Religion

Die Petri-Gemeinde in Kopenhagen bekommt eine neue Pastorin

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Christiane Stahlmann kommt von Bayern nach Kopenhagen.

Die 54-jährige Christiane Stahlmann löst am 1. August Rajah Scheepers als Hauptpastorin der deutschen Gemeinde ab. Die Gemeindemitglieder haben sie am Sonntag direkt gewählt.

Ab dem 1. August heißt die Hauptpastorin an der Sankt Petri-Kirche Christiane Stahlmann. Sie löst Rajah Scheepers ab, die nach sechs Jahren im Sommer planmäßig ihre Dienstzeit beendet.

Eine Besonderheit bei der Petri-Gemeinde ist, dass sämtliche Gemeindemitglieder die Möglichkeit haben, über die neue Pastorin oder den neuen Pastor abzustimmen. Das ist seinerzeit per königlichem Dekret so festgelegt worden.

Drei qualifizierte Bewerbungen

Stahlmann konnte sich bei der Abstimmung am Sonntag gegen zwei weitere Kandidaten durchsetzen, die die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) vorgeschlagen hatte. Sie erhielt 54 Stimmen, der Zweitplatzierte 34 und der Drittplatzierte 22.

„Alle drei waren sehr qualifiziert. Es war ein Privileg für uns, dass wir unter drei so geeigneten Personen wählen konnten“, sagt der Vorsitzende des Gemeinderates, Stefan Reinel.

Neue Pastorin ist „Spurensucherin“

Stahlmann ist zurzeit Pfarrerin an der Lukasgemeinde Bubenreuth in Bayern. Sie hat reichhaltige Erfahrungen aus anderen Gemeinden im Freistaat. In ihrem Vorstellungsschreiben an die Petri-Gemeinde beschreibt sie ihre Leidenschaft als „das Suchen und Finden von Spuren Gottes in dieser Welt“.

„Denn ich glaube: Gott lässt sich finden mitten in allem, was das Leben wunderschön oder schwer macht. Er wartet darauf, dass wir seine Geschichte weitererzählen und uns selbst hineinschreiben, mit unseren Erlebnissen und Erfahrungen, mit Vertrauen und Zweifel“, schreibt sie weiter.

Volle Kirche bei Probe-Gottesdiensten

An den drei vorherigen Sonntagen haben Stahlmann und ihre zwei Mitbewerber jeweils einen Gottesdienst gehalten, um sich der Gemeinde vorzustellen. Es erschienen jeweils 100 bis 130 Mitglieder; oder wie Reinel es ausdrückt: „Die Kirche war gerammelt voll.“

Der Vorsitzende der Kirchengemeinde sieht mehrere Gründe, weshalb es der EKD offensichtlich nicht schwergefallen ist, qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt zu finden. Zum einen ist da die lange Geschichte der Gemeinde, die in diesem Jahr ihr 450-jähriges Bestehen feiert. Zum anderen sind die Mitglieder mit einem Durchschnittsalter von 34 Jahren ausgesprochen jung.

In Christiane Stahlmanns Vorstellungsschreiben klingt auch an, dass Letzteres für ihre Bewerbung eine Rolle gespielt hat: „Mir geht das Herz auf, wenn in der Kirche gelebt, gelacht, geweint und gefeiert werden kann, auch im Gottesdienst.“

Sie wird gemeinsam mit ihrem Mann Alexander Stahlmann nach Kopenhagen ziehen.