Handball

Kleine Chance auf Europa - aber auch Unruhe bei den Löwen

Maik Machulla und Uwe Gensheimer sind bei den Rhein-Neckar Löwen nicht auf einer Linie.

Trotz eines radikalen Kaderumbaus haben die Rhein-Neckar Löwen noch die Möglichkeit auf eine Europapokalteilnahme. Eine Debatte um das Verhältnis zwischen Trainer und Sportchef kommt zur Unzeit.

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Zusammenfassung

  • Die Rhein-Neckar Löwen haben trotz Rückstand und drohendem Punktabzug noch eine kleine Chance auf die Europapokalteilnahme.
  • Zwischen Trainer Maik Machulla und Sportchef Uwe Gensheimer soll es Spannungen geben, was in der entscheidenden Saisonphase für Unruhe sorgt.
  • Machulla setzt sportlich auf eine Siegesserie und auf zukunftsorientierte Personalentscheidungen mit jungen Spielern und bereits fixen Neuzugängen.

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Sie geben die Hoffnung nicht auf. Und das aus gutem Grund. Denn für die Rhein-Neckar Löwen gibt es in der Handball-Bundesliga tatsächlich noch eine kleine Chance auf eine Europapokalteilnahme. 

«Wir wollen uns am Ende nichts vorwerfen lassen und irgendwie dranbleiben», sagt Kapitän Patrick Groetzki. Als Tabellensiebter liegt der Club momentan vier Punkte hinter dem TBV Lemgo Lippe auf Platz sechs.

Der Abstand könnte aber noch wachsen, weil den Nordbadenern wegen eines Formfehlers bei einer Anti-Doping-Schiedsvereinbarung ein Punktabzug aus der eigentlich gewonnenen Partie gegen Lemgo droht. 

Dann stünde ziemlich sicher zehn Jahre nach dem Gewinn der ersten Meisterschaft ein drittes Jahr in Folge ohne die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb an. Das nennt man Mittelmaß, aus dem Maik Machulla die Löwen eigentlich herausführen soll.

Machulla und Gensheimer im Fokus

Der Trainer war im Sommer 2025 angetreten, um die Löwen wieder zu einem Topclub zu machen. Und zwar gemeinsam mit Sportchef und Club-Ikone Uwe Gensheimer. Zwei große Namen. 

Und zwei starke Persönlichkeiten, zwischen denen es nach übereinstimmenden Medienberichten allerdings kriselt. Von einem «belasteten Verhältnis» schreiben die «Rhein-Neckar-Zeitung» und der «Mannheimer Morgen».

Der Ex-Flensburger Machulla bezeichnete die Beziehung zuletzt zwar als «gut». Der Coach räumte aber ebenso ein, dass es hin und wieder im Sinne der Sache auch «hitzige» Diskussionen gebe. 

Gensheimer äußerte sich bislang nicht - und weilte am vergangenen Samstag beim 41:27-Sieg über die HSG Wetzlar auch nicht in der Halle. Aus Krankheitsgründen, wie der Club mitteilte. Doch natürlich entfachte das Fehlen des Sportchefs die Debatten neu.

Löwen brauchen eine Siegesserie

Klar ist: Um sich noch die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb zu sichern, brauchen die Löwen nun eine Siegesserie und auch ein wenig Glück. «Da müssen andere Mannschaften mitspielen», sagt Groetzki. 

Allerdings war den Mannheimern schon vor der Saison klar, dass es mit acht Neuzugängen schwer mit einer Topplatzierung werden würde. «Wir wussten von Anfang an, dass wir noch nicht so weit sind», meint Machulla, bei dem der Blick schon vorausgeht.

Der Trainer setzt zum Großteil auf die Spieler, die auch in der kommenden Saison noch da sind. Edwin Aspenbäck erhält beispielsweise mehr Einsatzzeit als Lukas Sandell, der den Verein verlässt. 

«Jede Minute, die Eddie in dieser Saison mehr spielt als Lukas, ist eine Minute, die wir in die Zukunft investieren», sagt Machulla, der für diesen Kurs bislang belohnt wurde. Aspenbäck ist der Senkrechtstarter im Trikot der Mannheimer.

Spagat mit Club-Ikone Groetzki

Etwas schwieriger ist die Lage auf der Rechtsaußenposition. Der 20-jährige Gino Steenaerts drängt ins Team und soll sich entwickeln. Gleichzeitig gibt es aber auch noch Vereinslegende Groetzki, der seit 2007 bei den Nordbadenern ist und im Sommer eine Aufgabe im Löwen-Management übernimmt. 

Steenaerts bekommt zwar mehr und mehr Spielanteile, doch Machulla will ebenso einen Spagat meistern: «Patrick soll seine Karriere nicht als Spieler beenden, der von der Bank kommt.»

Mit Groetzki verlieren die Mannheimer im Sommer einen weiteren früheren Meisterhelden, ein anderer kommt dafür zurück. Marius Steinhauser wechselt von der TSV Hannover-Burgdorf zu den Löwen, die schon sehr früh ihre Personalplanungen abgeschlossen haben. 

Klar sind ebenfalls die Transfers von Jacob Lassen (HSV Hamburg), Aron Seesing (Bergischer HC) und Niclas Mierzwa (Pfadi Winterthur), was Machulla optimistisch in die Zukunft blicken lässt: «Mit diesem Kader können wir sehr, sehr happy sein», sagt er.