Seniorenratswahl

Viel auf dem Zettel: Warum Dieter Johannsen wieder für den Seniorenrat kandidiert

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Dieter Johannsen kandidiert erneut für den Seniorenrat, dessen Vorsitzender er seit über drei Jahren ist.

Dreieinhalb Jahre hatte er den Vorsitz inne und strebt eine dritte Legislaturperiode im Seniorenrat an. Was Dieter Johannsen antreibt und welche Bedeutung er dem Rat als Interessenvertretung der älteren Bürgerinnen und Bürger beimisst.

Elf Kandidatinnen und elf Ratsplätze: Die Seniorenratswahl in der Kommune Apenrade (Aabenraa) vor vier Jahren brauchte praktisch nicht stattzufinden. Das wird am 18. November bei der nächsten Seniorenratswahl anders. 

21 Kandidatinnen und Kandidaten treten dieses Mal an. Dieter Johannsen aus Bülderup-Bau, der als amtierendes Ratsmitglied und als Vorsitzender erneut kandidiert, begrüßt das. „Es zeugt von einem gestiegenen Interesse an der Seniorenratsarbeit. Das ist doch gut. Gut ist vor allem auch, dass es nun Vertreterinnen und Vertreter geben wird. Es kommt immer mal zu Ausfällen, und da sind elf Ratsmitglieder zu knapp bemessen“, sagt Johannsen, der die dritte Legislaturperiode anpeilt und Kandidat im Bezirk Tingleff (Tinglev) ist.

Großer Erfahrungsschatz

Johannsen bringt viel Erfahrung als ehemaliger Stadtatspolitiker, als Vereinsvertreter und als ehemaliger Vorsitzender des Sozialdienstes Nordschleswig mit.

Was hat ihn dazu bewogen, für den Seniorenrat erneut zu kandidieren?

„Wenn ich so zurückdenke, dann habe ich ja immer irgendetwas gehabt. Als ich in der Politik aufhörte, habe ich mich im Sozialdienst für soziale Belange eingesetzt. Als ich damit aufhörte, wurde es der Seniorenrat. Ich mag es, außer Haus etwas zu tun zu haben und mich zusammen mit anderen um verschiedene Angelegenheiten zu kümmern“, so der 78-Jährige.

Sich für die älteren Mitmenschen einsetzen und für sie möglichst gute Lebensbedingungen zu erreichen, treibe ihn an, sagt der pensionierte Lehrer. 

Eine Motivation sei dabei die Zusammenarbeit im Rat, mit der Kommunalverwaltung und mit der Politik. „In den dreieinhalb Jahren, in denen ich jetzt Vorsitzender bin, aber auch vorher schon, gab es ein gutes Klima – ein sehr gutes, finde ich sogar.“

Kontakt halten und Gehör verschaffen

„Wir werden stets angehört, wie es bei politischen Prozessen im Seniorenbereich vorgeschrieben ist, und uns wird ein Mitspracherecht eingeräumt. Natürlich gibt es immer etwas, bei dem man interveniert und eine Verbesserung einfordert. Insgesamt muss ich aber sagen, dass der Austausch mit der Verwaltung und den politischen Gremien funktioniert. Besonders wichtig ist das bei der Haushaltsplanung. Bei der jüngsten gab es in unserem Bereich keine Sparmaßnahmen. Das machte es einfacher“, erwähnt der Bülderup-Bauer.

Vom übergeordneten Gesamthaushalt bis hin zu praktischen Dingen, die oft direkt mit der Verwaltung abzuklären sind, reichen ihm zufolge die Wünsche des Seniorenrats. „Ein Beispiel sind die Alarmknöpfe an Armbändern, mit denen Ältere für den Notfall ausgestattet sind. Von diesen Armbändern gibt es unserer Auffassung nach zu wenig und darauf haben wir dann aufmerksam gemacht. Das Budget dafür wurde daraufhin erhöht“, so Dieter Johannsen.

Dieter Johannsen vertritt gern die Belange der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger gegenüber Verwaltung und Politik.

„Thema waren jüngst auch die öffentlichen Toiletten in der Kommune. Wir haben darauf hingewiesen, welche sanitären Anlagen für ältere Menschen verbessert werden müssten und haben auf Anlagen aufmerksam gemacht, die sämtliche Standards vermissen lassen. Die Kommune hat dann drei Toiletten geschlossen und an den anderen Optimierungen vorgenommen“, gibt Johannsen ein weiteres Beispiel, wie der Seniorenrat sich erfolgreich einbringen konnte.

