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Der neue Internetauftritt der Minderheit nimmt Form an

Der neue Internetauftritt der Minderheit nimmt Form an

Der neue Internetauftritt der Minderheit nimmt Form an

Apenrade/Aabenraa
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Sally Flindt-Hansen will in diesem Jahr den gesamten Internetauftritt der deutschen Minderheit vereinheitlichen. Foto: dodo

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Die neue Hauptseite der deutschen Minderheit in Nordschleswig ist fertig. BDN-Kommunikationskonsulentin Sally Flindt Hansen arbeitet nun daran, auch den anderen Verbands- und Vereinsseiten einen neuen Anstrich zu verpassen. Fast alle sind mit an Bord, nur die Nordschleswigsche Gemeinde will sich erst einmal um ihr Jubiläum kümmern.

Sie ist endlich fertig: Die neue Hauptseite der deutschen Minderheit, nordschleswig.dk, erstrahlt in neuem Design. Eigentlich sollte die Webseite bereits Ende vergangenen Jahres online gehen, doch daraus wurde nichts. „Die IT-Firma hatte im Dezember mit vielen krankheitsbedingten Ausfällen zu kämpfen, die unseren Zeitplan um rund drei Wochen zurückgeworfen haben. Das ist zwar ärgerlich, aber hatte auch den Vorteil, dass ich auf der Neujahrstagung in Sankelmark dann etwas präsentieren konnte, was noch keiner vorher gesehen hat“, sagt Sally Flindt-Hansen, Kommunikationskonsulentin beim Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), dem Dachverband der deutschen Minderheit in Dänemark.

Zeitplan bleibt bestehen

Trotz der Verzögerung ist sie zuversichtlich, dass der weitere Zeitplan, bis Ende 2023 alle Webseiten der Minderheiten-Verbände und -Vereine auf ein einheitliches Design und gemeinsames technisches Fundament umzustellen, eingehalten werden kann.

„Der Kontakt mit der IT-Firma ist jetzt besser. Anstatt unzählige E-Mails zu schreiben, die entweder von keinem oder von mehreren Mitarbeitenden der Firma bearbeitet werden, arbeiten wir jetzt mit einem Pinnwand-System, auf dem ich meine Wünsche für die Webseiten hinterlasse und auch Deadlines setzen kann, wann etwas fertig sein muss. Ich denke, das wird den Abstimmungsprozess jetzt deutlich beschleunigen“, so die Kommunikationsmitarbeiterin.

Die Hauptseite der Minderheit und die Webseiten des Kindercampus Lunden und der Musikvereinigung Nordschleswig sind bereits neu designt. Foto: dodo

Rund 150 Seiten sollen bis Ende des Jahres fertig werden. Angefangen mit dem Kindercampus Lunden und der Musikvereinigung Nordschleswig und der nun fertigen Hauptseite, sollen als Nächstes die Webseiten des Bundes Deutscher Nordschleswiger und des Jugendverbandes einen neuen Anstrich bekommen. Dann sollen nach und nach alle anderen Verbände, Vereine, Schulen und Kindergärten folgen.

Das große Durcheinander auflösen

Dabei geht es bei der Vereinheitlichung der Webseiten nicht nur ums Aussehen. Vor allem auch technische Gründe sprechen dafür, die Internetauftritte der Minderheit zu zentralisieren.

„Aktuell gibt es acht verschiedene Anbieter, die die Webseiten der Verbände und Vereine betreiben. Es ist ein großes Durcheinander, bei dem manchmal keiner weiß, wer die jeweilige Seite betreibt. Wenn dann eine Webseite ausfällt, dauert es manchmal ewig herauszufinden, wer zuständig ist, und woran es genau liegt. Wenn bei unserem Projekt alle mitmachen, gibt es nur noch einen Anbieter. Dann reicht ein Anruf bei uns im Haus Nordschleswig oder bei unserer IT-Firma und die kann sich sofort um das Problem kümmern. Der Plan ist, dass wir nicht nur nach Außen wie eine Einheit auftreten wollen, sondern das auch im Inneren sind“, so Sally Flindt-Hansen.

Sowohl bei der Neujahrstagung in Sankelmark als auch auf diversen Verbandssitzungen, auf denen sie das Projekt vorgestellt hat, bekam sie positives Feedback. „Lediglich der LHN und die Nordschleswigsche Gemeinde möchten erst einmal nicht mitmachen. Ansonsten habe ich von niemand anderem gehört, dass er die neue Seite nicht haben möchte“, so die BDN-Kommunikationskonsulentin.

Nordschleswigsche Gemeinde hat andere Baustellen

Matthias Alpen, Pastor in Lügumkloster-Hoyer und Senior der Nordschleswigschen Gemeinde, bestätigt, dass man gerade keinen Handlungsbedarf bei der Webseite sehe, will aber auch kein Konfliktpotenzial in der Sache sehen.

„Wir freuen uns und sind dankbar, dass wir bei dieser Sache angesprochen wurden. Wir finden es auch gut, dass es im technischen Bereich eine Vereinheitlichung geben soll, haben das ganze Thema aber noch nicht intern diskutiert. Aktuell haben wir mit unserem 100-jährigen Bestehen, das wir in diesem Jahr feiern, jede Menge zu tun. Und da wir eine seit Jahren hervorragend funktionierende Webseite haben, sehen wir da keinen akuten Handlungsbedarf, da haben andere Verbände es sicherlich nötiger, etwas zu tun“, so Alpen, der aber durchaus auch Vorteile für die Nordschleswigsche Gemeinde sieht, sich in Zukunft an dem Webseiten-Projekt zu beteiligen.

Für ihn sei nur wichtig, dass die aktuelle Übersichtlichkeit und leichte Navigation von der NG-Hauptseite zu den Pfarrbezirken und Stadtgemeinden sowie das Farbdesign und der Kalender bestehen bleiben.

Darin sieht Sally Flindt-Hansen kein Problem und auch, dass die Nordschleswigsche Gemeinde sich aktuell mit dem Thema noch nicht befassen möchte, ärgert sie nicht. „Ich habe ja noch über 140 andere Seiten, die erneuert werden wollen. Damit habe ich erst einmal genug zu tun“, sagt sie mit einem Grinsen.

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