Gemeinschaft

Frauenpower: Kristina gründete den Mofaklub „Æ piche ben“

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Seit dem Sommer 2025 gibt es den Frauen-Mofaklub „Æ Piche Ben“.

Kristina Detlefsen Müller aus Bollersleben hat eine Frauengruppe ins Leben gerufen, in der Spaß an Mopeds, Gemeinschaft und Flexibilität Hand in Hand gehen. Wie die 34-Jährige auf die Idee gekommen ist.

Nicht nur Männer in Lederwesten flitzen in Nordschleswig mit Mopeds durch die Gegend. Dafür hat Kristina Detlefsen Müller aus Bollersleben gesorgt. 

Die 34-Jährige hat ihren eigenen Mofaklub gegründet, in dem Gemeinschaft, Fahrspaß und Raum für Familie im Mittelpunkt stehen. Die einzige Voraussetzung ist, dass man eine Frau ist und ein Moped besitzt.

Der Klub heißt „Æ piche ben“ (Die Mädchenbeine) und wurde im Sommer des vergangenen Jahres gegründet. Kristina ist früher bereits Moped gefahren. Der neue Freundeskreis zählt heute zehn Mitglieder – alles Frauen – und es ist noch Platz für weitere.

„Mir fehlte eine Gemeinschaft, bei der man seiner Leidenschaft fürs Mopedfahren nachgehen und einfach ungezwungen zusammen sein kann“, sagt die 34-Jährige.

Sie wurde von ihrem Mann inspiriert, der Mitglied eines Mofaklubs in Rothenkrug (Rødekro) ist. „Eigentlich war es mein Mann, der die Idee ins Rollen brachte“, sagt sie. „Er ist einem Klub beigetreten, und ich konnte die Gemeinschaft ein wenig kennenlernen. Die Stimmung dort und der Umgang miteinander sagten mir zu. Wenn man einen schlechten Tag hat, ist immer jemand da, der zuhört.“

Die Blume der Ewigkeit

Kristina fährt ein Puch Maxi. Das Mofa älteren Jahrgangs hat sie „Die Blume der Ewigkeit“ getauft. Es war ein Geschenk ihres Mannes. „Ich habe ihm gesagt, er muss keine Blumen mitbringen. Hauptsache, er kommt mit einem Puch Maxi nach Hause“, sagt Kristina lachend.

Die Idee für einen Frauenklub nahm im Sommer 2025 Gestalt an. Nach den ersten Ankündigungen schlossen sich fünf Frauen an, und bald kamen weitere dazu.

Klubgründerin Kristina Müller fährt ein Mofa der legendären Marke Puch.

„Ich war wirklich überrascht, wie viele Frauen Moped fahren. Als ich herumschrieb, waren wir sofort zu fünft, und nach der Ankündigung auf Facebook dauerte es nicht lange, bis wir zu zehnt waren“, berichtet Kristina Müller.

Der Klub richtet sich an Frauen mit Oldtimer-Mopeds. In der Gruppe geht es um Ausfahrten ins Grüne, um Gemeinschaft und um die Teilnahme an örtlichen Treffen, darunter Oldtimer-Treffen, bei denen das Mofa bereits etwas älter sein muss, um teilnehmen zu können.

Gefahren wird, wenn es das Wetter und der Kalender zulassen. Die Frauen treffen sich regelmäßig am ersten Dienstag im Monat, aber spontane Ausfahrten gehören ebenfalls zu „Æ piche ben“.

„Wenn man kann, kann man. Wenn nicht, ist das auch in Ordnung. Wir haben alle Kinder, und das Familienleben darf nicht zu kurz kommen“, so Kristina Müller zur Klubphilosophie.

Die Altersspanne in der Gruppe ist groß – von etwa 30 bis Mitte 40. Nach oben gibt es keine Altersgrenze. „Viele Frauen sind im Mutteralter, aber das Alter ist nicht entscheidend. Das Wichtigste ist die Leidenschaft. Man muss Lust haben, Moped zu fahren und Teil der Gemeinschaft zu sein“, sagt die Gründerin.

Viel auf Achse

Die Frauen treffen sich oft in Kristinas Garage, wo ein Tisch und eine Bank stehen. Aber auch zu Hause bei Mitgliedern, am liebsten verbunden mit einem gemeinsamen Abendessen, treffen sich die Mofa-Mädels.

„Wir gehen oft auch essen und haben dort Spaß. Wir wollen allerdings so viele Ausflüge wie möglich machen“, sagt die Bollerslebenerin.

Der Klub hat auch schon eigene Kutten mit Vereinslogo, das Kristina von einem guten Freund entwerfen ließ. „Natürlich musste ein Frauenbein im Logo sein“, lacht Kristina.

Wenn man kann, kann man. Wenn nicht, ist das auch in Ordnung. Wir haben alle Kinder, und das Familienleben darf nicht zu kurz kommen.

Kristina Detlefsen Müller

Am meisten bedeuten den Mitgliedern die ruhigen Fahrten durch die Landschaft. „Man erlebt die Natur ganz anders, wenn man so dahinrollt. Man sieht Rehe, kleine Straßen und bekommt einfach ein Lächeln ins Gesicht. Es ist einfach so gemütlich“, sagt Kristina Müller.

Der Klub klebt kleine Aufkleber an die Orte, an denen sie waren. Es sind kleine Spuren von „Æ piche ben“. Laut der Initiatorin ist das in den meisten Mofaklubs so üblich.

Das Vereinslogo des Frauen-Mofaklubs

Es sind also nicht nur Männer in Lederwesten, die mit dem Mofa herumfahren. Auch Frauen gehören dazu. Im Klub „Æ piche ben“ werden weitere gern aufgenommen.

„Wer Moped fahren und Teil einer Gemeinschaft sein möchte, kann sich gern bei uns melden“, betont Kristina Detlefsen Müller.