Ausgleichsfläche
Planänderung: Aktivitätslandschaft statt Skipiste bei Uk
Planänderung: Aktivitätslandschaft statt Skipiste bei Uk
Planänderung: Aktivitätslandschaft statt Skipiste bei Uk
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Für die Erdreich-Lagerstätte vor den Toren Uks gibt es eine Genehmigung für die Umwandlung in einen Skiberg. Das Unternehmen „Nerrecco“ peilt eine Erweiterung des Areals an und würde statt einer Piste lieber eine Aktivitätslandschaft schaffen. Vorher gilt es aber noch allerhand zu klären.
Die Idee, auf dem Areal bei Uk in der Nähe des Uker Camping- und Angelseebetriebes nach erreichter Lagermenge einen Skiberg zu errichten, ist schon viele Jahre alt. Die Genehmigung erteilte noch die damalige Kommune Tingleff (Tinglev).
2004 konnte sich das Unternehmen „Norrecco“ über einen entsprechenden Zusatz im Flächennutzungsplan freuen. Das Unternehmen ist auf die Abnahme und Lagerung von Erdreich spezialisiert, das anderenorts unter anderem in Verbindung mit Bauprojekten abgetragen wird. Es handelt sich um sogenannte leicht verunreinigte Erde.
Expansionspläne
Der Berg bei Uk hat bereits eine stattliche Höhe erreicht und scheint für hiesige Verhältnisse tatsächlich als Ski- oder zumindest Rodelberg in Betracht zu kommen.
Das Unternehmen wünscht sich allerdings eine Erweiterung der Lagerfläche und hat dafür Kaufoptionen für angrenzende Felder im Gesamtumfang von über 10 Hektar vereinbart.
In Verbindung mit diesen Expansionsplänen hat das Unternehmen die Skiberg-Pläne beiseitegelegt und peilt stattdessen ein Freizeitgelände an, mit Mountainbikebahn, Spazierwegen, Aussichtsplattform, Grillhütte und Spielplatz, wenn die Lagerstätte denn erweitert werden darf.
Das Vorhaben ist bei der Kommune Apenrade (Aabenraa) eingereicht worden und war in einer Planungsvorphase bis Ende September vergangenen Jahres in einer Anhörung.
Umweltanalyse erforderlich
„Der Antragsteller muss nun eine Umweltkonsequenzanalyse erstellen, die die Grundlage für das weitere Genehmigungsverfahren bildet“, erläutert Sandra Ravnsbæk Holm, Biologin der zuständigen Verwaltung der Kommune Apenrade.
Der Antrag des Unternehmens sieht eine Erweiterung der Lagermenge von jetzt 800.000 Kubikmeter auf 2,15 Millionen Kubikmeter Erdreich vor. Dafür muss zusätzliche Fläche gekauft werden.
Es dauert nicht mehr lange, dann ist die Kapazität des jetzigen Platzes erschöpft. Gut und gern 700.000 Kubikmeter sind dort aufgehäuft, so Betriebsleiter Frede Mikkelsen zum „Nordschleswiger“. Das Erdreich komme vorrangig aus ganz Dänemark und aus Norddeutschland.
Im Namen seiner Firma hoffe er, dass der Erweiterung zugestimmt wird. „Die Pläne für die Freizeitlandschaft sind für die hiesigen Bürger in meinen Augen sehr interessant. Ortsvereine und andere Interessensgruppen werden bei derartigen Umgestaltungsprojekten gern miteinbezogen“, so der Betriebsleiter.
Mehr als 70 Meter hoch soll es laut Ideeskizze am höchsten Punkt der hügeligen Aktivitätslandschaft sein.
Die Konsequenzanalyse soll unter anderem mögliche Gefahren für die Umwelt durch das Erdreich beleuchten, für deren Lagerung die Firma eine Genehmigung hat.
Skepsis
Der Betriebsleiter hat hier kaum Bedenken. „Es handelt sich vorrangig um Kategorie-2-Erde, die als leicht verunreinigt klassifiziert ist. Es werden regelmäßig Proben entnommen und angelieferte Erde auf Schadstoffe überprüft. Vor der Schaffung der Aktivitätslandschaft wird eine mehrere Meter dicke Schicht mit Muttererde draufgelegt“, so Mikkelsen.
Skeptischer und auch misstrauischer ist in der Angelegenheit das Apenrader Komitee des Naturschutzvereins „Danmarks Naturfredningsforening“.
Wie dessen Vorsitzender Lorens Bo Nielsen aus Krusau (Kruså) bestätigt, hat man seine ablehnende Haltung zum Ausdruck gebracht und werde die Sache kritisch weiterverfolgen, zumal „Norrecco“ 2012 die zusätzliche Erlaubnis bekommen hat, auf einem speziellen Platz ölverschmutztes Erdreich zu lagern und zu reinigen.
2017 wurde die Lizenz ein weiteres Mal ergänzt mit der Möglichkeit, Erde mit anderen Verunreinigungen zu lagern und aufzubereiten, darunter Erdreich mit Kohlenwasserstoffbelastung oder bariumhaltiger Bohrschlamm.
Der Naturschutzverein befürchtet gesundheitsgefährdende Folgen für das Trinkwasser und umliegende Gewässer.
Kritisiert wird unter anderem auch, dass sogar Erdreich ganz aus Norwegen nach Uk gebracht wird. Der Verein fordert, dass die Angelegenheit der Region Süddänemark als zuständiges, übergeordnetes Organ zur Prüfung vorgelegt wird.
Übergeordnete Prüfung
Das passiere in solchen Angelegenheiten automatisch und werde somit auch geschehen, so die Rückmeldung von Sandra Ravnsbæk Holm von der Kommune.
Ein genauer Zeitplan im Genehmigungsverfahren gebe es nicht, so die Biologin. Es werde erst einmal einige Monate dauern, ehe die Umweltkonsequenzanalyse erstellt und eingereicht ist.
Die Kommune werde das Material dann durchgehen und gegebenenfalls selbst Untersuchungen anstellen.
Die Realisierung des Freizeitgeländes liegt somit noch in weiter Ferne. Es werden Jahre vergehen, ehe die beantragte Menge Erdreich auf dem Areal transportiert ist und eine Verwandlung in die Wege geleitet werden kann.