Simulationsmodell

Forscher sagen zweite Corona-Welle in Dänemark für September voraus

Forscher sagen zweite Corona-Welle in Dänemark für September voraus

Forscher sagen zweite Corona-Welle für September voraus

dodo
Kopenhagen
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Corona
Die Forscher rechnen im September mit einer zweiten Corona-Welle. Foto: Claus Bech/Ritzau Scanpix

Das Simulationsmodell der drei Wissenschaftler prophezeit eine genauso starke Corona-Welle wie im Frühjahr, wenn die geltenden Maßnahmen nicht verschärft werden. Bei der ersten Corona-Welle hatten sie mit ihren Berechnungen recht.

Zwischen Kalenderwoche 35 und 37 wird in Dänemark eine zweite Corona-Welle ausbrechen, die genauso stark sein wird, wie die erste im Frühjahr.

Das sagt der Professor für theoretische Physik von der Süddänischen Universität, Francesco Sannino, voraus, der gemeinsam mit seinen Kollegen Giacomo Cacciapaglia und Corentin Cot von der Universität im französischen Lyon ein Modell entwickelt hat, das die Covid-19-Entwicklung in Dänemark und anderen europäischen Ländern für den Rest des Jahres vorhersagen soll.

„Unsere Simulation zeigt, dass wir eine ähnliche Zahl an Infizierten haben werden wie im Frühjahr, wenn wir die gleichen Verhaltens- und Abstandsregeln sowie Restriktionen einführen wie bei der ersten Welle. Tun wir dies nicht, riskieren wir noch mehr Infizierte“, so Francesco Sannino in einer Pressemitteilung der Süddänischen Universität.

Höhepunkt im September

Dem Modell nach wird die zweite Welle ihren Höhepunkt in Dänemark in Woche 38 bis 40 erreichen und dann in den kommenden zwei Wochen langsam abklingen, also der gleiche Verlauf, wie bei der ersten Welle, wenn die Regeln die gleichen bleiben. Erst nach Woche 50 werden die Zahlen der Neuinfektionen dann wieder so niedrig sein wie zuvor in Woche 30.

Die Voraussage der Forscher Foto: SDU

Die Simulation basiert auf Corona-Daten aus der ganzen Welt. Das wissenschaftliche Berechnungsmodell basiert auf Methoden aus der Teilchenphysik, und ist das gleiche, das Epidemiologen nutzen, um die Ausbreitung von Krankheiten zu simulieren.

Hunderte Simulationen

Nachdem die Daten in das Modell eingegeben wurden, führen die Forscher Hunderte verschiedene Simulationen durch, von denen sich jede geringfügig in Bezug auf den Zeitpunkt des Einsetzens und des Höhepunktes der nächsten Welle unterscheidet – allerdings nicht in Bezug auf das Ausmaß.

Die Forscher weisen darauf hin, dass der Zeitpunkt bis zum Eintreten der Welle um bis zu 14 Tage von dem errechneten Ergebnis abweichen kann.

„Das Modell lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass eine weitere, ebenso umfangreiche Welle eintreten wird, wenn wir die derzeit geltenden Maßnahmen nicht verschärfen“, meint Sannino.

Keine Herdenimmunität vorausgesetzt

Eine Prämisse des Modells ist, dass keine sogenannte Herdenimmunität besteht, sprich, dass ein Großteil der Bevölkerung bereits mit dem Coronavirus infiziert war und nun eine Immunität aufgebaut hat.

Die weiteren Länder, die von dem Modell umfasst werden, sind Österreich, Belgien, Kroatien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Irland, die Niederlande, Norwegen, Polen, die Slowakei, Spanien, die Schweiz, und Großbritannien.

Bereits früheres Modell stimmte

Für die meisten der Länder sagt die Simulation die zweite Corona-Welle zwischen September und Dezember (Woche 32 bis 48) voraus.

Die drei Forscher entwickelten bereits im Frühjahr ein ähnliches Modell. Dieses sagte damals richtig voraus, dass der Höhepunkt des Corona-Ausbruchs in Dänemark bis zum 12. April erreicht sein wird.

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