Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Sonderbeauftragter der Region will mehr deutsch-dänischen Mut

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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In den Schulen Nordschleswigs wird mehr und früher Deutsch gelehrt. Foto: dpa

Preben Jensen spricht sich für mehr Kooperation in Wirtschaftsförderung und Ausbildungssektor aus.

„Die tief hängenden Früchte sind geerntet. Nun müssen wir den Mut haben, etwas Neues zu versuchen. Wir dürfen uns da von Rückschlägen nicht entmutigen oder abhalten lassen!“ Der neu ernannte Sonderbeauftragte des süddänischen Regionsrates, Preben Jensen (Venstre), hat viel vor hinsichtlich der deutsch-dänischen Zusammenarbeit im Grenzland.

Er regt beispielsweise an, dass man bei der Cluster-Bildung in Wirtschaftsbereichen nicht an der Grenze haltmacht, sondern diese grenzüberschreitend auslegt. Er will verstärkt dafür arbeiten, dass Ausbildungen auf beiden Seiten durchgeführt und anerkannt werden können. Vor allem will er die kommende Generation stärker einbinden – durch Kulturaustausch und auch dadurch, dass in den Schulen Nordschleswigs mehr und früher Deutsch gelehrt wird: „Wir zeigen mit dem hervorragenden Sprachprojekt im blauen Gymnasium in Tondern, dass wir es ernst meinen. Wir müssen insbesondere hier im grenznahen Landesteil besser Deutsch sprechen. Wir können nicht erwarten, dass die Deutschen die Sprachen aller ihrer Nachbarn lernen!“ Preben Jensen freut sich aktuell darüber, dass der Regionsrat einen neuen Vertrag mit dem Niebüller Rettungshubschrauber abgenickt hat.

Und der Venstremann ist auch dafür, dass die vor einem Jahr abgeschaffte Strahlenbehandlung nordschleswigscher Patienten in Flensburg wieder eingeführt wird: „Das kann aber frühestens 2019 passieren, weil es einen Budgetvergleich für 2018 gibt – ansonsten müsste man eine Zusatzvereinbarung beschließen. Aber ja, ich wäre dafür, das wir Brustkrebspatientinnen wieder diese Möglichkeit bieten. Ich könnte mir im Gegenzug aber auch vorstellen, dass deutsche Patienten nach Nordschleswig kommen. Man könnte beispielsweise die neue Hörklinik in Sonderburg frequentieren, statt nach Kiel zu fahren. Aber so etwas muss verhandelt werden.“

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