepers (6. v. l.) und Vikar Morten Hennebichler (r.)

Die deutschsprachige Sankt-Petri-Gemeinde in Kopenhagen feiert in diesem Jahr ihr 450-jähriges Bestehen. Mit jährlich 20 bis 25 Konfirmandinnen und Konfirmanden kann sie zudem zuversichtlich in die Zukunft blicken. Die enge Verbindung zu benachbarten Schulen kommt ihr dabei zugute.

Es geht lebhaft zu beim Konfirmationsunterricht an der Sankt Petri-Kirche. Helle Stimmen unterhalten sich angeregt ganz buchstäblich über Gott und die Welt.

Die Hauptpastorin Rajah Scheepers verschafft sich Gehör, um zu fragen, wer im Anschluss an den Unterricht dem „Nordschleswiger“ erzählen möchte, warum er oder sie sich in der Petri-Gemeinde konfirmieren lässt. Sieben Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie vier, die bereits konfirmiert sind, melden sich.

Moritz Wilke

Moritz lässt sich an der Petri-Kirche konfirmieren, weil er die Petri-Schule besucht und an Gott glaubt.

„Es ist schön, dass die Gottesdienste auf Deutsch stattfinden, weil ich zu 100 Prozent deutsch bin. Ich finde es schön, es auf Deutsch zu machen. Dann fühle ich mich zu Hause.“

Oskar Aare Berger

Oskar besucht ebenfalls die Petri-Schule, ist deutschsprachig und glaubt an Gott.

„Ich könnte mir nicht vorstellen, mich in einer anderen Kirche konfirmieren zu lassen, weil es hier für mich am besten Sinn ergibt. Mir gefällt die Gemeinde, weil wir hier eine gute Gemeinschaft haben.“

Sophie

Sophie ist zur Hälfte deutsch und hat bereits als kleines Kind die Gottesdienste in der Petri-Kirche besucht.

„Ich kenne den Glauben von klein auf und habe bereits viel über ihn nachgedacht. Daher ist es schön, sich jetzt konfirmieren zu lassen und die Gedanken mit den anderen Konfirmandinnen und Konfirmanden zu teilen.“

Mika Plath

Mika hat sich erst in diesem Schuljahr entschieden, sich konfirmieren zu lassen. Er kommt nicht aus einer gläubigen Familie.

„Mich interessierte die christliche Religion, und ich wollte mehr über sie lernen. Der Glaube gibt mir eine andere Perspektive auf das Leben und die Existenz. Man lernt, die kleinen Dinge zu schätzen.“

Bjørn Andersen

Bjørn wurde bereits im vergangenen Jahr konfirmiert. Er begleitet die diesjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden als sogenannter Teamer.

„Es hat mir etwas bedeutet, dass wir Teamer hatten. Außerdem ist es schön, weiterhin Teil dieser Gemeinschaft zu sein, in der man sich akzeptiert fühlt und frei sprechen kann.“

Carl Friedrich Thöle

Karl ist ebenfalls Teamer. Es hat ihm auf dem Weg zur Konfirmation geholfen, mit etwas älteren Kameradinnen und Kameraden zu sprechen, und das möchte er weitergeben.

„Als Teamer ist man weiterhin in der Gemeinde mittendrin. Außerdem macht es mir Spaß, jungen Leuten zu helfen, ihren Glauben zu finden.“

Helene Langbach

Helene ist in Deutschland konfirmiert worden. Nachdem sie nach Kopenhagen gezogen ist und an die Petri-Schule gekommen war, hat sie sich entschieden, wie bereits in Deutschland Teamerin zu werden.

„Gott spielt eine große Rolle in meinem Leben, und ich habe daher einen Gottesdienst besucht, der mich sehr angesprochen hat. Ich habe mich sofort hier in der Gemeinde sehr willkommen gefühlt.“

Annika Kurney

Annika möchte als Teamerin ihren Glauben an andere junge Menschen weitergeben. Außerdem will sie weiterhin „dabei sein“.

„Es macht Spaß. Zudem habe ich immer jemanden in der Gemeinde, mit dem ich reden kann. Wenn etwas schwer ist, kann ich mich jemandem anvertrauen.“

Johann Paulsen

Der Glaube hat in Johanns Familie keine große Rolle gespielt. Sein Vater ist nicht gläubig.

„Meine Großmutter hat mir vom Glauben erzählt, und das hat mich sehr interessiert. Daher dachte ich, dass ich es mal ausprobieren möchte. Daher bin ich zum Konfirmationsunterricht gegangen, und es gefällt mir, Teil einer Gemeinde zu sein.“

Louise Orlowski

Louise war zunächst unsicher, ob sie sich konfirmieren lassen sollte. Als eine Cousine von ihr konfirmiert wurde, dachte sie, sie könne es mal „ausprobieren“. Nach einer Konfi-Fahrt hat sie sich endgültig entschieden, sich konfirmieren zu lassen.

„Ich war mir lange sehr unsicher. Nachdem ich mich dann endlich entschieden hatte, war es etwas sehr Schönes. Es war eine Entscheidung, die mich selbst sehr glücklich gemacht hat.“

Luna Feder-Sværdpiil

Luna ist bereits in der Petri-Kirche getauft worden. Ihr gefällt die enge Beziehung zwischen Schule und Kirchengemeinde, und sie war nie im Zweifel, dass sie sich hier konfirmieren lassen wollte.

„Meine Beziehung zu Gott hat sich durch den Konfirmationsunterricht erweitert. Ich spüre jetzt den Glauben im Alltag. Wenn ich schöne Zeiten erlebe, spüre ich die Beziehung zu Gott – ich weiß nicht genau, wie ich das Gefühl beschreiben soll.“

*Sophie möcht in Absprache mit ihren Eltern nur mit Vornamen genannt werden.

Sankt Petri

Die Sankt-Petri-Gemeinde besteht seit 1575. Sie ist eine königliche Stiftung und bis heute über einen königlichen Patron mit dem Königshaus verbunden.

Vor der Reformation war die Sankt Petri-Kirche eine der vier städtischen Pfarrkirchen Kopenhagens. Durch die Reformation kam sie in die Verfügungsgewalt des Königs. König Frederik II. stellte sie 1585 der deutschen Gemeinde zur Verfügung.

Die Petri-Gemeinde ist die einzige deutschsprachige Gemeinde der dänischen Volkskirche (Folkekirken).