Nachruf

In Erinnerung an Hans Hinrich Matzen

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Hans Hinrich Matzen wuchs nahe Lügumkloster auf, verbrachte viele Jahre auf seinem Hof in Tornschau und zog 2004 nach Apenrade.

Hans Hinrich Matzen ist am Dienstag im Kreise seiner Familie entschlafen.

Hans Hinrich Matzen, geboren am 19. April 1942 in Loitwitt (Løjtved) bei Lügumkloster (Løgumkloster), ist im Kreise seiner Familie still eingeschlafen. Er entstammte einer traditionellen nordschleswigschen Familie, als Sohn von Jakob Peter Andreas Matzen und Paula Christine Matzen. Zusammen mit seinen Geschwistern Johanne „Hanni“ und Gerda wuchs er auf dem elterlichen Hof in Tornschau (Tornskov) auf, den sein Vater 1952 von einer Tante übernommen hatte. Während Hanni bereits verstorben ist, lebt Gerda heute in Herning.

Erfahrung in Schweden gesammelt

Nach der Schule in Loitwitt und dem Realexamen in Lügumkloster besuchte Hans Hinrich die Landwirtschaftsschule in Tingleff (Tinglev). Nach seinem Militärdienst in Randers absolvierte er längere Aufenthalte als Knecht auf schwedischen Höfen, unter anderem auf einem Hof in Småland, wo er wertvolle Erfahrungen für seinen späteren landwirtschaftlichen Betrieb sammelte. Zurück in Nordschleswig lernte er Edda kennen, die auf dem elterlichen Hof ein Zimmer hatte und als Lehrerin an der deutschen Schule arbeitete. 1967 heirateten Hans Hinrich und Edda, und er übernahm den elterlichen Hof.

Vom ökologischen Betrieb zum Pferdehotel

Sein landwirtschaftliches Wirken war geprägt von Weitblick: 1997/98 stellte er seinen Betrieb auf ökologische Landwirtschaft um. 2004 verkaufte er den Hof und zog auf einen kleineren Hof in Enemark am Rande von Apenrade, wo er seine Arbeit langsam zurückfuhr, aber dennoch aktiv blieb. Dort entstand ein Pferdehotel, das erfolgreich geführt wurde. 2019 zog sein Sohn Detlef mit Familie auf den Hof und übernahm ihn Januar 2025. Hans Hinrich blieb als Senior im Altenteil wohnen, nahe bei seinen Kindern und Enkelkindern.

Immer ein offenes Haus

Hans Hinrich war Vater von vier Kindern: Ingrid (1968) in Apenrade, Ute (1970) in Charlottenlund, Jakob (1972) in Kopenhagen und Detlef (1976). Für die sieben Enkelkinder war er ein liebevoller Großvater, mit dem sie auf Fahrradtouren und kleinen Ausflügen unvergessliche Momente erlebten. Sein Haus war stets offen für Familie und Gäste, und er pflegte eine herzliche Gastfreundschaft, die weit über die Familie hinausging. So wurden auch einem Flüchtling aus Gambia, Erntehelfern aus Polen und der Tschechei, Sommerkindern und auch Landstreichern ein Dach über dem Kopf gewährt. 

Viele Ehrenämter

Sein Engagement für die Gemeinschaft war vielseitig: Hans Hinrich war im Vorstand der Sparkasse Lügumkloster, im Landwirtschaftlichen Hauptverein Nordschleswig (LHN), bei der Selbsthilfe für Nordschleswig, in mehreren Kirchengemeinden, beim VDA, im Heimatwanderclub Nordschleswig und im Donnerstagsclub Rothenkrug aktiv. Zusammen mit Edda setzte er sich für die deutsche Minderheit in Nordschleswig ein. Auch die durch den VDA entstandenen Kontakte nach Ostdeutschland wurden gepflegt und enge Freundschaften entstanden.

Schon in jungen Jahren entdeckte er die Leidenschaft für Skat. Begeistert spielte er zusammen mit Freunden bis ins hohe Alter. 

Ein großer Verlust

Als Mensch war Hans Hinrich großzügig, warmherzig und empathisch. Er arbeitete hart, legte dabei großen Wert auf Familie und Mitmenschlichkeit und verstand es, seine Erfahrungen und Geschichten zu teilen. Motorradreisen mit Edda nach Südfrankreich, Norwegen und Schweden sowie zwei Islandreisen gehörten zu den Highlights seines Lebens.

2017 feierten Edda und Hans Hinrich eine wunderbare goldene Hochzeit. Edda starb wenige Tage darauf überraschend. Ein großer Schock für Hans Hinrich Matzen und die Familie. 

Familie setzte den Rahmen

Die letzten Monate waren von Krankheit geprägt, in denen er seinen Blick auf Felder und Wald richtete und viel Besuch von Freundinnen und Freunden, Nachbarinnen und Nachbarn sowie Familienmitgliedern empfing. Diese Nähe und die Erinnerungen gaben ihm Trost und Freude bis zum letzten Atemzug.

Etwa 30 Menschen trafen sich am Mittwoch zum traditionellen „Aussingen“.

Hans Hinrich Matzen hinterlässt ein Erbe von Engagement, Fürsorge und nordschleswigscher Identität. Er wird als Mensch in Erinnerung bleiben, der mit seinem Wirken und seinem Herzen Brücken gebaut hat – zwischen Generationen, Kulturen und Menschen.