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Johan Hansen bei Skanderborg-Aarhus: Frisch verliebt in den Handball

Von 2022 bis 2025 trug Johan Hansen das Trikot der SG Flensburg-Handewitt.

Als Johan Hansen die SG Flensburg-Handewitt im Sommer 2025 nach drei Jahren verließ, blieb das Gefühl hängen, dass diese Zusammenarbeit Potenzial für mehr gehabt hätte. Der dänische Rechtsaußen erklärt, warum er bei Skanderborg-Aarhus glücklicher ist als zuvor in Flensburg.

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Zusammenfassung

  • Johan Hansen hat bei Skanderborg-Aarhus seine Freude am Handball nach schwierigeren Jahren in Flensburg wiedergefunden.
  • Als nunmehr klarer Leistungsträger und bester Torschütze seines Teams profitiert er von mehr Würfen und größerem Vertrauen.
  • Vor den European-League-Duellen gegen Ex-Club SG Flensburg-Handewitt ist sein Einsatz wegen einer Leistenverletzung jedoch unsicher.

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Sich auch mal zur Arbeit quälen zu müssen – völlig normal. Bei Johan Hansen ist das seit einigen Monaten anders: „Ich komme gerne zum Training. Jeden Tag“, sagt der dänische Handballer. 

Bei seinem alten Arbeitgeber, der SG Flensburg-Handewitt, war dieser Spaß mitunter verloren gegangen. „Die Zeit in Flensburg war gut. Aber es ist nicht immer so gelaufen, wie ich gehofft hatte.“

Seit seinem Wechsel im vergangenen Sommer zu Skanderborg-Aarhus – hier ist Hansen ein Führungsspieler – blüht der 31 Jahre alte Rechtsaußen auf. Er beschreibt das vor dem Treffen mit seinem Ex-Club im Playoff-Hinspiel der European League am Dienstag (18.45 Uhr/Dyn) so:

„Sie war nicht ganz weg, aber ein Stück weit habe ich meine Liebe zum Handball wiedergefunden. Für mich war das der perfekte Schritt.“

Johan Hansen spürt großes Vertrauen

Drei Jahre, von 2022 bis 2025, war Hansen für die SG auf Torejagd gegangen. In dieser Zeit wurde ihm stets angekreidet, im Abschluss zu unzuverlässig zu sein. Der Däne wiederum fand sich nie so richtig damit zurecht, im Schatten von Linksaußen Emil Jakobsen zu stehen und deutlich weniger Würfe zu bekommen. 

Meine Rolle ist jetzt anders“, erklärt der Olympiasieger, Welt- und nun auch Europameister. Er hat die Lizenz zum Werfen. „Manchmal bin ich vielleicht verrückt, aber wenn ich mir jeden Winkel nehme, muss der Gegner reagieren und die anderen haben mehr Platz.“ Das sei umso wichtiger, weil seine Mannschaft oft mit dem siebten Feldspieler agiere.

In der Bundesliga-Saison 2024/25 hatte Hansen im Schnitt 3,7 Abschlüsse pro Spiel. Seit seiner Rückkehr nach Dänemark sind es fast fünf mehr. Der 31-Jährige ist auch für Siebenmeter verantwortlich und mit 134 Toren bei nur 23 Einsätzen der beste Schütze seines Teams und immerhin der elftbeste der aufstrebenden dänischen Liga. 

Seine Quote (70 Prozent) ist dabei sogar geringfügig schlechter als in Flensburg (72), doch die Wahrnehmung aufgrund der höheren Frequenz und des höheren Schwierigkeitsgrades eine andere. Ein weiterer Teil der Erfolgsgeschichte: In der European League trafen bisher nur drei Handballer häufiger als Hansen (66 Tore).

Hansen-Einsatz gegen SG Flensburg-Handewitt ungewiss

Zu gerne würde er sein Können in den zwei anstehenden Duellen mit dem Ex-Club zeigen, sich auf dem Flügel mit seinem Kumpel Emil Jakobsen bekämpfen und SG-Keeper Benjamin Buric ein paar Eier ins Nest legen. 

Im Training habe ich immer Sprüche von Benko bekommen. Hoffentlich kann ich ein paar Tore gegen ihn erzielen“, sagt der Rechtsaußen. Doch es ist nicht ganz klar, ob er überhaupt auflaufen kann.

Hansen laboriert seit Mitte März an einem Faserriss in der Leiste und musste zuletzt aussetzen. Womöglich verpasst er am Dienstag das Hinspiel vor bis zu 5000 Zuschauern in der Djurslands Bank Arena. 

Über seinen Einsatz soll kurzfristig entschieden werden. „Hoffentlich kann ich zumindest in Flensburg dabei sein“, sagt er mit Blick auf das zweite Duell am 7. April, für das es noch Tickets in allen Kategorien gibt.

Skanderborg-Aarhus mit starker Hauptrunde in der Liga

Ein Risiko wolle er trotz der für ihn besonderen Konstellation nicht eingehen. „Es bringt nichts, jetzt ein Spiel zu machen und dann sechs zu verpassen.“ Denn mit seinem Club hat Hansen nach einer starken Hauptrunde noch einiges vor. 

Das von Nick Rasmussen trainierte Skanderborg-Aarhus, das neben GOG und Mors-Thy die wohl größte Talentschmiede in Dänemark ist, qualifizierte sich als Tabellenzweiter überraschend souverän für die Meister-Playoffs. Dort geht es im April zunächst gegen Bjerringbro-Silkeborg, Holstebro und Mors-Thy. Das Ziel ist nun das Halbfinale.

„Der Verein hat Potenzial. Wir wollen Schritt für Schritt etwas aufbauen und irgendwann Aalborg Konkurrenz machen“, erklärt Hansen.

Konkurrenz machen will Skanderborg-Aarhus auch der SG Flensburg-Handewitt. Hansen ist zuversichtlich, dass das auch gelingt: „Auf dem Papier ist Flensburg der große Favorit. Aber ich glaube, es werden zwei enge Spiele. Denn wir sind sehr stabil und geben nie auf, auch wenn wir mal mit fünf Toren zurückliegen.“