Neuerscheinung

Grenzlandkrimi erscheint zeitgleich auf Dänisch und Deutsch – Premiere in Tondern

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Der Grenzstein 277 steht unmittelbar vor dem Grenzerhäuschen in Sieltoft. Genau dort wird in dem Bautz-Krimi eine Frauenleiche gefunden. Sie halb in Deutschland, halb in Dänemark.

Der dänische Autor Hans-Willy Bautz veröffentlicht seinen neuen Kriminalroman „Die Tote am Grenzstein 277“ parallel in beiden Sprachen. Der Grenzlandkrimi spielt zwischen Hoyer, Tondern und Flensburg – und wird in den kommenden Wochen im deutsch-dänischen Grenzgebiet vorgestellt.

Ein toter Körper, halb in Dänemark, halb in Deutschland – und eine Spur, die von Hoyer (Højer) über Flensburg (Flensborg) bis nach Sizilien führt: Mit seinem neuen Roman „Die Tote am Grenzstein 277“ (Dänischer Titel: „Den døde ved grænsesten 277“) hat der dänische Autor Hans-Willy Bautz einen echten Grenzlandkrimi geschrieben. Das Besondere: Der Roman erscheint zeitgleich auf Dänisch und Deutsch im Mellemgaard-Verlag.

„Normalerweise vergeht viel Zeit, bis ein dänischer Krimi in einer anderen Sprache erscheint – wenn überhaupt“, erklärt der Autor. „Darauf wollte ich nicht warten.“ Als er seinen Krimi auf Dänisch geschrieben hatte, übersetzte er ihn sofort ins Deutsche – und zwar höchstpersönlich.

Eine Tote gibt Rätsel auf

Hans-Willy Bautz mit der dänischen Ausgabe seines neuesten Kriminalromans.

Es gibt Orte, die wie gemacht sind für Kriminalgeschichten. Der Grenzstein 277, unscheinbar zwischen Norddeich und Sieltoft (Siltoft) gelegen, ist so einer. Hier endet Dänemark – und Deutschland beginnt. Oder umgekehrt.
An genau diesem Ort lässt der dänische Autor Hans-Willy Bautz eine Tote finden – halb in Dänemark, halb in Deutschland. Ein Symbol, das mehr über ihn selbst erzählt, als ihm vielleicht bewusst ist.

Denn der 78-jährige Bautz kennt beide Seiten der Grenze. Er ist gebürtiger Däne. Sein deutschklingender Nachname kommt aber nicht von ungefähr. „Meinen Nachnamen habe ich von Vorfahren, die etwa 1540 wegen der Reformation von Bautzen in der Lausitz nach Kopenhagen geflüchtet sind. Sie waren Schmiede“, erzählt Bautz. Er lebte ab 1984 in Uetze in Niedersachsen, gab dort die örtliche Wochenzeitung heraus, schrieb, redigierte, publizierte – und kehrte nach einem Schlaganfall 2014 in sein Geburtsland zurück. Nun schreibt er Krimis, die man auch als Grenzgeschichten lesen kann: zwischen Ländern, Sprachen und Lebenswelten.

Doch zurück zum Inhalt seines aktuellen Buches: Die tote Frau wird an besagtem Grenzstein südlich von Hoyer von einem dänischen Landwirt entdeckt. Ihr Oberkörper liegt in Dänemark, ihr Unterkörper in Deutschland – ein Fall, der nicht nur die ermittelnden Personen stutzen lässt.

Drogenfund im Millionenwert

Kurz darauf findet die Polizei in der Nähe einen verunglückten italienischen Kastenwagen. Im Fahrzeug entdeckt der Zoll Drogen im Millionenwert. Bald ist klar: Dänische und deutsche Beamtinnen und Beamte müssen eng zusammenarbeiten – über die Grenze hinweg und mit fatalen Folgen.

Zwischen Ermittlungen, Verfolgungsjagden und romantischen Momenten in Tondern (Tønder) und Flensburg begegnen die Leserinnen und Leser der italienischen Kommissarin Angela Pecci und ihrem dänisch-deutschen Verlobten, dem Journalisten Michael Bech. Schauplätze sind unter anderem das Café an der Mühle in Hoyer, das Hotel Tønderhus und der Skulpturenpark in Tondern sowie das Diakonissenkrankenhaus (kurz: DIAKO) in Flensburg.

Recherche im echten Grenzgebiet

Für seine Recherche war Bautz mehrfach vor Ort. „Ich musste ja erst einen passenden Grenzstein finden“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Schließlich fiel die Wahl auf Grenzstein 277.
Auch bei der Polizei in Pattburg (Padborg), Niebüll (Nibøl) und Flensburg holte sich der Autor fachlichen Rat. Er sprach mit Polizeiinspektor Jesper Hansen und 1. Kriminalhauptkommissar Christian Wiege, die ihm Einblicke in die dänisch-deutsche Zusammenarbeit gaben.

„Diese Gespräche waren für mich Gold wert“, betont Bautz. „Ich wollte authentisch zeigen, wie internationale Polizeiarbeit wirklich funktioniert.“

Lesereise im Grenzland

Ein Autor zwischen zwei Welten

Hans-Willy Bautz wurde 1946 in Haslev auf Seeland geboren. Er arbeitete Jahrzehnte lang als Journalist und Redakteur in Deutschland, wo er eine Wochenzeitung herausgab. Nach einem Schlaganfall kehrte er 2014 nach Dänemark zurück.
Seitdem hat er zehn dänische Krimis veröffentlicht und arbeitet bereits am elften. Daneben übersetzt er Kriminalliteratur – und gemeinsam mit Theodor William Larsen entstand das Kinderbuch „Skelettet på slottet“.

Weitere Bücher: 
Mord på færgen til Palermo
Mord på Sicilien
Den sicilianske forbindelse
Midsommermordene
Skovtårnsmordet
Liget i tangtaget
Den hængte i labyrinten & Kunstrøveriet på Fuglsang
Morderen i rødt
Fundet i hustomten
Den døde ved grænsesten 277
Die Tote am Grenzstein 277
Skelettet på slottet

Hans-Willy Bautz freut sich auf die Lesereise, die ihn als Erstes nach Tondern zu Bog & Idé in die Fußgängerzone führen wird.

Im November geht der Autor mit seinem neuen Kriminalroman auf Lesereise durchs Grenzgebiet – auf beiden Seiten der Grenze:

  • 17. November: Jefsens Bog & Idé, Tondern (Tønder), ab 15 Uhr (Premiere & Signierstunde)
  • 18. November: Buchhandlung Blattwerk, Leck (Læk), ab 15 Uhr
  • 20. November: Vortrag in „Det gamle Borgmesterkontor“, Hoyer (Højer), ab 19 Uhr
  • 21. November: Bücherstube Leu, Niebüll (Nibøl), 15–17 Uhr
  • 26. November: Bog & Idé, Sonderburg (Sønderborg), 15–17 Uhr
  • 27. November: Bog & Idé, Apenrade (Aabenraa), ab 14 Uhr

Ein zusätzlicher Vortrag beim Grenzverein in Tondern ist in Planung. Möglicher Termin wäre der 19. November.