Deutsche Minderheit

Tischtennis für Kinder: Wenn Bälle zu Mistkäfern werden

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Die Deutschen Kindergärten Apenrade und der Jugendverband starten gemeinsam ein Ferienprojekt.

Ist es möglich, Kindergartenkindern bereits das Tischtennisspielen beizubringen? Melina Krenz stellt sich gemeinsam mit den Deutschen Kindergärten Apenrade dieser Herausforderung, und kommt schnell zu einer Erkenntnis.

„Es ist schwer, die ganze Zeit ihre Aufmerksamkeit zu halten“, stellt Melina Krenz fest. Ihr Ziel ist es, den Kleinen des Kindergartens Jürgensgaard auf spielerische Art und Weise das Tischtennisspielen näherzubringen. Die zehn Jungen und Mädchen sind im Alter von drei bis fünf Jahren. Für Krenz eine Neuheit, in dieser jungen Altersklasse zu arbeiten.

Zurzeit macht die 19-Jährige ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Deutschen Jugendverband für Nordschleswig (DJN) und bringt in dieser Zeit vorwiegend Kindern in verschiedenen Altersgruppen das Tischtennisspielen bei. 

In den Ferien ist in den Schulen und Kindergärten bekanntlich nicht allzu viel los. Dennoch sollen die Mädchen und Jungen beschäftigt werden. Die Deutschen Kindergärten Apenrade (DKA) versuchen, die Ferien so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, um auch den wenigen Kindern, die nicht im Urlaub sind, einen spannenden Kindergarten-Alltag zu bereiten.

Aus dem WG-Schnack in die Sporthalle

Normalerweise trainiert Melina Krenz Kinder, die bereits in die Schule gehen.

„Die Geschichte, wie die Zusammenarbeit entstanden ist, ist eigentlich ganz witzig“, sagt Krenz. Sie lebt während ihrer Zeit in Nordschleswig in einer WG, die hauptsächlich von Praktikantinnen und Praktikanten bewohnt wird. Seit dem 1. Oktober ist Juliane Weigand ihre Mitbewohnerin. Sie ist die neue Leiterin der DKA. „Wir haben uns unterhalten und beschlossen, dass wir mal etwas gemeinsam machen müssen“, so Weigand. „Als wir dann hörten, dass Melina so kurzfristig Zeit hat, war für uns klar: Das müssen wir machen!“

Die Turnhalle wird zum Dschungel

Die Kinder sollen in Form von kleinen Spielen einen Einblick in die Welt des Tischtennis erhalten. So wird in kurzer Zeit die Turnhalle zu einem Dschungel, und die Kleinen zu den dort lebenden Tieren. Als Schlangen müssen sie ihre Beute, Mistkäfer in Form von Tischtennisbällen, sammeln und natürlich auch sicher aufbewahren.

Am Anfang sind alle bemüht, ihre „Beute“ zu sammeln, aber sobald die ersten Bälle wieder im Eimer landen, wird es unruhig. Hier will ein Kind lieber toben, dort will ein anderes eine Pause machen. Es wird chaotisch, sowohl für Melina als auch für die Erzieherinnen und Erzieher.

Die Kinder schlüpfen auch in die Rolle eines Affen, der nach Bananen, in dem Fall Luftballons, klettern muss.

Auch in ihren regulären Trainings muss die 19-Jährige oft spontan umstrukturieren, nichts Neues also für sie. Geplant war ursprünglich, die einstündige Einheit mit einer kleinen Übung mit Tischtennisschläger und Ball zu beenden. Aufgrund der stetig sinkenden Aufmerksamkeit der Kinder hat Krenz entschieden, diesen Punkt am Ende zu streichen und lieber die Stunde eher zu beenden.

Gelungene Einheit mit Potenzial zur Wiederholung

Nach der Einheit ist Melina Krenz trotz kleiner Komplikationen zufrieden.

Sowohl Melina Krenz als auch das Personal der Einrichtung ziehen positive Schlüsse aus der Einheit. Für Krenz gab es die Erkenntnis, dass es deutlich schwieriger ist, mit so jungen Kindern zu arbeiten, und dass sie sehr viel Geduld beweisen muss. Auf Seiten des Kindergartens herrscht positive Begeisterung. Der Leiter des Deutschen Kindergartens Jürgensgaard, Aljoscha Heitsch, bilanziert: „Unsere Kinder und Melina haben das großartig gemacht. Die Kinder wurden durch das Angebot motorisch und körperlich perfekt herausgefordert.“

Alle Beteiligten schließen in Zukunft nicht aus, ein derartiges Angebot zu wiederholen, dann vielleicht sogar bereits mit Tischtenniselementen.