Der Ton macht die Musik

Bei den Wünschen und Forderungen des Seniorenrats sei die Ausgewogenheit wichtig – und die Art und Weise, wie man miteinander kommuniziert. „Der Ton macht die Musik, und man kann nicht alles vom Himmel bis zur Erde verlangen. Unsere Forderungen für die älteren Menschen müssen verhältnismäßig sein. Ich finde, der Seniorenrat hat da eine gute Balance“.

Was ist ein wichtiger Punkt für den Seniorenrat in der kommenden Legislaturperiode?

Dieter Johannsen tritt als Kandidat für den Seniorenrat im Bezirk Tingleff gegen drei weitere Kandidaten an. Dem Bezirk stehen zwei von insgesamt elf Ratsplätzen zu.

„Wichtig sind die Pflegeheime. Es ist gewissermaßen der letzte Ort der älteren Bürgerinnen und Bürger, und sie sollen es dort gut haben. Wir arbeiten unter anderem daran, dass jedes Pflegeheim wieder eine eigene Küche hat“, erwähnt der pensionierte Lehrer.

„Wir werden beantragen, dass es in den Haushalt für 2027 eingearbeitet wird. Das durchzubekommen, wird sicherlich nicht einfach, denn es kostet. Für die Menschen bedeutet es aber enorm viel, tagtäglich den Duft aus der Küche wahrzunehmen und das Essen von dort frisch auf den Tisch zu bekommen. Sie könnten sich für den Essensplan zudem etwas wünschen. Eine Pflegeheimküche bietet sich darüber hinaus als Aktivität an, indem die Bewohnerinnen und Bewohner je nach ihren Möglichkeiten schnippeln, schälen oder andere Aufgaben übernehmen können“, so Johannsen zu der Variante, dass Mahlzeiten nicht mehr aus einer Großküche kommen, sondern vor Ort zubereitet werden.

Offenes Ohr für Rückmeldungen

Ob es um die Pflegeheime, die Heimhilfe oder andere Bereiche geht, die die älteren Menschen betreffen: Der Seniorrat sei bestrebt, das Beste für sie herauszuholen. Wichtig seien dabei Rückmeldungen der Zielgruppe und auch der Angehörigen an die Ratsmitglieder oder direkt an den Rat, betont Dieter Johannsen. 

„Wir bemühen uns, alles zu sammeln, um bei den Seniorenratssitzungen dann zu besprechen, was an die Verwaltung oder auch an die Politik herangetragen wird.“

Zusammen mit Hans Christian Bock, der schon lange im Seniorenrat dabei ist und im Bezirk Apenrade (Aabenraa) erneut kandidiert, bildet Dieter Johannsen ein Minderheitenduo. 

Kein Unterschied zwischen Mehrheit und Minderheit

„Das spielt bei der Seniorenratsarbeit aber überhaupt keine Rolle. Es wird kein Unterschied gemacht, weil wir der Minderheit angehören. Auch bei der Zuteilung von Zuschüssen an Vereine oder Verbände wird kein Unterschied gemacht, ob die Empfänger aus der Minderheit oder der Mehrheit sind“, sagt Dieter Johannsen mit dem Hinweis, dass unter anderem der Sozialdienst auf finanzielle Unterstützung bauen konnte.

„Dass wir beide der Minderheit angehören, merken unsere Kolleginnen und Kolleginnen meist nur in den Sitzungspausen. Dann sprechen Hans Christian und ich Deutsch miteinander. Die anderen stört es nicht, und das ist doch schön“, so Kandidat Johannsen. 

Seniorenrat

Der Seniorenrat hat die Aufgabe, den Stadtrat bei seniorenpolitischen Fragen zu beraten und die spezifischen Gesichtspunkte dieser Bürgergruppe bei lokalpolitischen Fragen zu vermitteln.

Der Stadtrat ist verpflichtet, den Seniorenrat bei allen Fragen anzuhören, die ältere Bürgerinnen und Bürger betreffen.

Der Seniorenrat kann – über die traditionellen seniorenpolitischen Belange hinaus – auch bei Fragen zu Verkehr, Wohnverhältnissen, Gesundheit, Umwelt und Kultur Einfluss nehmen.

Der Seniorenrat wird im Zuge der Kommunalwahl für vier Jahre gewählt. Wählen dürfen den Rat alle Apenrader über 60.

Folgende Menschen können sich wählen lassen:

Aktuell hat der Seniorenrat elf gewählte Mitglieder.

Nach der Wahl konstituiert sich der Seniorenrat innerhalb von zwei Monaten.

Die Mitglieder des Seniorenrats arbeiten in verschiedenen Ausschüssen mit.
Es gibt folgende Ausschüsse: